Was geht rum? 07. September 2019

Die Zeit der Pilze geht weiter. Unter den 6000 Pilzarten Mitteleuropas sind etwa 200 auch gekocht giftig. Beratung macht beim Pilzesammeln also immer Sinn. Foto: ptw

Der Herbst hat begonnen- zumindest meteorologisch. Mit den veränderten Wetterverhältnissen ändern sich auch die gesundheitlichen Belastungen für Kinder und Jugendliche. Pollenallergien treten nur noch vereinzelt auf, Zecken beißen spürbar weniger und zum Sonnenbrand reicht es nicht mehr.

Nun beginnt die Zeit der Infekte. Zunächst langsam, aber mit dem Schulanfang spürbar schneller. Die Magen-Darm-Infektionen werden zunächst noch anhalten, angefeuert auch durch Erreger, die aus dem Urlaub irgendwoher mitgebracht wurden. Auch die Erkrankungen mit Campylobacter wie zuletzt im Ortenaukreis haben durchaus noch grössere Chancen. Hier hilft, wie bereits im letzten praxisblättle vermerkt, pingelige Hygiene bei der Zubereitung von Hühnerfleisch.

Die Häufigkeit Atemwegsinfektionen kommen nehmen wieder langsam zu. Daneben treten auch viele Lungenentzündungen auf, die vermutlich auf Mykoplasmen zurückzuführen sind.

Nissen im Haar bei Kopfläusen. Foto: www.bugspray.com

Manches Kind, so ist meine Erfahrung, bringt Kopfläuse als Urlaubserinnerung mit. Es lohnt sich also, den Kopf des Kindes auf Nissen abzusuchen. Geübte können auch versuchen, die Läuse selbst zu finden. Je früher die Kopfläuse behandelt werden, umso einfacher geht’s. Und man vermeidet lange Diskussionen im Freundeskreis und in der Schule oder dem Kindergarten.

Kopflaus. Foto: pixabay, olivierdevoux

Die Kopfläuse bewohnen gezielt den menschlichen, behaart Kopf. Sie haben nichts mit Unsauberkeit zu tun, sondern können von anderen Betroffenen übertragen werden. Diese wissen häufig nichts davon. Denn vom Beginn bis zur sicheren Diagnose dauert es typischerweise viele Wochen. Wen juckt’s? Alle. Aber erst sehr langsam und dann stetig mehr. Für die Therapie lesen Sie bitte den Beitrag des praxisblättle vom letzten Jahr hier.

GIFTIG Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Foto: www.pilz-baden.ch

Pilzvergiftungen sind jetzt natürlich möglich. Genaue Daten, wie häufig sie vorkommen und wen sie betreffen gibt es für Deutschland nicht. Unter den etwa 6000 Pilzarten in Mitteleuropa gelten knapp 200 als giftig. Pilzkenner gehen davon aus, dass 90% aller Vergiftungen auf den grünen Knollenblätterpilz zurückgehen. Bevor man als Laie Pilze zum Verzehr im Wald sammelt, sollte man immer einen Pilzexperten kennen, der sie nachher bestimmt. Und nebenbei sollte man den grünen Knollenblätterpilz kennen, um ihn von vornherein zu vermeiden, insbesondere wenn Kinder beim Sammeln dabei sind.

Was geht in der Welt rum? In einigen europäischen Ländern breitet sich das WestNilFieber weiter aus. Neben Rumänien und Italien ist ganz besonders Griechenland betroffen: 126 gesicherte Erkrankungen und 13 Todesfälle. Konsequenter Mückenschutz ist die beste Maßnahme, um eine Ansteckung zu vermeiden

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