Lichen sclerosus

Flechten am Fusse des Vulkans Osorno in Chile. Foto: ptw

Der Name Lichen sclerosus ist etwas schwerfällig. So nennt sich eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die ganz überwiegend die Genitalregion betrifft. Übersetzt aus dem griechischen heißt der Begriff harte Flechte, was die Hauterkrankung ganz gut beschreibt.

Nicht-genitaler Lichen sclerosus bei einem älteren Menschen. Foto: www.diseaseshows.com

Der Lichen sclerosus kommt im Kindesalter deutlich häufiger vor als gedacht. Er zeigt sich im Genitalbereich durch eine weitgehend scharf begrenzte Entzündung der Haut, die leicht perlmuttartig glänzt, sich trocken anfühlt und diskret gerötet ist. Bei Mädchen kommt sie häufiger vor und betrifft meist die Dammregion (Perinaeum), von wo sich der Ausschlag sowohl zum After hin aber noch mehr zu den Schamlippen bis hin zur Klitoris ausbreiten kann. Die betroffene Haut schrumpft etwas, was im weiteren Verlauf zu Narben führen kann. Das kommt bei Kindern sehr selten vor. Das bedeutendste Symptom ist hier der Juckreiz, wodurch Kinder immer wieder in die Genitalregion fassen oder auf dem Hintern herumrutschen. Für einen erfahrenen Kinder- und Jugendarzt ist die Diagnose nicht schwierig, wenn er auf dieses Symptom hingewiesen wird.

Auch Jungen sind davon betroffen. Bei ist meist die Vorhaut des Penis (Präputium) und die Eichel betroffen. Dadurch, dass sich die entzündete Haut des Lichen sclerosus zusammenzieht, entsteht bei Jungen häufig eine Phimose, also eine Vorhautverengung.

Die Ursache des Lichen sclerosus ist unbekannt. Das verstärkte familiäre Vorkommen weist auf eine genetische Mitverursachung hin. Die immunologischen Veränderungen wiederum zeigen, dass der Erkrankung vermutlich ein Autoimmun-Mechanismus zugrunde liegt. Inwieweit falsche Hautpflege ein weiterer Faktor ist, ist unbekannt. Da die Genitalregion mit großer Scham belegt ist, ist es oftmals üblich, viel Seife dort anzuwenden. Davon kann in jedem Fall nur abgeraten werden. Auch die massenhafte Anwendung von Salben aller Art sind sicherlich nicht als günstig anzusehen.

Die Therapie erfolgt mit im Kindesalter zumeist mit einer Cortison-haltigen Creme. Dabei ist Erfahrung notwendig, um unter den Hunderten von Cortison-Präparaten das passende auszuwählen. Auch die Art der Anwendung und insbesondere die Dauer muss individuell angepasst werden.

Der Verlauf des Lichen sclerosus kann durchaus über viele Monate gehen und mühsam sein. Im Kindesalter – gerade zur Pubertät hin – heilt die Hauterkrankung glücklicherweise meistens aus.

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