ADHS: Risiko im Straßenverkehr

Autounfall. Der materielle Schaden ist oft das harmloseste. Foto: pixabay, Rico_Loeb

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) hat für viele Familien im Alltag eine enorme Bedeutung. Eltern von ADHS-Kindern und -Jugendlichen wird im Alltag Einfühlungsvermögen, Geduld und auch Zeit abverlangt, wenn sie ihrem Kind gerecht werden wollen. Und fast immer bleibt bei ihnen das Gefühl zurück, zu versagen und den vielfältigen Anforderung nicht gerecht werden zu können.

Aber enorm viele Eltern machen es richtig gut. Obwohl sie mit sich selbst nicht zufrieden sind. Perfekte Eltern gibt es zum Glück nicht, auch nicht bei Kindern, die vom ADHS betroffen sind. Diese meist gute Betreuung zuhause ist enorm wichtig. Zunächst, weil sich die betroffenen Kinder dann auch angenommen und geliebt spüren. Und weil sie mit diesem Gefühl und den erlebten Erfolgen viele weitere Herausforderungen angehen und damit Fortschritte erzielen können.

Das ist wichtig. Mangelnde Konzentration und eingeschränkte Impulskontrolle können durchaus Folgen haben, wie eine neue Studie zeigt. Dabei wurde das Verhalten nach Erwerb des Führerscheins von ADHS-Jugendlichen mit dem einer Kontrollgruppe verglichen. Die Forschungsgruppe aus Philadelphia (USA) um Allison E Curry konnte dabei die Daten von 14.936 Jugendlichen (Geburtsjahrgänge 1987 – 1997) mit den Daten der Verkehrsüberwachung des Bundesstaates New Jersey abgleichen. Dabei zeigte sich, dass die Unfallraten bei ADHS-Jugendlichen und -Heranwachsenden gegenüber nicht Betroffenen um 62% höher lagen. Besonders auffallend war, dass das Risiko für alkoholbedingte Unfälle mehr als verdoppelt (OR 2.1) war.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die Schwierigkeiten bei ADHS weit über den schulischen Erfolg oder Misserfolg hinaus reichen. Noch gibt es keine offiziellen Empfehlungen. Aber es macht mit diesem Hintergrundwissen Sinn, das Verhalten im Straßenverkehr früh zu üben. Das fängst schon vor der beliebten Fahrradprüfung in der Grundschule an.

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