Weniger Fleisch: Günstig für die eigene Gesundheit und die Umwelt

Fleisch schmeckt vielen Menschen. Mit dem Wohlstand haben wir uns aber an Mengen von Fleisch gewöhnt, die unserer Gesundheit nicht gut tun - und auch für die Umwelt ungünstig sind. Leider ist es so schwer, von manchen Gewohnheiten loszukommen. Foto: ptw

Die Diskussionen über Ernährung und Umwelt sind im vollen Gange. Die meisten Menschen haben realisiert, dass Fleischkonsum weder der Umwelt noch der eigenen Gesundheit helfen. In den USA und Großbritannien will jeder zweite Erwachsene den Fleischkonsum verringern. Ob das umgesetzt wird, scheint eher fraglich. In den genannten Ländern hat der Fleischkonsum in den letzten 50 Jahren sogar um 10% zugenommen.

Den Zusammenhang zwischen Umweltbelastung, eigener Gesundheit und dem Essverhalten hat eine Studie kürzlich beleuchtet. Die Forscher Michael A ClarkMarco Springmann, Jason Hill, und David Tilman von der Universität in Oxford untersuchten das für verschiedene Nahrungsmittel. 

Umweltbelastung und gesundheitliche Folgen für verschiedene Nahrungsmittel: rotes Fleisch (rot), Huhn (rosa), Gemüse (grün) Foto: https://www.pnas.org/content/116/46/23357

Die Tabelle zeigt, dass Fleisch besonders ungünstig ist: Die Belastung der Umwelt durch die Produktion des Fleisches ist riesig (hier ist der Index AREI = 37), während gleichzeitig die Sterberate enorm ansteigt. Praktisch heißt das: wer 50 Gramm Fleisch mehr ist pro Tag als der Durchschnitt hat eine um 41% höhere Sterblichkeit gegenüber Menschen, die eine  normale Kost (Durchschnitt) verzehren.

Auf der Gegenseite steht das Gemüse: 100 Gramm mehr Gemüse stellen keine Belastung der Umwelt dar (AREI = 1) und senken die Sterblichkeitsrate gegenüber dem Durchschnitt um fast 15%. Was der Umwelt gut tut, tut auch unserer Gesundheit gut.

Würde ein Mensch, diese 50 Gramm Fleisch pro Tag weniger verzehren und durch 100 Gramm Gemüse ersetzen, würde der Anteil an Treibhausgas um den Faktor 20 sinken. Der Landverbrauch wäre sogar um den Faktor 100 niedriger. 100 Gramm Gemüse ist jedoch deutlich weniger kalorienhaltig als 50 Gramm Fleisch. Um diesen auszugleichen, müsste die Nahrungsumstellung mit erheblichen Mengen an Gemüse ausgeglichen werden.

Eine weitere, statistisch sehr aufwendige und nicht leicht verständliche Studie um Brent F. King von der Johns Hopkins University hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Mit verschiedenen  Rechenmodellen zeigen sie, welche Effekte geringere und stärkere Nahrungsumstellungen für 140 Länder dieser Erde hätten. So würden die Treibhausgase in den USA um 60% sinken, wenn der Durchschnitts-Amerikaner sich zu 2/3 vegan ernähren und nur selten Fleisch zu sich nehmen würde.

Es liegt also nicht nur an der Politik. Auch wir können einiges verändern. Und langsam anzufangen ist besser als gar nicht. „Ich sollte …..“ sollte gestern gewesen sein. Mit Immanuel Kant könnte man sagen: „Ich kann, weil ich will, was ich muss“.

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