Aluminium – ein Metall das auch in unserem Essen vorkommt

Aluminiumtöpfe aus Madagaskar. Ein großes Gesundheitsproblem für die Kinder auf der Großen Insel. Foto: httpwww.lagazette-dgi.comp=34734

Aluminium ist das häufigste Metall in der Erdkruste. Und da es viele günstige Eigenschaften besitzt, findet es sich auch im Alltag der Menschen immer wieder. Und wie bei allem: zu hohe Konzentrationen können schaden. Ganz besonders den Kindern. Das wusste schon Paracelsus: Dosis sola facit venenum – Die Dosis macht das Gift.

Korund. Foto: Wikipedia.com

Aluminium gilt als unedles Metall, weil es zumeist an andere Elemente gebunden vorkommt. In Korund, einem Halbedelstein, findet es sich zu 57%. In geringerer Konzentration kommt es auch in Rubinen oder dem Saphir vor.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat sich mit der Frage beschäftigt, ob Aluminium die Gesundheit gefährden kann. Dazu wurde von dort im November eine interessante Abschätzung über mögliche Gesundheitsrisiken veröffentlicht.

Wo findet sich Aluminium in unserem Alltag?

Aluminium kommt, entsprechend seiner Bedeutung in der Erdkruste, in verschiedenen Lebensbereichen vor. Die wichtigsten sind:

  • Lebensmittel: Tee, Kaffee, Gewürze und kakaohaltige Lebensmittel; Laugenbrezeln, die auf Aluminiumblechen gebacken wurden
  • Kosmetika: fast alle Deos (Antitranspirantien), viele Zahncremes, Sonnencremes, Lippenstifte
  • Gegenstände: Alufolie, unbeschichtete Menüschalen, Geschirr. Töpfe und anderes Geschirr unterliegen Regelungen der EU. Hier kommt es darauf an, dass die Legierung bei der Erhitzung weniger als 5 mg/ kg Metall in die Lebensmittel freisetzt

Aluminium wird in geringen Mengen ständig aufgenommen. Akute Vergiftungen sind im Alltag wohl kaum möglich. Gefahren bestehen eher bei langfristig erhöhter Aufnahme. Dann stehen Wirkungen auf das Nervensystem, auf die geistige und motorische Entwicklung von Nachkommen sowie Schädigungen der Niere und der Knochen im Vordergrund. Diese gilt es also zu vermeiden. Aber: „Es bestehen noch wissenschaftliche Unsicherheiten, besonders bei der Einschätzung der Langzeitfolgen sowie der tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut“, sagte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Wo findet sich besonders viel Aluminium?

In verzehrfähigen Lebensmittel sind meist unter 5 Milligramm Aluminium bezogen auf 1 Kilogramm Frischmasse enthalten. Höhere Werte von über 20 mg/kg finden sich in Hülsenfrüchten, Nüsse, Ölsaaten und Gewürzen, aber auch Zucker, Süßwaren und wasserbasierten Desserts. Und – wichtig für Bewohner des Ländles – auch in Laugenbrezeln, die auf Aluminiumblechen gebacken wurden.

Was kann ich tun um die Aluminiumaufnahme gering zu halten?

Da wir Aluminium aus verschiedenen Quellen aufnehmen, gilt es auch, alle diese Lieferanten von Aluminium zu reduzieren:

  • Kosmetika: besonders wichtig ist die Anwendung aluminiumhaltiger Deodorantien zu vermindern. Alle äußeren Anwendungen sollten nur auf die intakte Haut erfolgen. Bei Schnitten (z.B. Rasur) auch Vorsicht bei Anwendung von Sonnencremes.
  • Lebensmittel: eine diverse Kost ohne Einseitigkeiten verhindert eine Aufnahme problematischer Aluminiummengen

Was gilt für Säuglinge und Kinder?

Hier empfiehlt das BfR: Gestillte Säuglinge nehmen wesentlich geringere Mengen an Aluminiumsalzen auf als nicht gestillte. Denn Säuglingsanfangs- und -folgenahrung weist im Mittel deutlich höhere Aluminiumgehalte auf als Muttermilch. Speziell adaptierte, beispielsweise sojabasierte, laktosefreie oder hypoallerge Säuglingsnahrung kann noch einmal deutlich höhere Mengen an Aluminium enthalten. Das BfR rät, wenn möglich, Säuglinge bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen und dann mit normaler Kost zuzufüttern.

Auch aus Impfstoffen nehmen Säuglinge und Kleinkinder Aluminium auf. Impfungen haben
jedoch einen hohen gesundheitlichen Nutzen, sowohl für das Individuum als auch für die
Gesamtbevölkerung. Klinische und epidemiologische Studien zeigen zudem, dass die Aluminiumexposition durch Impfstoffe als gesundheitlich unbedenklich einzuschätzen ist.

Kürzlich kamen von den Inseln im indischen Ozean schwerwiegende Nachrichten betreffend Aluminium. Madagaskar ist in der Region der Hauptlieferant von Aluminiumtöpfen, die unter teils katastrophalen Bedingungen hergestellt wurden. Nachdem sich herausstellte, dass die Konzentration für Aluminium in den gekochten Lebensmittel auf das bis zu 4600-fache (!) des Normalen erhöht waren, wurde beispielsweise auf Mauritius und Mayotte der Verkauf verboten.

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