Medienkonsum

Social Media Foto: Bild geralt, pixabay

Über die Feiertage bleibt manchmal etwas Muse, die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Nicht selten taucht nach den großen Essen an Weihnachten dann die Idee auf, doch mehr Sport zu treiben. Gut so – zumindest, wenn die Idee länger als 14 Tage anhält.

In Bezug auf die Kinder könnte eine andere Überlegung wichtig sein. Wie gehen wir mit den Medien um? Ohnehin führt dieses Thema im Alltag regelmäßig zu Stress, der für Eltern eine große Belastung sein kann – und für Kinder sowieso.

Nun kommt aus den USA ein langer Medien-Ideen-Plan, der uns weiterhelfen kann. Auf der Seite www.healthychildren.org, die von der Gesellschaft der amerikanischen Kinderärzte (American Academy of Pediatrics – AAP) betrieben wird, ist er in Englisch und Spanisch zu finden. Wir fassen ihn hier für unsere Leser kurz zusammen:

  • Kinder unter 18 Monaten sollten keinerlei Bild-Medien nutzen – ausgenommen das video-chatting (in den USA ist der persönlich Kontakt zu Kindern mit den arbeitenden Eltern häufig geringer. Das hat viele Gründe: Oft haben Eltern mehrere Jobs um sich finanziell über Wasser zu halten oder die Anfahrt zur Arbeit ist zeitraubend lange).
  • Wenn Kindern von 18 bis 24 Monaten digitale Medien angeboten werden, sollten sie von hoher Qualität sein und immer zusammen mit den Eltern gesehen werden – „co-view„.
  • Im Alter von 2 bis 5 Jahren sollte die Zeit vor einem Bildschirm auf weniger als 1 Stunde pro Tag begrenzt sein. Auch hier sollten Eltern dabei sein, um den Kinder zu helfen, die Inhalte zu verstehen und sie in ihre eigene Umwelt zu „übersetzen“.
  • Ab 6 Jahren sollte die Medienzeit und die Art der Medien – also was darf angesehen werden? – konsequent begrenzt werden. Der Medienkonsum darf sich weder auf die Schlafzeiten, auf die Zeiten für körperliche Betätigung oder andere gesundheitsbezogene Verhaltensweisen auswirken.
  • Keine Medien beim Essen oder beim Autofahren.
  • zuhause gibt es medienfreie Räume: z.B. das Schlafzimmer.
  • Einführung einer Medien-Sperrstunde zum Mittagessen und abends. Abends werden die Geräte an eine Ladestation außerhalb des Schlafzimmers gehängt.
  • Kein Einsatz der Medien um Kinder ruhig zu stellen „Pseudo-Baby-Sitter“.
  • Kein Einsatz von Medien um Kinder zu beruhigen.
  • Viele Medien werden als „pädagogisch wertvoll“ angeboten. Eltern sollten mit ihren Kindern gemeinsam eine Auswahl treffen
  • Die Familie sollte medienfreie Zeiten haben „face-to-face-time„. Diese sollte immer im Vordergrund vor der Mediennutzung stehen
  • Höflich bleiben und gute Manieren behalten: Das Handy wird nicht auf den Esstisch gelegt; im Gespräch wird keine WhatsApp geschrieben u.a.. Für den Fall, dass es unbedingt nötig sein sollte wird eine Entschuldigungsformel gefunden – „Tut mir leid, ich ….“
  • Medien werden auch zum Mobbing eingesetzt. Darüber wird geredet. Es werden Maßnahmen besprochen die greifen, sollte mein Kind jemanden mobben. Im umgekehrten Fall („Cybermobbing“) darf das Kind sicher sein, dass es die volle Unterstützung der Familie hat bei der Abwehr des Mobbings

Die amerikanischen KinderärztInnen empfehlen übrigens, diese Überlegungen zu nutzen und einen eigenen Plan in der Familie zu erstellen. Dazu gibt es eine perfekte Anleitung mit Vorschlägen. Leider ist diese nur in Englisch oder Spanisch verfügbar.

Allen Lesern und ihren Familien wünsche ich einen perfekten Start ins Neue Jahr 2020. 

Ihr Peter Wolff

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