HPV-Impfung: Was passiert in Ländern ohne diese Impfung?

Das Sternzeichen des Krebs Foto: pixabay, Gam-Ol

Die Gebärmutterhalskrebsimpfung gibt es in Deutschland nun schon seit Jahren. Der Name ist für die meisten Menschen unaussprechlich und medizinisch auch nicht korrekt. Einfacher und besser ist es, von der HPV-Impfung zu sprechen.

Die HP-Viren sind die Ursache für den Gebärmutterhalskrebs (medizinisch: Zervixkarzinom). Diese Form des Krebses kommt weltweit vor, zeigt aber je nach Land deutliche Unterschiede in der Häufigkeit. Das wurde in einer ausführlichen Publikation von Marc Arbyn und Mitarbeitern (Belgien, Spanien, USA, Frankreich) nochmals deutlich. Die Unterschiede im Auftreten haben mit vielen Faktoren zu tun. Ganz besonders wichtig sind jedoch der Zugang zu Früherkennungsprogrammen (Vorsorge) und den nicht billigen Impfungen (HPV-Impfung). Dementsprechend entspricht die Weltkarte in etwa auch der Verteilung von Armut und Reichtum.

Häufigkeit in verschiedenen Ländern an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Angegeben ist die Zahl der Erkrankungen pro 100.000 Frauen-Jahre Foto: Lancet

Es verwundert daher nicht, dass in den 42 Ländern mit niedrigem Einkommen das Zervixkarzinom die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen darstellt. Weltweit wurde diese Diagnose im letzten Jahr bei 570.000 Frauen gestellt, von denen 311.000 daran starben. Am häufigsten ist das frühere Swasiland (heute Eswatini) betroffen, wo 6.5% aller Frauen vor dem 75. Lebensjahr daran erkrankten. In Finnland hingegen erkrankten unter den 2.8 Millionen Frauen gerade 182, von denen 64 Frauen starben.

In Deutschland haben wir ein gut etabliertes Früherkennungsprogramm, um diese Form des Krebes gezielt aufzudecken. Das betrifft etwa 4000 Frauen jährlich. Insgesamt treten pro Jahr aber 7700 Krebserkrankungen auf, die durch das HP-Virus ausgelöst werden (es gibt weitere neben dem Zervixkarzinom). Gegen alle diese Krankheiten wäre die seit über 10 Jahren angebotene HPV-Impfung gut wirksam.

Leider sind die Impfquoten in Deutschland für HPV noch enttäuschend. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) strebt eine Impfquote von 70% an. Bei der letzten Untersuchung deutschlandweit im Jahre 2015 waren jedoch nur 31.3% der Zielgruppe geimpft. Dabei schnitt Sachsen-Anhalt mit 56.7% am besten ab.

Es bleibt also noch manches zu tun, um den Krebs des Gebärmutterhalses effektiver die Stirn zu bieten. Die Impfung gegen HPV wird inzwischen Mädchen und Jungen ab dem 9. Lebensjahr angeboten und wird von den Krankenkassen voll übernommen.

Newsletter praxisblättle. Foto: ptw

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