Was geht rum? 18. Januar 2020

Im Winter finden sie mehr Beachtung: Steine. Dann zeigen sich auch ihre Unterschiede deutlicher. Kein Stein gleicht dem anderen. Ebenso, wie kein Mensch dem anderen komplett gleicht. Das macht die Suche nach Ersatzorganen bei Schwerstkranken so kompliziert. Es wäre prima, wenn mehr Menschen als Organspender zur Verfügung stünden. Dann wäre die Chance auf ein ähnliches Organ höher. Das würde vielen Menschen neue Hoffnung bringen. Foto: ptw

In den letzten Tagen kamen Frühlingsgefühle auf. Sie wurden begleitet von einem Pollenflug, wie es ihn in der ersten Januarhälfte selten gibt.

Haselpollenflug in Buchs (Kanton St. Gallen) in der zweiten Jahreswoche 2020 Foto: www.pollenundallergie.ch

Kaum waren die Dreikönige gekommen, stieg die Zahl der Hasel-Pollen in Buchs – an der Grenze zu Liechtenstein – nach oben. Der für die Jahreszeit enorme Pollenflug geht wohl auf den Fön-Effekt zurück. Dieser Südwind schwächt sich auf dem weiteren Weg durch das Rheintal bis nach Lindau ab. Der Pollenflug hat in geringem Ausmaß auch die Bodenseeregion sowie die Landschaft am Oberrhein erreicht. Eltern von pollenallergischen Kindern sollten also schon mal die Hausapotheke durchforsten, ob wichtige Notfall-Arzneien noch vorhanden sind.

Arztkontakte wegen Atemwegsinfektionen in Baden-Württemberg, gestaffelt nach Altersgruppen Foto: AG Influenza

Nach den ruhigen Feiertagen nimmt die Zahl der Atemwegsinfekte wieder langsam zu. Sie liegt aber noch unter der des letzten Jahres. Die meisten Atemwegsinfekte sind glücklicherweise eher unspektakuläre Racheninfekte mit Reizhusten. Grippeerkrankungen nehmen leicht zu.

Parallel treten weiter Magen-Darm-Infektionen auf. Die Erkrankungen an Noro- und Rotaviren liegen jedoch spürbar unter denen des Vergleichsmonates im letzten Jahr. Außer in Stuttgart und im angrenzenden Rems-Murr-Kreis: dort sind Häufungen zu beobachten.

Vor zwei Tagen wurde im Bundestag entschieden, dass die bisherige Regelung der Organspende im Wesentlichen Bestand hat. Die Diskussionen und Beiträge im deutschen Parlament haben dieses wichtige Thema nochmals ins Bewusstsein gerufen. Jetzt wäre es schön wenn die 84% aller Deutschen, die eine positive Einstellung zur Organ- und Gewebespende haben, ihre Haltung aus praktisch umsetzen. Das geht beispielsweise hier bei der Bundeszentrale gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ganz einfach. Nur so können wir in Deutschland die rote Laterne in Europa abgeben: Nur 11,3 Spender je eine Million Einwohner! Oder: In Deutschland wartet ein Spender 9 Jahre auf eine Niere. „Das ist dreimal so lange wie in europäischen Nachbarländern“, sagte Kai-Uwe Eckardt, Chef-Nephrologe an der Charité in Berlin.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal sind es die Masern, die in einigen Ländern Probleme bereiten. In Europa ist momentan besonders Litauen betroffen, wo im letzten Jahr 834 Masernerkrankungen festgestellt wurden. Reisende sollten vor einem Urlaub in Litauen den eigenen Impfschutz klären lassen. Ganz dramatisch ist die Lage im Kongo (Demokratische Republik). Dort wurden im letzten Jahr über 311.000 Erkrankungen an Masern festgestellt. Daran verstarben über 6000 Menschen, vorwiegend Kinder. Der Kongo ist trotz teilweise großartiger Landschaft kein typisches Touristenziel. Die Zahlen machen aber deutlich, wie gefährlich diese Kinderkrankheit ist.

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