TIPP: Was tun bei Vergiftung mit Reinigungsmittel

So viele Reinigungsmittel Quelle: pixabay, Willfried Wende

Vergiftungen mit Reinigungsmittel gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern Rücksprache mit einer Vergiftungszentrale halten.

In Ihrem Jahresbericht von 2014 (eine neuere Version ist nicht online) wurden in der für Baden-Württemberg wichtigen Vergiftungszentrale in Freiburg 22.247 Notrufe betreffend Vergiftungen entgegengenommen. Die weitaus häufigsten Probleme traten bei Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren auf. Besonders betroffen war – wie auch in anderen Vergiftungszentralen – die Altersgruppe von 1-4 Jahren, Kinder, die die Welt erobern. Das ist das Alter, in dem Kinder die Garderobe hochklettern, die Herdplatte anfassen und alle Schubladen öffnen. Und eben auch Erde essen, Blätter kauen und aus allen Flaschen trinken: Die Zeit der Unfälle und Vergiftungen.

Art und Häufigkeit der Vergiftungen Quelle: Jahresbericht VZ Bonn

Welche Vergiftungen besonders bedeutsam sind zeigt die nebenstehende Graphik der Vergiftungszentrale Nordrhein-Westfalen der Universität in Bonn. Neben den Medikamenten – „Omas Herztablette“ – und Pflanzen sind die Wasch- und Reinigungsmittel im Haushalt besonders bedeutsam. In diese Gruppe fallen sehr verschiedene  Produkte, die für den Laien zunächst in ihrer Bedeutung kaum zu beurteilen sind. Man unterscheidet im Wesentlichen 2 Gruppen:

  • ätzende Produkte (Backofen‑, Grill- und Rohrreiniger, industrielle Reiniger, Stein- und Fliesen- reiniger u.a.)
  • reizende Produkte (Handspülmittel, Waschmittel, Weichspüler, Glasreiniger, Spülmaschinentabs)

Die erste Gruppe der ätzenden Substanzen müssen zunächst als Notfall eingestuft werden, wenn ein Kind davon getrunken hat. Oft ist unklar ob und wie viel es davon abbekommen hat. Weil jedoch die Folgen sehr schwerwiegend sein können, sollte auch bei Beschwerdefreiheit der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Folgende Informationen sind wichtig:

  • Wer hat die Substanz eingenommen? Alter/ Geschlecht/ Gewicht/ Vorerkrankungen
  • Wann hat das Kind mutmaßlich die Substanz getrunken!? Uhrzeit merken.
  • Welche Substanz war es? Am besten Originalverpackung mitbringen
  • Wann traten ggf. erste Symptome auf und welche?
  • Adresse und Telefonnummer der Familie (für. ggf. Rückfragen)

Das Kind darf schluckweise etwas Flüssigkeit zur Spülung der Schleimhäute zu sich nehmen. Diese sollte, wenn möglich, zunächst ausgespuckt werden, um den Mund von Substanzen zu befreien. Auch Trinken von Wasser (!) ist erlaubt. Weitere Maßnahmen sollten bis zum Arztbesuch unterbleiben.

Die reizenden Produkte sind in der Regel weniger gefährlich. Sind die Kinder symptomfrei kann etwas Flüssigkeit (Wasser/ Tee) gegeben werden. Weiteres sollte nach Rücksprache mit dem Kinder- und Jugendarzt bzw. mit der Vergiftungszentrale abgeklärt werden.

Detaillierte Informationen zu Vergiftungen finden Sie hier auf der Homepage der deutschen Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Im akutem Vergiftungsnotfall – wenn Sie Ihren Arzt nicht erreichen können – im Südwesten bitte die Vergiftungszentrale in Freiburg anrufen: Die anderen Vergiftungszentralen in Deutschland haben übrigens die gleiche Durchwahlnummer mit der entsprechenden Vorwahl.

Giftzentrale Freiburg           0761  19240

Giftzentrale Charité Berlin   030  19240

Giftzentrale Bonn                   0228   19240

Giftzentrale München           089   19240

 

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