Sollten Kinder viel Milch trinken?

Milchkannen. Quelle: pixabay, Thomas B.

Milch macht müde Männer munter“ war ein beliebter Slogan in den 1950ger-Jahren. Dass er nicht stimmt, war vermutlich schon damals klar.

Richtig ist, dass Milch – womit in aller Regel die Milch von der Kuh gemeint ist – und Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse reich an Kalzium und Vitamin D sind. Daraus aber zu schließen, dass man durch Trinken von Milch die Knochen festigen könne und weniger Knochenbrüche im Alter erleiden müsse, stimmt leider nicht.

Da reicht schon der Blick in die Welt. So erleiden in Schweden dreimal so viele Menschen eine Hüftfraktur wie in China, wobei in Schweden Milch ein Grundnahrungsmittel ist und die meisten Chinesen Milch (wegen Laktoseintoleranz) gar nicht vertragen.

Zwei Wissenschaftler von der Harvard University in Boston haben sich mit dieser Frage intensiv auseinandergesetzt. Im New England Journal of Medicine zeigen Walter C. Willet und David S Ludwig auf, dass mit steigendem Milchkonsum das Risiko für Knochenbrüche sogar ansteigt. Warum das so ist, können sie momentan aber noch nicht erklären. Der Körper nimmt sogar dann ausreichend Kalzium auf, wenn ihm nur 1/5 der Menge an Kalzium angeboten wird, die ein Amerikaner durchschnittlich zu sich nimmt.

Manche Studien zeigen, dass ein hoher Milchkonsum zu einer Zunahme der Körpergröße führt.  Für Männer konnte eine Arbeit von Diane Feskanich und Mitarbeiter im amerikanischen Ärzteblatt JAMA zeigen, dass jedes zusätzlich getrunkene tägliche Glas Milch im Jugendlichenalter dazu führte, dass Männer ein um 9% höheres Risiko hatten, eine Hüftfraktur zu erleiden.

Weitere Wirkungen von Milch betreffen auch das Krebsrisiko. Dabei sind die Daten jedoch unschlüssig, indem Milch bei einigen Krebsarten positive, bei anderen negative Auswirkungen hat.

Es besteht also noch einiger Forschungsbedarf. Bis heute ist klar, dass Milch zur Zufuhr von Kalzium nicht nötig ist und dass es für die Gesundheit eher wenig günstig ist. Insofern besteht für Eltern kein Grund ihren Kindern Milch schmackhaft zu machen. Es besteht aber nach momentaner Datenlage auch kein Grund, den Milchkonsum aktiv zu beschränken.

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