Was geht rum? 18. April 2020

Ein Farbenspiel ohnegleichen. Frühling in Oberschwaben. Quelle: ptw

Wie kommen wir zur Normalität zurück? Indem wir uns im Alltag weiterhin unnormal bewegen und Abstand halten. Warum, das zeigt diese Animation der New York Times sehr anschaulich. Der Flug von kleinsten Tröpfchen ist beeindruckend.

Die Öffnung der Schulen und Kindergärten wurde in den letzten zwei Wochen von vielen Seiten diskutiert. Das Coronavirus hat in Deutschland maximal eine Million Menschen infiziert, genau weiß das keiner („Dunkelziffer“ der nicht ernsthaft Erkrankten). Bis wir ein halbwegs normales Leben führen können, müssen also mindestens 50 weitere Millionen Deutsche infiziert sein. Warum nicht bei den Kindern beginnen? Abgesehen von den Neugeborenen, die von der COVID-19 stark betroffen sein können, haben Kinder eher wenig zu befürchten. Nebenbei würde die Kluft zwischen Schülern geschlossen, die zuhause gefördert werden und jenen, die das nicht erleben. Da geht es also auch um den sozialen Zusammenhalt. Wir können solange mal nach Dänemark schauen, die einen Schritt weiter gehen. Dort öffnen Kindergärten und Schulen. Aber unter Auflagen. So müssen Teddybären (Kuscheltiere) beim Eintritt abgegeben und viele andere Regeln beachtet werden.

Mobilität in Stuttgart in den letzten 3 Monaten Quelle: apple

Gerade für Kleinkinder hat sich die Welt massiv verkleinert. Sie lieben den Auslauf, bewegen sich spontan und spielen gerne in Gruppen. Die Mobilitäts-App zeigt, wie stark sich das Virus auf unsere Bewegungen im Freien „walking“) ausgewirkt hat. Für alle Kinder eine enorme Belastung. Gegenüber dem 13. Januar 2020 ist immerhin gleichzeitig der lokale Verkehr („driving“)  zurückgegangen. Weniger Bewegung, aber in besserer Luft. Wer weitere Informationen sucht findet sie vielleicht hier.

Kinderkrankheiten ? Absolut gesehen spielen die Erkrankungen an Mumps keine so große Rolle. Das liegt daran, dass Mumps oft mit geringsten Symptomen verlaufen und damit leicht übersehen werden kann. In diesem Jahr traten traten bislang viermal (49) so viele Infektionen auf wie zur gleichen Zeit im letzen Jahr. Damals war es weniger als eine pro Woche. Woran man Mumps erkennen kann, können Sie hier nochmals nachlesen.

Andere Infektionen kommen nur vereinzelt vor. Rotaviren, sonst ganz vorne dabei im Frühjahr, haben ihre Häufigkeit gedrittelt. Die Infektionen der oberen Luftwege wie Schnupfen spielen kaum eine Rolle. In Anbetracht der Pandemie, werden sie wohl kaum mehr wahrgenommen.

Gräserpollenflug am Bodensee Quelle: pollenundallergie.ch

Die Pollen von Birke und Esche fliegen seit April massiv, wir wir jeden Morgen auf dem gelb bestäubten Auto sehen können. Nun fliegen am Bodensee bereits seit einer Woche die ersten Gräserpollen. Eltern allergischer Kinder müssen sich also auf diese Belastung in den kommenden Wochen vorbereiten. Dabei steht an erster Stelle die Frage, ob alle Notfallmedikamente vorrätig sind. Die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA) unterstreicht nochmals, dass auch in Zeiten von Corona die Standardtherapie fortgesetzt werden sollte. Feuchtinhalationen (z.B. über den PARI-boy) sollten jedoch unterlassen werden. Inhalationen mit Dosieraerosolen („Spray“) oder Pulverinhalationen sind zu bevorzugen.

Zum Schutz vor hohen Belastungen durch Pollen, sind viele weitere Maßnahmen geeignet. Sehr wirksam ist abendliches Duschen und das Schließen der Fenster von momentan 06:00 Uhr bis 09:00 Uhr morgens, da hier der grösste Pollenflug zu erwarten ist.

Was geht in der Welt rum? Im Kongo hat das Ebola-Fieber seit Mitte letzten Jahres bis heute 3.456 Menschen betroffen. Zuletzt schien es, als ob die Infektion vorbei sei. Nun sind im April drei weitere Personen erkrankt, zuletzt ein 7-jähriges Mädchen. Die Zahl der Toten hat sich auf 2.277 summiert. Es gibt also noch schlimmere Erkrankungen als die COVID-19.

Unsere englischen Nachbarn haben schon immer einen Sinn fürs Spezielle gehabt. Im März noch haben dem Corona-Virus noch freien Lauf gelassen, jetzt setzen sie auf Hunde. Die sollen darauf trainiert werden, das Virus zu erschnüffeln, berichtet eine amerikanische Nachrichtenagentur.

Der Frühsommer wird immer schöner. Ich hoffe, Sie können ihn mit Ihren Kindern in freier Natur genießen. Noch mehr hoffe ich, dass die Situation eine Öffnung der Schulen weiter zulässt. Für Ihre Kinder – und auch für Sie als Eltern. Im Moment wird viel von Ihnen abverlangt. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

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