Was geht rum? 09. Mai 2020

Bei Gartenbesitzern nicht beliebt ist der Löwenzahn, der deswegen regional im Ländle mit sehr unschönen Namen aufwartet. Er ähnelt dem Coronavirus und passt somit gut zu dieser Zeit. Quelle: ptw

Heute lesen Sie ein fast Corona-freies praxisblättle. Was es Neues zum Thema Coronavirus gibt, erfahren Sie morgen im „EXTRA-blättle Corona“. Dort habe Ihnen 6 Themen zu verschiedenen Fragen vorbereitet.

Mit dem Regen der letzten Woche hat sich die Natur wieder etwas erholt. Die Pflanzen haben  einen neuen Wachstumsreiz bekommen, der auch die Pollenzahl wieder nach oben schnellen ließ.

Gräserpollenflug am Bodensee Quelle: www.pollenundallergie.ch

Inzwischen kam auch die Wärme hinzu. Der Gräserpollenflug ist im vollen Gange. Für alle allergischen Kinder und Jugendlichen gibt es einige Möglichkeiten, die Pollen-Belastung im Alltag gering zu halten:

  • Bei starkem Pollenflug die Fenster geschlossen halten. Das gilt besonders am Morgen (05:00 Uhr bis 09:00 Uhr) und am Abend. Nachts gibt es so gut wie keinen Pollenflug (ab etwa 21:00 Uhr), da können die Fenster problemlos offen bleiben.
  • Jeder Mensch ist tagsüber draußen Pollen ausgesetzt. Die lassen sich auf der Haut und den Haaren nieder. Abendliches Duschen (am besten mit Waschen der Haare) ist sehr wirkungsvoll, um nahezu pollenfrei ins Bett zu steigen. Wenn Sie das jeden Abend machen, bleibt das Bett von Pollen verschont.
  • Damit die frisch gewaschene Bettwäsche frei von Pollen bleibt, dürfen Betttücher nur im Trockner oder im Keller getrocknet werden. An der frischen Luft nehmen sie erhebliche Mengen an Pollen auf, die nachts den Weg in Nase und Bronchien der Schlafenden finden. 
  • Je schneller die Bewegung an der frischen Luft, umso mehr Pollen geraten ins Gesicht (und damit an die Nase und in die Bronchien). Fahrten im Auto mit geöffneten Fenstern oder gar mit Kindern als Beifahrer auf dem Motorrad oder dem Scooter sind für allergische Kinder und Jugendliche ungünstig. Klimaanlage (am besten mit Pollenfilter) im Auto anschalten.
  • Eine komplett freie Nasenatmung kann oft nicht erreicht werden. Wenn die Nase aber nachts „zu“ ist, sollte mit dem Kinder- und Jugendarzt geklärt werden, welche Medikamente vielleicht doch – wenn auch nur etwas – helfen könnten. Offener Mund heißt: Die Atemluft wird nicht mehr gefiltert und so gelangen Pollen auf direktem Wege in die Bronchien. Das kann den Weg für Asthma ebnen.
  • Und: Natürlich wird das Spiel auf einer Wiese mit vermehrten Beschwerden bestraft. Das ist schrecklich, aber das ist nun mal eine Allergie und diese Krankheit achtet nicht auf die psychische Befindlichkeit. Deswegen sollte das Rasen mähen zuhause nicht den allergischen Kindern aufgetragen werden.

Seit Wochen gibt es eine große gute Nachricht: Nahezu keine weiteren Infektionen. Noch sind die Kinder und Jugendlichen im Ländle kaum von Infektionen – außer der C-Infektion – betroffen. Weiterhin gibt es Windpocken, aber weniger als die Hälfte der üblichen Belastung. Mumps kommt eher gehäuft vor, aber in der letzten Woche kam nur eine Neuerkrankung hinzu.

Dengue-Fieber. Verteilung im Jahre 2006. Quelle Percherie / CC BY-SA http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Was geht in der Welt rum? Während bei uns über das Corona-Virus diskutiert wird, setzt eine andere Virusinfektion ihren Weg um den Globus fort. Die Rede ist vom Dengue-Fieber, das schon mehrfach an dieser Stelle genannt wurde. Weltweit sind die Hälfte der Menschen von ihm bedroht, weil sie in einem Endemiegebiet leben. Im Unterschied zum Coronavirus ist das Dengue-Virus bezüglich Temperaturen anspruchsvoller. Trotzdem erkranken etwa 100 Millionen Menschen jährlich daran, 22.000 versterben. Nun hat das Dengue-Fieber Argentinien mit etwa 43.500 Verdachtsfällen und bislang 21 Toten erreicht. Das kleinere Nachbarland Paraguay berichtet gar von über 215.000 Erkrankungen. Eine Impfung gegen Dengue ist dringend nötig, weil aber alle bisherigen Versuche scheiterten, gibt es keine. Es ist nicht oft nicht so einfach, eine gute und verträgliche Impfung zu entwickeln.

Genießen Sie das sommerlich warme Wochenende in der Natur. Oder auf dem Spielplatz. Mit Anstand und Abstand. Un bleiben Sie zuversichtlich. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.