EXTRA-blättle: Coronaviren bei Kindern (04)

Coronaviren (SARS-CoV-2) in einer Zellkultur Quelle: NIAID, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Wir hören und lesen seit Wochen Nachrichten vom Coronavirus. Jetzt hat das „Innovation Lab“ des Berliner Tagesspiegels die Reise des Virus in unseren Körper optisch nachgezeichnet. Besser als tausend Worte.

Fünf weitere Beträge der letzten Woche haben Bedeutung für die Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Im Folgenden haben wir sie kurz zusammengefasst:

1. Die Kinder- und Jugendärzte in Deutschland fordern Öffnung von Schulen und KiTas

Die Deutlichkeit war dann doch überraschend. Vor wenigen Tagen forderten die Kinder- und Jugendärzte über die verschiedenen Verbände eine vollständige Öffnung aller Schulen und Kindergärten in Deutschland. In Ihrer Stellungnahme begründen sie ihre Haltung mit Fakten aus der Wissenschaft. Darunter sind einige Studien, die bereits im praxisblättle diskutiert wurden.

2. Erwachsene, Männer, Städter: Wer wird häufiger positiv auf Corona-Virus getestet? 

Zu dieser Frage hat das Royal College of General Practitioners (RCGP) eine Studie in England mit Hilfe des RCGP Research and Surveillance Centres durchgeführt. Über das Netz von Arztpraxen in Großbritannien wurden zwischen Januar und April 2020 Daten von 3802 Rachen-Abstrichen auf das neue Coronavirus durchgeführt. Von diesen fielen 587 Test positiv auf. Bei den positiven Test zeigten sich markante Trends:

  • Bei Männern (18.4%) war der Test häufiger positiv als bei Frauen (13.3%). Risiko für Männer: 1.55 Mal häufiger positiv
  • Bei den Erwachsenen von 40-64 Jahren (18.5%) war der Test häufiger positive als bei Kindern und Jugendlichen (4.6%). Risiko für Erwachsene: 5.36 Mal häufiger positiv
  • Menschen in der Stadt (26.2%) wurden häufiger positiv getestet als auf dem Land (5.6%). Risiko für Menschen in der Stadt: 4.59 Mal häufiger positiv

Auch Menschen mit Nierenerkrankungen und Übergewicht wiesen höhere Werte aus. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen sind deutlicher als erwartet.

3. Katzen können auch an COVID-19 erkranken

Katzen können sich wohl leicht  mit den neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) anstecken. Das ergab eine Studie aus Madison in Wisconsin. Dabei wurden 3 Katzen mit dem Virus eines an COVID-19 erkrankten Menschen infiziert. Danach wurden diese Katzen wiederum mit gesund Katzen zusammen gebracht und übertrugen das Virus. Diese Katzen wurden dann bereits nach 2 Tagen positiv auf das Coronavirus getestet und schieden es 4 Tage über die Nase aus. Keines der Tiere erkrankte jedoch.

Im Unterscheid zu Katzen infizieren sich Hunde und Schweine seltener mit dem Coronavirus. Katzen geben das Virus jedoch leicht an andere Katzen weiter.

Es bleiben noch Fragen: Katzen könnten recht häufig infiziert sein, da sie sich untereinander leicht anstecken können. Ob sie aber ebenso leicht auch Menschen anstecken ist völlig offen.

4. Großes Risiko, vermutlich kein Nutzen: Dampfinhalation in Zeiten von Corona

Im letzten Jahrhundert wurden Dampfinhalationen bei jeglichen Atemwegsinfektionen https://www.nature.com/articles/s41586-020-2349-yeingesetzt. Der Nutzen dieser Maßnahme soll in der Verflüssigung von zähem Schleim und Öffnen der Atemwege liegen. Gesichert ist das bis heute aber nicht, wie auch eine Studie nochmals betont. Kinder – und Jugendärzte erleben jedoch immer wieder Verbrühungen, die hierunter auftreten.

Ein aktueller Bericht im Lancet zeigt, dass parallel zur Coronavirus-Pandemie auch die Zahl der Verbrühungen bei Kindern anstiegt. Dieser Anstieg fiel besonders auf in Regionen mit großer Häufigkeit an COVID-19-Erkrankungen und bei Bevölkerungsgruppen aus Asien, die aus in Großbritannien leben.

Wie wir es sehen: Dampfinhalationen haben keinen belegten Nutzen, aber das Risiko, dass Kinder versehentlich Verbrühungen erleiden. Klares Nein!

5. Gibt es bald eine Therapie zur Vorbeugung von COVID-19?

Eine Forschergruppe aus der Schweiz, Frankreich und den USA hat vor wenigen Tagen eine Arbeit veröffentlicht, in der sie von monoklonale Antikörpern berichten. Diese Antikörper wurden einem Patienten nachgewiesen, der 2003 eine schwere SARS-Infektion überstanden hat. Es zeigte sich, dass diese Antikörper (S309) auch gegen die Spikes des SARS-CoV-2 wirksam sind. Damit könnten sie verhindern, dass das neue Coronavirus in Zellen eindringen kann. Ein spannender Ansatz. Bleibt zu hoffen, dass er sich im klinischen Alltag umsetzen lässt.

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