Zöliakie – neuer Stellenwert der Blutwerte

Zotten der Darmschleimhaut Quelle: pixabay, JimCoote

Die Zöliakie ist eine Immunerkrankung, die den gesamten Körper betrifft. Ihre Diagnose ist nicht ganz einfach zu stellen, weswegen sie zu den 10 am häufigsten übersehenen Erkrankungen gehört.

Warum ist das so? Es gibt weder ein Symptom noch eine Untersuchungsmethode, die eine Diagnose sichern. Es gibt jedoch Hinweise, die bei Kindern und Jugendlichen den Verdacht auf Zöliakie begründen. Diese führen wie ein Puzzle zur Diagnose. Zur Sicherung ist in aller Regel eine Vorstellung beim Spezialisten erforderlich, dem Kindergastroenenterologen, erforderlich. Die wichtigsten Hinweise auf die Zöliakie sind in einem Beitrag des praxisblättle vom letzten Jahr zusammengefasst.

Obwohl ungefähr 1% aller Kinder und Jugendlichen von der Zöliakie betroffen sind, dauert es manchmal Monate und Jahre bis die Diagnose gestellt werden kann. In den letzten Jahren hat sich in dieser Hinsicht vieles verbessert. Diese Neuerungen sind in den Zöliakierichtlinien der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (ESPGHAN) niedergelegt, die zuletzt Anfang 2020 neu veröffentlicht wurden mit zwei wichtigen Änderungen:

  1. Die Untersuchung der Schleimhaut des Zwölffingerdarmes ist weniger wichtig als bisher. diese sog. Biopsie ist nur noch bei speziellen Konstellationen empfohlen.
  2. Im Gegenzug ist die Bedeutung der Serum-Untersuchung deutlich gestiegen. Dort lassen sich die spezifischen Auto-Antikörper treffsicher messen. Ebenso stehen auch genetische Untersuchungen zur Verfügung, die in einzelnen Fällen die Diagnose sicher bzw. ausschließen könne.

An der Therapie hat sich nichts geändert. Sie besteht aus einer konsequenten, lebenslangen glutenfreien Diät. Als „glutenfrei“ gelten Nahrungsmittel mit einem Glutengehalt unter 20ppm (mg/kg).

Sehr hilfreich sind für Betroffene oder Interessierte die interaktiven Onlinekurse, die vom EU-Projekt „Focus IN CD“ kostenfrei angeboten werden.

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