Morbus Perthes: Mehr als Gelenkschmerzen

Lebenslust Quelle: ptw

Kinder leben meist unbeschwert, machen sich über ihren Körper erstmal wenig Gedanken. Sie lieben es auszutesten, was körperlich geht.

Klagt ein Kind also über Gelenkschmerzen oder beginnt es zu hinken, ist dieses Verhalten außergewöhnlich. Es kann ein Zeichen für einen Morbus Perthes sein. Diese Krankheit ist schon  lange bekannt, ihre Ursache aber bis heute nicht sicher geklärt. Man nimmt an, dass eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes zum Absterben von Knochenanteilen (Osteonekrose) im Hüftkopf führen.

Betroffen sind meist Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren, wobei Jungen viermal so oft am M. Perthes erkranken wie Mädchen. Die typischen Symptome sind allesamt eher schwach, auch wenn die Erkrankung manchmal schon weit fortgeschritten ist. Kinder ziehen sich häufig aus ihrem normalen Alltag still und leise zurück.

  • schmerzloses Hinken
  • Lauffaulheit
  • manchmal leichte Schmerzen in Knie, Leiste oder Hüfte.
  • dazwischen symptomfreie Intervalle

Röntgenbild des Beckens und der Hüfte. Der Hüftkopf links (also rechts im Bild) ist abgeflacht und fleckig als Ausdruck der Knochenzerstörung. Quelle: www.doctorrafaelcasielles.com

Die Diagnose wird im Röntgenbild gestellt. Im frühen Stadium ist die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) die sicherste Methode zur Feststellung des M. Perthes. Auch der Ultraschall kann gewisse Hinweise geben. Hier ist eine Ergußbildung – wie sie ansonsten beim Hüftschnupfen gefunden wird – über mehr als 2 Wochen – hinweisend.

Die Therapie hat das Ziel, den Krankheitsverlauf abzumildern und Spätschäden zu verhindern. Eine ursächliche Therapie der Veränderungen am Knochen gibt es nicht. Es gibt konservative Therapien und orthopädisch-chirurgische, die je nach Schwere und Verlauf eingesetzt werden.

Je nachdem, in welchem Alter und Stadium die Erkrankung bemerkt wird, unterscheidet sich die Prognose. Etwas mehr als die Hälfte aller Betroffenen weisen im Erwachsenenalter keine Spätschäden auf. Das bedeutet aber auch, dass bei der anderen Hälfte die Erkrankung als Beginn einer Arthrose (Präarthose) einzuschätzen ist. Aber selbst bei günstigsten Verlauf ist mit einer Selbstheilung erst nach 2 bis 4 Jahren zu rechnen.

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