Was geht rum? 04. Juli 2020

Was noch vor wenigen Tagen blühte, wird bald dafür sorgen, dass wir an kälteren Tagen wieder frische Rösti essen können. Quelle: ptw

Infektionen werden wieder vermehrt beobachtet. In Kindergärten gibt es einige fiebernde und schnupfende Kinder, wie in den besten Wintertagen. Und viele fragen sich, ob das nun ein normaler Infekt oder vielleicht doch eine Coronainfektion sein könnte. In solchen Fällen, also bei Symptomen, kann getestet werden. Das bringt Klarheit. Bislang sind es aber im Ländle fast immer sog. banale Infekte.

Warn-App. Quelle: ptw

Schauen wir einmal die Corona-Warn-App genauer an. Dort ist bei mir alles im „grünen Bereich“. Dort steht aber auch, dass ich an „16 von 14 Tagen aktiv“ war. Ups. Hatten die Programmierer der gefeierten App in der heißen Phase der Pandemie keinen Mathe-Unterricht mehr? Oder habe ich die letzten 2 Wochen einfach extrem gut – zu 114,29% genutzt?

Häufigkeit PIMS / MIS-C gegenüber COVID-19. Quelle: DGPI

In diesen Corona-armen Zeiten lohnt sich ein Blick zurück. Was hat das Coronavirus alles gemacht? Und wie haben wir darauf reagiert? Erinnern Sie sich noch, wie plötzlich alle vom  Kawasaki-Syndrom sprachen? Das beherrschte zwei Wochen die Meldungen und verschwand so schnell wie es gekommen war. Inzwischen hat sich der Name des Krankheitsbildes geändert, weil sich zu viele Unterschiede zum (bekannten) Kawasaki-Syndrom zeigten: Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) (In den USA wird PIMS als „multisystem inflammatory syndrome in children“ (MIS-C) bezeichnet). Von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie kommen nun erste Beobachtungen. So erkrankten nach Meldungen der Kinderkliniken 40 Kinder in Deutschland an PIMS, die meisten – so zeigt es die Graphik – zwei Wochen nach der höchsten Belastung mit COVID-19. Weltweit sind über 1000 Fälle von PIMS bzw. MIS-C bekannt.

Gräserpollenflug am, Bodensee Ende Juni 2020. Quelle: pollenundallergie.ch

Der Flug der Gräserpollen wird auch an diesem Wochenende – je nach Wetter – vermutlich stark schwanken. Die Graphik zeigt die Werte vom Bodensee von Ende Juni. Am Oberrhein liegt die Pollenbelastung niedriger, in den Bergregionen eher höher.

Und nochmal zurück zu den Infektionen. Wie in der letzten Woche keine Masern, kein Mumps und keine Röteln. Für Windpocken und Keuchhusten werden wenig Erkrankungen gemeldet. Der Anstieg von FSME-Erkrankungen ist jedoch enorm: In der Vorwoche waren es 18 Neuerkrankungen, nun sind es gar 22. Damit sind in diesem Jahr in Baden-Württemberg fast doppelt so viele Fälle an dieser Zecken-vermittelten Krankheit zu verzeichnen. Abendliche Untersuchung der Kinder (und auch persönlich) auf Zecken ist die eine Möglichkeit um sich zu schützen. Die andere ist die Anwendung von Repellentien (Mückenschutz), die Icaridin oder DEET enthalten.

Impetigo contagiosa – Borkenflechte im Anfangsstadium. Quelle: ptw

Typisch für die Jahreszeit, wenn es warm und feucht ist, sind bakterielle Hautinfektionen bei Kindern wie die Impetigo contagiosa. Im Deutschen oft „Borkenflechte“ genannt. Diese Entzündung der Haut ist eine nässende, schuppende und Blasen bildende Erkrankung, die durch Bakterien in kleinen Wunden ausgelöst wird. Im Anfang zeigt sich eine Rötung. Recht schnell bildet sich ein Bläschen, was in kurzer Zeit grösser wird und schließlich platzt. An seiner Stelle bildet sich ein nässender Grund aus. Meist sind Staphylokokken die Ursache, aber auch Streptokokken (die den Scharlach auslösen) können beteiligt sein. Eine umgehende Untersuchung beim Kinder- und Jugendarzt ist wichtig, um einen massiven Befall zu verhindern.

Was geht in der Welt rum? Aus Tunesien werden aus dem Gouvernement Tataouine 130 Infektionen mit Typhus gemeldet. Die Bevölkerung wurde darauf hingewiesen, nur Trinkwasser aus sicheren Quellen zu verwenden. Eine Übertragung ist auch über Lebensmittel möglich. Für Reisende gilt, auf gute Hygiene bei Wasser und Nahrungsmitteln zu achten. Eine Impfung steht zur Verfügung. Ob sie individuell sinnvoll ist, sollte mit einem Reisemediziner vor der Reise besprochen werden.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

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