Was geht rum? 11. Juli 2020

Ein großzügiges Speiseeis an einem heißen Sommertag - kaum zu toppen. Quelle: ptw

Seit nun zwei Wochen gehen Grundschüler wieder zur Schule und die Kleinen in den Kindergarten. Bislang wurden nur vereinzelt mit dem Coronavirus infizierte Kinder entdeckt. Durch die konsequente Ermittlungsarbeit der Gesundheitsämter konnten die Infektionsketten schnell unterbrochen werden.

Wiesen-Bärenklau. Er wächst munter am Wegesrand, wo sich anderes Grün kaum entwickeln kann. Quelle: ptw

Draußen grünt es wunderbar. Und es scheint, dass der Wiesenbärenklau besonders gut gedeiht. Für Kinder hat diese Pflanze so ihre Tücken. Wenn Sie mehr erfahren wollen, finden Sie hier weitere Informationen.

Die Natur zeigt ihre ganze Diversität. Die Gräserpollen fliegen stark, aber nicht mehr so stark wie in den letzten Wochen, auch der Wegerich entlässt seine ersten Pollen in die Lüfte. Beifuß und Ambrosia sind noch in der Ruhephase.

Magen-Darm-Infektionen durch Bakterien sind in den Sommermonaten gehäuft. An erster Stelle stehen hier Infektionen mit Campylobacter jejuni. Dieser Erreger kommt bei Wild- und Nutztieren (Rinder, Schweine, Geflügel) vor und wird meist über Nahrungsmittel übertragen: Hühnerfleisch, Rohmilch, gelegentlich auch kontaminiertes Trinkwasser. In der Osterwoche erkrankten in Baden-Württemberg 39 Personen, in der vergangenen Woche waren es bereits 218. Besonders betroffen war der Ortenaukreis mit 24 Fällen. Trotz allem liegen die Zahlen noch um ein Drittel niedriger als im letzten Jahr. Betroffen sind oftmals Kleinkinder, die mit Durchfall (teilweise blutig), krampfartigen Bauchschmerzen und Fieber (bis 40 Grad) erkranken. Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig. Eine Therapie ist nur selten erforderlich.

Rohes Ei auf der Tischplatte. Ein Risiko für die Aufnahme von Salmonellen. Quelle: pixabay, stevepb

Die Symptome der Campylobacter-Infektion ähneln denen der Salmonellose. Letztere kommt seltener (29 Erkrankungen in der letzten Woche) vor, verläuft aber in aller Regel heftiger und länger. Die Ansteckung geht meist über Speisen mit rohen oder nicht ausreichend gekochten Eiern. Da inzwischen für einige Geflügel eine Impfpflicht gegen Salmonellen besteht, ist das Risiko heute deutlich geringer als früher.

Viele Kleinkinder erkranken zur Zeit an Schnupfen, einige mit Fieber. Sofort steht die Frage im Raum: Ist das eine Coronainfektion? Zuallermeist nein. Seit 2 Wochen haben Kinder im Regelbetrieb von Kita und Grundschule die Gelegenheit Erreger auszutauschen. Wir Ärzte und auch die Gesundheitsbehörden testen häufiger. Dadurch versuchen wir besser zu verstehen, was „normale“ Infekte sind und was eine COVID-19-Infektion ist. Übrigens, auch leichte „normale“ Infekte werden zu mindestens 10% durch Coronaviren ausgelöst. Diese harmloseren Varianten des Virus kommen schon seit Jahrzehnten bei uns vor und ihre Infektionen verlaufen fast immer schwach. Bei den Testungen schauen wir deswegen nur nach SARS-CoV-2, dem neuen Coronavirus.

Wenn Sie als Eltern Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht haben, schreiben Sie gerne einen Kommentar oder eine Anfrage. Wichtig ist immer, wie Sie im Alltag von Kita und Schule die Situation für sich und Ihre Kinder einschätzen.

Was geht in der Welt rum? Viele Länder sind für uns Deutsche durch die Reisewarnung kaum erreichbar. Weit weg und dennoch erreichbar ist La Réunion, eine Insel im Indischen Ozean bei Madagaskar. Diese Insel ist französisches Staatsgebiet und damit Teil der Europäischen Union. Dort gib es gerade einen Ausbruch des Dengue-Fiebers mit 14.900 Erkrankungen und 13 Todesfällen. Wichtigste Maßnahme: Guter Mückenschutz.

Ich wünsche Ihnen ein sommerlich warmes Wochenende zum Entspannen mit Ihrer Familie.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

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