Säuglinge können gestillt werden, auch wenn ihre Mütter an COVID-19 erkrankt sind

Stillen Quelle: pixabay, Bruno/Germany

Dürfen Mütter, die mit dem SARS-CoV-2 Virus infiziert sind, ihr Baby stillen? Eine von vielen Fragen, die erst seit kurzem recht klar beantwortet werden kann. Ja, sie dürfen.

Dafür sprechen Daten, die gerade im angesehenen Fachjournal The Lancet erschienen sind. Die Autoren Christine M. Salvatore und Mitarbeiter haben dazu an den 3 Kliniken der New York Presbyterian Hospitals Mütter untersucht, die zwischen Ende März und Mitte Mai ihre Kinder zur Welt brachten. Von 1481 Gebärenden wurden 116 (8%) positiv auf das Coronavirus getestet. Von den 120 Kindern (auch Zwillinge) wurden am Tag nach der Geburt alle negativ auf das Virus getestet.

Allen Müttern wurde das Stillen erlaubt, sie sollten hierbei jedoch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen und vorher und nachher die Hände desinfizieren. Von den Müttern, die nach einer Woche noch in der Klinik waren stillten noch 78%. Unter den 82 Kindern, die zu dieser Zeit noch in der Klinik waren konnten 79 (96%) nochmals auf das Coronavirus untersucht werden: alle negativ. Auch die 72 Kinder, die nach zwei Wochen nochmals getestet wurden, zeigten einen negatives Corona-Testergebnis. Alle Kinder hatten zu keiner Zeit Zeichen einer COVID-19.

Das Stillen selbst wird beim SARS-CoV-2 schon immer als unproblematisch angesehen. Für sehr viele Virus-Infektionen (nicht bei HIV: hier ist Stillen nur unter einer antiviralen Therapie möglich) ist nachgewiesen, dass sie nicht über die Muttermilch übertragen werden und zur Infektions des Kindes führen.

Fazit: Unter der Bedingung, dass die Coronavirus-infizierten Mütter beim Stillen einen MNS tragen und ihre Hände vor und nach dem Stillen desinfizieren, wurde nachweislich kein Neugeborenes angesteckt.

 

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