Was geht rum? 22. August 2020

Gestern noch am See, von warmen Lüftchen umschmeichelt .... Quelle: ptw

Mit hoher Sonneneinstrahlung steigen die Konzentrationen von Ozon in der Luft.. Ozon entsteht vorwiegend aus Stickoxiden und seine Konzentration ist gerade auch in Gebieten

Ozonbelastung gestern in Pforzheim. Quelle: ptw

mit sonst eher geringen Schadstoffwerten hoch. So kommt es, dass auf dem Lande die Werte meist höher sind als in den Städten. Mit der noch starken Sonneneinstrahlung am Donnerstag und Freitag stiegen die Werte erneut. Betroffen waren viele Orte im sonnigen Rheintal wie etwa Baden-Baden. Aber auch Pforzheim und Heilbronn zeigten leicht erhöhte Werte. Das Reizgas Ozon kann Kindern und Jugendlichen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder Mukoviszidose zusetzen. Die Zeit der Ozonbelastungen geht nun aber zu Ende. Wir sehen die Sonne schwächer und kürzer.

Viele Familien sind in Urlaub. Einige nutzen die Gelegenheit, um ihre Verwandten und Freunde in den Heimatländern zu besuchen. Kinder mit Familien reisen dabei meist mit dem Flugzeug, um die Belastung für Kinder gering zu halten. Aber wie hoch ist denn das Risiko sich im Flugzeug anzustecken? So ganz genau weiß das niemand. Eine gerade erschienene Studie kann jedoch Hinweise geben. Darin analysieren die Autoren um Sebastian Hoehl von der Universität Frankfurt am Main einen Flug vom März 2020, als noch keine Maskenpflicht beim Fliegen bestand. Wer die PDF-Datei herunterlädt kann in einer einfachen Graphik sehen, wie sich die Infizierten im Flugzeug verteilten. Welchen Effekt die Maskenpflicht heute hat, ist leider noch nicht klar belegt. Sinnvoll ist sie jedoch auch im Flugzeug.

Die übrigen Infektionen sind wenig bedeutsam. Selbst bei den Kinderkrankheiten besteht nur wenig Aktivität: Keuchhusten, Mumps und Masern traten in der letzten Woche jeweils einmal in ganz Baden-Württemberg auf. Paradiesische Zustände, die bald Vergangenheit sein dürften.

Ab diesem Wochenende haben es die Pollen schwerer, die Menschen im Land zu ärgern. Gestern noch im heißen Aufwind, kommen jetzt Wetterbedingungen, die nur leichte und kurzzeitige Pollenflüge zulassen. Die Allergiker können frei atmen.

In dieser Woche hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Vorschlag der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Instituts (STIKO) aufgenommen und das Impfschema für die Säuglinge vereinfacht. Bei vergleichbar gutem Impfschutz sind ab sofort statt bisher 3+1 nur noch 2+1 Impfungen für einen guten Impfschutz mit der Sechsfachimpfung (Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B) erforderlich. Somit entfällt ein Impftermin. Vergleichbarer Schutz, ein Impftermin weniger – eine gute Sache.

Einige Länder sind schon soweit. In Baden-Württemberg liegt der Termin der Einschulung noch weit in der Ferne. Klar ist aber: Die Schul-Eingangsuntersuchungen der Gesundheitsämter sind der Corona-Pandemie weitgehend zum Opfer gefallen. Für Kinder, die regelmäßig zu den U’s – den kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen – vorgestellt werden ist das kein Problem. Für die anderen, die oft mehrfach benachteiligt sind, kann das jedoch ernste Folgen haben. In den letzten Wochen haben viele Ämter die Eingangsuntersuchungen in geringem Umfang nachgeholt. Die Lücke kann aber bis zum Schulbeginn unmöglich geschlossen werden. Eine der schwerwiegenden Folgen eines unsichtbaren Virus.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber ist eine enorm bedeutsame Infektion, die vorwiegend in den Tropen vorkommt. Inzwischen sind Hitzewelle in Europa kaum eine echte Besonderheit mehr. So erstaunt es nicht, dass kürzlich die erste Infektion mit dem Dengue-Virus auch in Frankreich, in der Provinz Okzitanien ganz im Süden, erworben wurde.

Ich wünsche Ihnen ein heiteres Wochenende.

Ihr

Peter Th. Wolff

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