Masern-Impfpflicht

Das Gesetz ist für alle gleich. Quelle: pixabay, Ezequiel Octaviano

Sie wurde just damals eingeführt als das Coronavirus in Europa einfiel: Die Masern-Impfpflicht. Und sie gilt schon seit dem 01. März 2020. Durch die vielen anderen medizinischen Probleme rückte dieses Thema sofort in den Hintergrund. Langsam, mit der Öffnung der Kindergärten und Schulen, kommt es wieder zum Tragen. Wir wollen hier einige Fragen beantworten, die sich Ihnen in den kommenden Wochen stellen könnten.

Wer unterliegt der Impfpflicht gegen die Masern?

Zunächst einmal alle Kinder (nach dem ersten Lebensjahr) und Jugendlichen, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Dabei ist es gleich, ob es sich um einen Kindergarten, eine Grund-, Werkreal- und Realschule oder um ein Gymnasium handelt. Auch Schüler an Berufsschulen und andere Bildungsstätten unterliegen der Masernimpfpflicht.

Schülerinnen und Schüler, die neu in eine Schule kommen müssen den Impfschutz mit dem Eintritt in die neue Schule nachweisen. Das betrifft beispielsweise Schüler in diesem September, die von der Grund- in die Realschule wechseln. Die Schule wird diesen Nachweis verlangen. Alle anderen, die in der gleichen Schule bleiben müssen den Impfschutz gegen Masern bis spätestens 31. Juli 2021 (also zum Ende des jetzt beginnenden Schuljahres) nachweisen.

Auch die Lehrer / Betreuer sind betroffen

Ja. Auch die Lehrerinnen und Lehrer in Schulen sind betroffen, Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten ebenso. Das gilt jedoch nur für Personen, die nach 1970 (als frühestens am 01.01.1971) geboren wurden. Der Nachweis muss bei Beginn der Tätigkeit in einer Schule sofort geführt werden. Für Lehrer, die bereits an einer Schule tätig sind und tätig bleiben ist der Nachweis spätestens bis zum 31. Juli 2021 zu erbringen.

Was muss genau nachgewiesen werden?

Letztlich geht es dem Gesetzgeber darum, dass die Ausbreitung der Masern gestoppt wird. Der persönlich Schutz gegen Masern kann nachgewiesen werden durch:

  • Eine durchgeführte zweimalig Impfung. Als Nachweis gilt der Eintrag einer Masernimpfung im persönlichen Impfausweis, der in der Schule bzw. im Kindergarten vorgelegt wird.
  • Alternativ kann ein ärztliches Zeugnis über eine ausreichende Immunität gegen Masern vorgelegt werden (Nachweis von schützenden Masern-IgG-Titern). Die Kosten hierfür trägt der Patient in der Regel selbst (keine Kassenleistung).

Können Personen von der Impfpflicht ausgenommen werden?

Ja. Es gibt eine eher kleine Gruppe von Menschen, die nicht geimpft werden können. Das sind oft Personen mit einer angeborenen oder krankheitsbedingten Abwehrschwäche. Liegen solche Gründe gegen die Durchführung einer Impfung vor, können Eltern gegen Vorlage eines ärztlichen Attests ihr Kind von der Impfung ausnehmen. Vergleichbares gilt für Lehrer und Lehrerinnen (z.B. während einer Schwangerschaft).

Es gibt (noch) approbierte Ärzte, die sich dazu hinreisen lassen und falsche Atteste ausstellen. Wie ein Film vom frontal 21 (ZDF) zeigt geht die kriminelle Energie soweit, dass gegen Zahlung von 10 € sogar Bescheinigungen für Kinder ausgestellt werden, die es gar nicht gibt. Damit erfüllen sie einen strafrechtlichen Tatbestand und müssten eigentlich verfolgt werden.

Warum gibt es überhaupt die Masern-Impfpflicht?

Die Masern sind eine der höchst ansteckenden Erkrankungen weltweit. Und sie gehören zu den besonders gefährlichen Erkrankungen. So führen die vielen Komplikationen bei dieser Krankheit bei einem von 1000 – 1500 erkrankten Kindern oder Erwachsenen zum Tod. Detaillierte Informationen finden Sie im praxisblättle.

Wo kann ich weitere Informationen finden?

Das Thema Masernschutzgesetz sieht auf den ersten Blick einfacher aus als gedacht. Wenn Sie weitere Fragen haben, werden Sie vermutlich auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit zum Masernschutzgesetz eine kompetente und verständliche Antwort finden.

1 Kommentare

  1. Pingback: Keuchhustenimpfung für Schwangere – praxisblättle

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