Appendizitis – und doch keine Operation?

Fertig zur Operation. Quelle: pixabay, Alexas Fotos

Für viele Menschen ist die „Blinddarmentzündung“ ein großer Schrecken. Blinddarm? Der ist eigentlich gar nicht betroffen, das deutsche Wort ist irreführend. Entzündet ist der Wurmfortsatz des Blinddarmes, also ein kleines Anhängsel (lateinisch: Appendix). Deswegen bleiben wir mal beim medizinischen Wort für das Problem: Appendizitis – also Entzündung des Anhängsels.

Üblicherweise wird eine Appendizitis chirurgisch behandelt. Die Operation erfolgt entweder klassisch über einen Unterbauchschnitt oder laparoskopisch, also mit Hilfe einer Optik (meist über einen kleinen Schnitt im Nabelbereich) und zwei weitere kleinste Schnitte am rechten Unterbauch, über die die Arbeitsgeräte eingeführt werden.

Schon länger gibt es Berichte über eine Behandlung der Appendizitis ohne Operation. Hierbei werden Antibiotika eingesetzt, um die Entzündung des Wurmfortsatzes in den Griff zu bekommen und damit einen chirurgischen Eingriff vermeiden zu können. Nun liegt eine gute Studie aus dem renommierten JAMA (Journal of the American Medical Association) vor.

Die Autoren der Studie um Peter C. Menneci aus den USA untersuchten 1068 Kinder und Jugendliche (7-17 Jahre) mit unkomplizierter Appendizitis aus 10 verschiedenen Kliniken in 7 Bundesstaaten. Von ihnen wählten 370 Kinder bzw. ihre Eltern (35%) die nicht-operative Behandlung mit Antibiotika. Nach einem Jahr konnten über 75% aller Patienten kontrolliert werden. Dabei zeigte sich, dass von den Kindern mit Antibiotikatherapie 67.1% nicht operiert werden mussten. Darüber hinaus hatten sie weniger Fieber als die operierten Kinder und der Aufenthalt in der Klinik war kürzer (6.6 Tage gegenüber 10.9 Tagen).

Für die unkomplizierte Appendizitis scheint die konservative Therapie mit Antibiotika eine echte Alternative zur chirurgischen Intervention zu sein.

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