Was geht rum? 05. September 2020

Wann kommt das Ende des Tunnels? Wir wissen es nicht. Quelle: ptw

Im September kommt jedes Jahr der erste Impfstoff gegen Influenza (Grippeimpfstoff) auf den Markt. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland für die Sicherheit der Impfstoffe steht, hat vor wenigen Tagen 13,6 Millionen Impfdosen freigegeben. Schon äußern sich erst Stimmen zu diesem Thema. Gesundheitsminister Spahn rät zur Grippeimpfung auch bei Kindern, es sei  genügend Impfstoff da.

In diesen Tagen sind unsere Kinder so gesund wie noch selten. Das hängt mit der Jahreszeit zusammen. Und mit dem Abstand, den Hygieneregeln und dem Mund-Nasen-Schutz – kurz, den AHA-Regeln. Die schützen nicht nur vor dem Coronavirus, sondern vor vielen anderen Erregern ebenso. Der September ist also günstig, um sich und seine Kinder für schwierige Zeiten zu rüsten. Das heißt in in diesem Fall, an die Impfungen zu denken. Drei Aspekte sind besonders interessant:

Erstens. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung, MMR-Impfung. Die AHA-Regeln haben dazu geführt, dass über vier Monate in Baden-Württemberg keine einzige Masern-Infektion auftrat. Das wird sich ändern, wenn wir näher beieinander sein werden, wie in der Schule oder der Kita. Also unbedingt jetzt nachsehen, ob Ihre Kinder zweimal gegen MMR oder noch besser MMRV (mit Varizellen = Windpocken) geimpft sind.

Zweitens. Der Schutz gegen Keuchhusten hält immer nur wenige Jahre, muss also mehrfach aufgefrischt werden. Vor der Einschulung, wenn Kinder bald mit neuen Klassenkameraden zusammen kommen, macht es Sinn den Schutz zu erneuern, zusammen mit Tetanus und Diphtherie als sog. TdaP. Auch der Keuchhusten wird wieder vermehrt auftreten, wenn der reguläre Schulbetrieb startet. Und den wünschen sich alle.

Drittens. Jetzt sind wir wieder bei der Grippeimpfung. Alle denken dann an die Risikogruppen und meinen die über 60-Jährigen, die unbedingt geimpft sein sollten. Die tun sie aber nur zu etwa 35%, wobei über die letzten 10 Jahre diese Quote sogar weiter absank. Ebenso sollte man auch an die Kinder denken, die alle von dieser Impfung profitieren und damit – nebenbei – auch die älteren Menschen wie Oma und Opa schützen. In Baden-Württemberg ist die Grippeimpfung ab dem 6. Lebensmonat empfohlen (Sozialministerium), so wie es die WHO empfiehlt. Der wohl beste Zeitpunkt für diese Impfung ist im Laufe des November. Damit reicht der optimale Schutz bis in den März des folgenden Jahres hinein.

Nein, im Moment blühen keine Krokusse. Es sind die zarten Blüten der Herbstzeitlose, die wir sehen. Leider giftig! Quelle: ptw

Neben vereinzelten harmlosen Atemwegsinfekten gibt es nur wenige bedeutsame Infektionen. Im ganzen Ländle erkrankten in dieser Woche drei Personen an Keuchhusten, keine an Masern. Die FSME ist trotz der zuletzt kühlen Temperaturen noch mit neun Neuerkrankungen vertreten. Mit insgesamt 294 FSME-Fällen in diesem Jahr sind die Zahlen mehr als doppelt so hoch. Im letzten Jahr waren es Anfang September noch 140 Menschen, die infiziert worden waren.

Das sommerliche Wetter dieser Tage führt doch noch einmal zu einem spürbaren Pollenflug: Spitzwegerich und Ambrosia. Für beide sind Allergien bei Kindern und Jugendlichen aber eher selten. Gleiches gilt auch für die Belastung mit Schimmelpilzsporen, die sich in den nächsten 2 Tagen verstärkt in die Lüfte schwingen dürften.

Was geht in der Welt rum? Urlaube in fernen Ländern finden im Moment kaum statt. Viele Familien aus Baden-Württemberg besuchen jedoch Österreich und die Schweiz. Und auch dort begegnen sie den Zecken. In unserem beschaulichen Nachbarland ist die Zahl der an FSME Erkrankten auf inzwischen 380 Personen (Ende August) angestiegen. Damit liegt sie bezogen auf die Einwohnerzahl deutlich höher als in Baden-Württemberg. Beim Wandern also trotz aller Idylle den kleinen Feind Zecke nicht vergessen.

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende zwischen sommerlicher Hitze und herbstlichen Morgenstimmungen.

Ihr

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