Das tägliche Schnitzel auf dem Teller

Schnitzel mit Pommes Quelle: pixabay, Hans Braxmeier

Was meinen Sie: Wie viele Schweine lebten im letzten Jahr in den Niederlanden? Es sind 12 Millionen. Umgeben werden sie von 17 Millionen Menschen. In Deutschland leben bei fünf Mal so viel Einwohnern 25 Millionen Schweine.

Das bekommen aber nur 18,9 Millionen Menschen mit. So viele Menschen leben in Deutschland auf dem Lande. Dort leben sie also mit 25 Millionen Schweinen. Den Städtern erscheinen die Schweine vorzugsweise als Fleisch an der Theke. Für die Menschen auf dem Lande bietet sich manche Idylle. Was die Nase aber an Gestank aushalten muss ist schon enorm. Die Tierhaltung findet zumeist in Ställen statt, die immer größer werden. Und Winde können Gerüche sehr weit tragen. Gerade in Zeiten, wenn die Natur von besonderer Schönheit und voller guter Düfte ist, wie im Frühjahr und im Herbst. Dann wird oftmals auch der Dung auf den Felder verteilt und attackiert zarte Nasen.

Der Gestank verschwindet, wenn die Gülle ins tiefere Erdreich absackt. Auf dem Weg dorthin vermag das darin enthaltene Nitrat (HNO3) den Pflanzen als Stickstoffspender dienen. Diese Düngung lässt viele Pflanzen intensiver wachsen. Auf ihrem weiteren Weg erreichen die Nitrate jedoch das Trinkwasser. Und das steht irgendwann auf unserem Küchentisch. Und dient dabei auch zur Zubereitung der Nahrung von Babies. Besonders bei ihnen kann es im Darm aufgrund der speziellen Darmflora in Nitrit umgewandelt werden. Das wiederum ist giftig. Zum einen kann es direkt krebserregend sein. Zum anderen reagiert es bei Säuglingen mit dem Eisen im Körper. Hierbei kann es das Hämoglobin – den Blutfarbstoff – in sog. Methämoglobin verwandeln. Das Methämoglobin behindert die Sauerstoffversorgung im Körper.

Saftig grüne Wiesen tun dem Auge wahrlich gut. Der Natur häufig weniger. Das einheitliche Grüne zusammen mit dem Löwenzahn – der in meiner Heimat im Dialekt „Rosspfüttle“ (in Hochdeutsch: Pferdeapfel) genannt wurde – ist Ausdruck eine relativen Überdüngung. Meist durch Mist. Sie verhindert die Vielfalt (Diversität), die das typische Kennzeichen einer ungestörten Natur ist. Glücklicherweise findet man die Vielfalt inzwischen wieder häufiger. Und nicht nur in den Höhen von Schwarzwald und Schwäbischer Alb.

Die Wiederkäuer unter den Tieren – Kühe, Rinder und Schafe – produzieren Methan (CH4). Mit diesem Gas wird ähnlich wie mit Kohlendioxid oder den FCKW der Treibhauseffekt begünstigt.

Wo viele Tiere sind, fällt viel Gülle und Dung an. Beides könnte problemlos in Biogasanlagen gewinnbringend in Energie umgewandelt werden. Nur, die Verwendung von Mais ist profitabler. Verwunderlich ist nur, dass die steuerlichen Subventionen nicht gezielter gesteuert werden.

Supermarktprospekt vom 01. September 2020 Quelle: ptw

Wir selbst haben auch einen Einfluss: Wenn wir auf das tägliche Schnitzel auf dem Teller verzichten, ist weniger Fleisch erforderlich. Auch wenn viele Tiere nach China und in andere Länder exportiert werden, die Zahl der Tiere in Deutschlands Ställen würde wohl geringer sein. Dem Tierwohl wäre das ebenfalls dienlich. Die aktuelle Anzeige eines Supermarktes – links: Tierwohl-Etikett, rechts 1,99 € für ein halbes Hähnchen – verdeutlicht des Konflikt.

Fleischkonsum, zumindest alle paar Tage, ist trotz allem für Kinder durchaus sinnvoll, um im starken Körperwachstum die Versorgung mit Eisen sicherzustellen. Es ist interessant, dass dennoch viele Kinder Fleisch ablehnen. Auch Kleinkinder, die wohl kaum realisieren, welche Folgen das tägliche Schnitzel auf dem Teller hat.

Man könnte nun meinen, der Autor dieser Zeilen sei Vegetarier. Nein, er kann durchaus ein gutes Schnitzel genießen. Sogar sehr. Aber eben nicht täglich.

Für die Gesundheit muss eine gute Balance gefunden werden. Zwischen dem Bedarf an Fleisch in der Nahrung und den Nebenwirkungen, die das für uns hat. Das ist eine Aufgabe für das  Ministerium für Landwirtschaft. Frau Klöckner, übernehmen Sie !

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