Schmerzen im Kindesalter: Ist der Einsatz von Novalgin sinnvoll?

Akuter Schmerz Quelle: pixabay, Mandyme27

In den letzten Jahren, ist der Einsatz von Metamizol (oft auch Dipyrone oder Novaminsulfon genannt) spürbar angestiegen. Bekannt ist das Medikament in Deutschland unter dem Namen Novalgin©, unter dem es 1922 von der Firma Hoechst aus Frankfurt auf den Markt gebracht wurde. Es ist ein sehr gut wirksames Analgetikum (Schmerzmedikament) aus der Gruppe der NSAID (nichtsteroidale Antiphlogistika).

Bereits 1936 wurde für diese Substanz eine schwere unerwünschte Nebenwirkung festgestellt: die Agranulozytose. Dieser Begriff beschreibt die starke Verminderung der weißen Blutkörperchen (< 500 Zellen pro µl Blut), so dass die Körperabwehr massiv geschwächt ist. Typische Symptome sind: Fieber + Angina tonsillaris + Mundfäule. Hierauf verweisen einige Veröffentlichung wie die von Victoria Rollason und Jules Alexandre Desmeules (in Englisch). Die Agranulozytose kann in allen Altersgruppen auftreten, bei Kindern etwas seltener. Eine schwedische Studie von 2002 gibt an, dass unter 1439 Verschreibungen ein Fall auftritt. Die Tödlichkeit beträgt bis zu 10%.

Diese Tatsache hat dazu geführt, dass Metamizol in vielen Ländern (Australien, USA, Japan, Schweden) nicht mehr zugelassen ist.

In Europa ist es für starke Schmerzen nach operativen Eingriffen, Tumorschmerzen und Fieber, das anders nicht beherrschbar ist, zugelassen. Die Verschreibungszahlen gehen jedoch in den letzten Jahren nach oben, auch bei Kindern. Das macht skeptisch.

So sehen wir das: Novalgin© und vergleichbare Präparate haben keinen Platz zu Behandlung von Schmerzen und Fieber bei banalen Infekten. Hier sollten nur Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden.

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