EXTRA-blättle: Coronaviren bei Kindern (06)

Aerosole, die den Mund verlassen Quelle: S. Balachandar et al., 2020

Ab heute gelten strengere Corona-Vorgaben für die Menschen in Deutschland. Mit manchen Ausnahmen. So dürfen Kinder und Jugendliche weiterhin – unter strengen Regeln – die KiTas und Schulen besuchen.

Übertragung von Viren in Tröpfchen der Ausatmung Quelle: International Journal of Multiphase Flow 132 (2020) 103439

Die Übertragung von Coronaviren kann prinzipiell auf drei Wegen erfolgen:

  1. Oberflächenkontakt: Das SARS-CoV-2 kann auf verschiedenen Materialien teilweise mehrere Stunden überleben. Wir können uns anstecken, wenn wir diese Oberflächen berühren, bzw. wenn unsere Hände das Virus von diesen Oberflächen übernommen hat und wir so nebenbei mit unserer Hand über die Nasenöffnung fahren. Die wichtigste Oberfläche bleibt die Hand, die mir zum Gruß gereicht wird. Aber auch die Haltestangen mit Schulbus oder die Fenstergriffe im Klassenraum gehören dazu.
  2. Tröpfchen, die beim Reden, Lachen oder Husten den Mund verlassen. Das sind in der Abbildung die dicken blauen Pünktchen mit einem Durchmesser von 60µm bis 100µm.
  3. Hinzu kommen die Aerosole. Das sind die kleinsten Wassertröpfchen, worunter man sich eine Art Nebel vorstellen kann. Hier sind die Tröpfchen in der Regel um 5µm groß und enthalten die meisten Viren. Und, diese kleinsten Wasser-Tröpfchen gelangen beim Einatmen tief in die Lunge.

Diese Aerosole verhalten sich anders als die Tröpfchen. Sie sind Schwebeteile, die in einigen Fällen sich über wenige Stunden im Raum verteilen können und in denen die Corona-Viren gut geschützt mitgetragen werden. Selbst wenn ein Infizierter den Raum bereits verlassen hat, können Menschen die den Raum später betreten sich infizieren. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle:

  • wie groß ist der Raum?
  • welche Temperatur ist im Raum?
  • wie hoch ist dessen Luftfeuchtigkeit?
  • gibt es eine Luftströmung?

Hinzu kommt noch die eigene Immunantwort. Unsere Nase kontrolliert genau, was aus der Umgebung eingeatmet wird. Wenn die Umgebungstemperartur aber niedrig ist, lässt diese Fähigkeit nach. Bei Temperaturen von etwa 4° Celsius kann die Nase nicht mehr ausreichend erkennen, mit wem sie es zu tun hat. Ein Grund, weswegen in den kühlen Räumen der Schlachthöfe das Virus leichtes Spiel hat. Ähnlich ist dies in kalten Wartehallen (z.B. in älteren Bahnhöfen). Draußen an der frischen Luft hingegen, hat das SARS-CoV-2 keine Chance. Diese frische Luft draußen enthält keine Viren.

Wer sich intensiver mit dieser Materie befassen möchte, findet hier (in Englisch) eine gute Quelle.

Meldedaten an COVID-19 bezogen auf Altersgruppen pro Kalenderwiche Quelle: LGA

Was tut sich in Baden-Württemberg? Das zeigt die obenstehende Graphik. Demnach ist der prozentuale Anteil der COVID-19-Erkrankungen in der Altersgruppe der 20-30-Jährigen seit der 33. Kalenderwoche spürbar zurückgegangen, währenddessen der Anteil der älteren Menschen ab 50+ enorm zugenommen hat. Auch der relative Anteil der Kinder von 0 – 20 Jahren (untere graue Balken) ist tendenziell rückläufig. Günstige Zahlen, die Hoffnung machen, dass im 2. Lockdown Kinder und Jugendliche weiter in Schule und KiTa aktiv bleiben dürfen.

1 Kommentare

  1. Pingback: Was geht rum? 07.November 2020 – praxisblättle

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