Schnupfen

Die Nase. Wenig beachtet und in Corona-Zeiten obendrein noch zumeist verdeckt. Dabei leistet sie so wichtige Dienste. Oft fällt erst bei der Entzündung auf, welche Bedeutung sie hat. Quelle: pixabay, peribaer (modifiziert)

Ein lästiges Problem nicht nur in der kalten Jahreszeit ist der Schnupfen (medizinisch: Rhinitis). Jeder hat ihn mal erlebt und kennt die Symptome der dieser häufigen Erkrankung:

  • Atembehinderung, oft verbunden mit dem Gefühl von Atemnot (besonders bei jungen Kindern)
  • Schlechter Schlaf, dadurch Müdigkeit und Abgeschlagenheit am Tag
  • Kopfdruck oder Kopfschmerz
  • Morgendlich trockener Mund
  • Reizung der Gesichtshaut durch Nasensekret

Die Liste der Probleme erscheint endlos. Aber was ist eigentlich Schnupfen? Schnupfen ist die Entzündung der Nasenschleimhaut. Und Entzündung bedeutet wie auch an anderen Organen: Schwellung, Rötung, Überwärmung und Sekretion. Je nach Ausprägung unterscheidet man zwei Formen einer Rhinitis:

  • Fließschnupfen: die „Nase läuft“. Meist klares Sekret verlässt die Nase.
  • Stockschnupfen: die „Nase ist zu“, die Schleimhäute sind verschwollen, schnäuzen bringt nicht weiter.

Schnupfen wird oft „Erkältung“ genannt. Das ist manchmal korrekt, oft aber nicht. Nach außen mag der Schupfen gleichartig aussehen, in der Schleimhaut der Nase spielt sich aber unterschiedliches ab. So kann die Rhinitis sehr viele Ursachen haben:

  • Infektion („Erkältung“)
  • Allergie: „Heuschnupfen“. Aber auch Allergien gegen Milben oder Nahrungsmittel können Schnupfen auslösen. Betroffen sind davon aktuell 13% der amerikanischen Kinder.
  • Chronischer Schnupfen in der Folge von Infektionen. Die Infektion ist zu Ende (keine Viren mehr nachweisbar), aber die Entzündung der Schleimhaut bleibt. 
  • Adenoide Vegetationen – sog. Polypen im Kindesalter
  • vasomotorische Rhinitis. Hierbei tritt der Schnupfen häufig durch Änderungen der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit auf, beispielsweise bei trocken-kalter Luft.
  • Echte Polypen und andere Tumoren (eher bei Erwachsenen)
  • Andere Ursachen wie hormoneller Schnupfen wie die „honeymoon rhinitis“, wenn das Glück der Verliebtheit zu Schnupfen führt.

Muss Schnupfen behandelt werden? Der Erkältungsschnupfen lässt ich nicht behandeln. Er nimmt seinen Verlauf über 5 bis 7 Tage und klingt danach ab. Während dieser Zeit kann man belästigende Symptome beseitigen durch:

  • Abschwellende Nasentropfen: diese machen die Nasenatmung für wenige Stunden freier, trocknen jedoch die Schleimhäute aus. Die Anwendung dieser Tropfen (wie Otriven©, Olynth©) sollte sich auf max. 3 bis 5 Tage beschränken
  • Nasensalben: befeuchten eine trockene Schleimhaut
  • Ätherische Öle: vermitteln (letztlich durch eine Reizung !) das Gefühl, die Nase sei freier. Geeignet allenfalls für Erwachsene. Wird leider sehr oft auch bei Kindern angewandt und birgt das Risiko, dass die Kinder in einem unbeachteten Moment diese Öle trinken oder gar inhalieren, was sehr gefährlich sein kann
  • Heuschnupfen, chronischer Schnupfen, Polypen und alle die anderen Ursachen brauchen eine spezielle Behandlung, die nur Ihr Arzt nach Untersuchung festlegen kann.

Selbst diese kurze Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale des Schnupfens führt zu einer langen Liste. Kein Wunder also, dass es eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes (HNO-Arzt) bedarf, der alleine für die Nase und die beiden anderen kleinen Organe zuständig ist. Wer weitere Informationen sucht, kann sie in der 96 Seiten langen Leitlinie zum Thema Rhinosinusitis (in Deutsch) finden. Interessant und klar gegliedert ist auch das aktuelle Update der AAAAI (in Englisch).

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