Das Kind ist krank: Was bedeutet das für Berufstätige?

Eine Schatztruhe werden Sie wohl nicht finden, wenn Ihr Kind krank ist. Aber es gibt einige Regelungen, dass Sie weiter Gehalt beziehen. Einige Dinge sind zu beachten, um an dieses Geld zu kommen - wir Zeigen Ihnen die Schlüssel zu diesen Truhen. Quelle: pixabay, pezibear

Die Schnupfensaison ist da. Damit ist der Infektreigen mit den harmlosen Schnupfen-Viren (Rhinovirus, Corona-Schnupfenviren) eingeläutet. Andere Infekte werden bei Kindern folgen. Vermutlich sind die Coronaviren nicht die häufigsten, sondern eher Influenzaviren („Grippe“) oder Parainfluenzaviren.

Bald beginnt also eine sehr stressige Zeit für Eltern. Denn zu den üblichen Aufgaben des Alltags zwischen Beruf und den Kindern kommt bald hinzu, dass die Kinder öfter nicht mehr in die KiTa oder die Schule dürfen. Der Supergau wäre eine Quarantäne – dazu kommts hoffentlich nicht.

Wenn Kinder unter 12 Jahren – und nur um diese geht es im Folgenden – von der Kita oder der Schule weg bleiben müssen, gibt es einige Dinge zu beachten, damit der Familien-Haushalt (auch bei Selbstständigen) weiter Einkommen bezieht. Hier die wichtigsten Tipps.

Den Arbeitgeber informieren

Wer nicht zur Arbeit kommen kann, muss den Arbeitgeber informieren. Dazu sollte man sich selbst in der Personalabteilung oder bei direkten Vorgesetzten abmelden.

Das Kind krankschreiben lassen

Wer selbst krank wird, muss nicht sofort zum Arzt gehen. Im Falle einer Erkrankung des Kindes ist dies jedoch am ersten Krankheitstag erforderlich. Im Rahmen der Coronapandemie ist die auch telefonisch möglich. Kulanterweise kann der Arzt die Meldung aber auch rückwirkend bis zu 3 Tagen ausstellen, wenn das Kind sehr krank ist und die Lebensumstände einen direkten Kontakt mit dem Arzt nicht schneller zulassen. Oftmals ist es ja schwierig, die Kinderarztpraxis telefonisch zu erreichen, weil immer besetzt ist.

Besteht die Möglichkeit auf Lohnfortzahlung?

Wenn ein Arbeitnehmer bei Erkrankung des Kindes nicht zur Arbeit gehen kann, muss der Arbeitgeber prüfen, ob hier § 616 BGB anzuwenden ist. Darin steht, dass Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben, wenn sie für eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ ihre Arbeitsleistung nicht erbringen können aus Gründen, die nicht in ihrer Person liegen. Häufig ist also eine Lohnfortzahlung möglich, wenn das eigene Kind krank ist. Meist sind es fünf Tage, manchmal auch zehn Tage. In einigen Arbeitsverträgen ist die Lohnfortzahlung aber ausgeschlossen.

Antrag auf Kinderkrankengeld 

Ist die Zeit der Lohnfortzahlung zu Ende oder hat der Arbeitsgeber dies ausgeschlossen, sollte Kinderkrankengeld beantrag werden. Momentan, wegen der Corona-Pandemie besteht bis zum 31. Dezember 2020 ein verlängerter Anspruch auf das Kinderkrankengeld von insgesamt für 15 Tagen statt wie bisher üblich für zehn Arbeitstage. Bei Alleinerziehenden sind die Zeiträume doppelt so lange, also bis Ende des Jahres 30 statt normalerweise 20 Tage. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Die Eltern sind berufstätig und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Ihr Kind ist gesetzlich versichert.
  • Es gibt im Haushalt keine andere Person, die Ihr Kind pflegen kann.
  • Sie haben eine Bescheinigung vom Arzt, dass Ihr Kind betreut werden muss.

Sind zwei oder mehr Kinder im Haushalt, erhöht sich die mögliche Zahl der Tage für die Kinderkrankengeld beantragt werden kann. So hat jeder Elternteil pro Kind maximal  Anspruch in Coronazeiten auf 30 Tage (normal 20 Tage), Alleinerziehende auf maximal 70 Tage (normal 50 Tage).

Was gilt, wenn mein Kind in Quarantäne muss?

Momentan ist das Risiko hoch, dass Kinder, auch wenn sie nicht krank sind, vom Gesundheitsamt als sog. enge Kontaktpersonen (KP1) in Quarantäne müssen. In dieser Situation dürfen die Eltern ihr Kind zuhause betreuen (für Kinder bis 8 Jahre hat der Bundesgerichtshof sogar eine Pflicht zur elterlichen Betreuung zuhause festgestellt) – aber, die hatten keinen Anspruch auf ein Gehalt. Wenn sich keine Möglichkeit wie das Homeoffice für Eltern auftun, springt in der Corona-Pandemie der Staat ein.

Für bis zu 20 Wochen Kinderbetreuung zuhause zahl er einen Lohnersatz entsprechend dem Infektionsschutzgesetz (§ 56 Abs. 1a IfSG). Dieser liegt bei 67 Prozent des Nettoverdienstes und ist bei 2.016 Euro pro Monat nach oben begrenzt.

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