Was geht rum? 16. Januar 2021

Die Schynige Platte-Bahn im Berner Oberland. Eines der letzten Modelle mit Abteilwagen. Der Schaffner hatte einen zugigen Arbeitsplatz. Quelle: pixabay, Erich-Westendarp

Verbreitet sich das Coronavirus in Schulen?

Wie häufig kommen Kinder wegen COVOD-19 ins Krankenhaus?

Impfungen bei COVID-19, Impfung gegen FSME

Soziale Entwicklung der Kinder in Gefahr

Zeit und Gründe für Kinderkrankengeld ausgeweitet

Mit den Impfungen geht es voran. Aber nicht so schnell wie wir es erhofft haben. Geduld ist gefragt.

Züge vor über hundert Jahren. Jedes Abteil wurde von außen über eine Tür geöffnet. Brauchen wir wieder solche Wagen für die Bundesbahn? Zumindest wäre dann das Infektionsrisiko vermutlich spürbar geringer. Quelle: unbekannt

Ebenso wichtig ist die Fortführung der bekannten Maßnahmen, am besten noch konsequenter als bisher. Die Zusammenfassung der Regelungen. wie sie für für Baden-Württemberg gelten, sind hier kompakt zusammengefasst. Ansonsten sollte auch die Bundesbahn überlegen, wieder die Abteilwagen zu bauen, die es in den Jahren 1880 bis 1920 gab. Damals stiegen die Passagiere direkt vom Perron (Bahnsteig) in ihr Abteil ein. Die heute üblichen Durchgangswagen gab es nicht. Die Abstandsregeln wären auf diese Art deutlich besser einzuhalten.

Verbreitet sich das Coronavirus über die Schulen? Ein Studie von Stefan Feuerriegel und Kollegen von der ETH in Zürich zeigt auf, welchen Einfluss die Schulen auf Mobilität haben: Der Aufenthalt in den Klassenzimmer ist eines, die Anreise zur Schule in überfüllten Bussen und engen Autos ist eine andere Seite der Medaille.

Stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen in deutschen Kinderkliniken (149 meldende Zentren bundesweit)  Quelle: DGPI

Häufig wird übersehen, dass auch Kinder sehr schwer und tödlich an COVID-19 erkranken können. Die neuen Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) zeigen, dass Kinder von der zweiten Welle des SARS-CoV-2 deutlich betroffen waren. Hinweise zur Notbetreuung in schulischen Einrichtungen können Sie hier finden.

„Oder ist es doch nur ein Virus?“ Diese Frage haben Eltern früher täglich Ihrer Kinderärztin oder ihrem Kinderarzt gestellt. Heute dürfte das nicht mehr vorkommen. Zika, Ebola und SARS-CoV2 haben uns eindrücklich gezeigt, welche zerstörerische Kraft Viren haben können. Sie haben kein Gehirn, aber sie sind enorm anpassungsfähig. Das zeigen die neuen Mutanten. Wir sollten ihnen keine offene Flanke bieten und den Impfschutz entsprechend den wissenschaftlichen Studie durchführen. In Anbetracht des momentanen Mangels an Impfungen ist eine Diskussion um die Impfpflicht irrsinnig. Selbst wenn wir im Impfstoff-Überfluss lebten, wir sollten niemanden zwingen. Es geht nicht nur darum „mich und meine Familie“ zu schützen. Das wäre ein erweiterter Egoismus. Es geht darum, uns alle im diesem Lande und auf der Welt zu schützen. Darüber müssen wir reden. Und ängstliche Menschen überzeugen: Vom Ich zum WIR. Solidarität tut allen gut. Auch mir selbst. Dadurch wird auch meine verzweifelte Seele getröstet.

Aber egal: Kinder bis 16 Jahre erhalten ohnehin keinen Corona-Impfstoff, er ist schlicht nicht zugelassen. Also wenden wir uns einem anderen Virus zu: dem FSME-Virus, oft einfach Zecken-Virus genannt. Das spielt jedes Jahr einen größere Rolle. Während Windpocken und Masern in der Pandemie deutlich zurückgingen, hat die Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) wieder Höchststände erreicht: Im Ländle sind 354 Fälle (in 2020) gegenüber 171 Fällen in 2019 aufgetreten. Ein Grund mehr zu impfen. Das lohnt sich in jedem Fall für alle Schulkinder. Empfohlen ist die Impfung in Baden-Württemberg aber bereits ab dem 1. Geburtstag. Übrigens, die Zecken sind spätestens ab März/ April wieder unterwegs. Eine Impfung wäre gut: jetzt.

Das Thema Schulen und Corona wird bleiben. Genau betrachtet gibt es zu wenig Forschung über die Verbreitung des Virus in der Schule (bei Lehrern und Kindern), auf dem Weg zur Schule, in den verschiedenen Altersgruppen. Wo haben sich Lehrer angesteckt? Bei einer persönlichen Ermittlung dürfte es schwierig sein, diese Zusammenhänge sicher darzustellen. Wir brauchen mehr wissenschaftliche Daten. Klar ist nur: Die Bildung der Kinder ist bedroht, besonders der ohnehin benachteiligten Kinder. Und: Kindern können nur noch in kleinen Gruppen zusammen sein, ihre soziale Entwicklung ist in Gefahr. Besonders problematisch ist, dass Kinder und Jugendliche um ein Stück ihrer Kindheit gebracht werden. Um das zu rechtfertigen, brauchen wir mehr begründete Informationen und gehen erstmal vom schlechtesten aus und lassen die Schulen geschlossen.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld ist in dieser Woche – rückwirkend ab 05. Januar 2021 – auf 20 Tage pro Elternteil bzw. 40 Tage bei Alleinerziehenden erhöht worden. Kinderkrankengeld kann in diesem Jahr doppelt also lange bezogen werden. Laut Deutschem Ärzteblatt sind in einer „Formulierungshilfe“ für eine Gesetzesänderung im Sozialgesetzbuch V neben den normalen Krankheitstagen von Kindern weitere drei Gründe auf ein Anspruch für den Bezug von Kinderkrankengeld angegeben: Wenn Schule oder Kita geschlossen sind, wenn für Klassen oder Gruppen „pandemiebedingt ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde oder die Prä­senzpflicht im Unterricht ausgesetzt ist oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot einge­schränkt wurde.“ In diesen Fällen, wenn es darum geht dass Eltern Ihre Kinder beaufsichtigen müssen weil beispielsweise die Schule geschlossen ist, benötigen Eltern eine Bestätigung der Einrichtung (Kindergarten, Schule) und keine ärztliche Bescheinigung.

Was geht in der Welt rum? Natürlich auf das Coronavirus. In der Schweiz mit 8,6 Millionen Einwohnern sind bislang 487.357 Menschen daran erkrankt und 8470 Todesfälle zu beklagen. In Baden-Württemberg (11,1 Millionen Einwohner) sind 264.735 Menschen erkrankt und 5758 daran verstorben (Stand 13. Januar, 14:00 Uhr). Damit sind bei unserem südlichen Nachbarn mehr als doppelt so viele Menschen an COVID-19 erkrankt. Aber, den Eidgenossen war die persönliche Freiheit – der „Schweizer Weg“ – schon immer besonders wichtig. Doch der wurde nun vom Bundesrat, der Schweizer Regierung, beendet. Ab Montag gilt ein ähnlich striktes Regime wie im ersten Lockdown. Und das bis Ende Februar.

Genießen Sie den Winter mit Ihren Kindern mit Schneemännern, Schneeballschlachten oder Schlitteln an einem kleinen Hügel in Ihrer Nachbarschaft,

Ihr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.