Was geht rum? 30. Januar 2021

Er trägt die Maske seit Wochen konsequent. Quelle: ptw

Schockrisiko nach mRNA-Impfungen

COVID-19 bei Kindern in den USA

KiTas und Grundschulen im Ländle bleiben zu

Saubere Luft im Ländle –  dank Winter und Coronavirus

Zuletzt haben Sie manche Beiträge im praxisblättle über Impfungen gelesen. Bleiben wir also bei diesem Thema. Ein allergischer Schock, medizinisch Anaphylaxie genannt, ist die schwerste akute Reaktion, die nach einer Impfung auftreten kann. Inzwischen liegen zu diesem Risiko erste Daten aus den USA vor. Was den Impfstoff von BioNTech/Pfizer betrifft, so liegt die Rate bei 11,1 Anaphylaxien auf 1 Million Impfungen. Dies zeigt die Studie aus dem Team von Tom Shimabukuro vom Center for Disease Control (CDC), dem amerikanischen Pendant des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI). Für den anderen in Deutschland zugelassenen  Impfstoff, den der Firma Moderna, liegen die Zahlen bei einem Viertel: 2,5 Anaphylaxien auf 1 Million Impfungen. Das zeigt der MMWR ebenfalls aus dem CDC vom 22. Januar dieses Jahres auf, der sich auf 4,041,396 Erstimpfungen bezieht. Aus diesem Grunde müssen alle Geimpften in Deutschland 30 Minuten nach der Impfung im Impfzentrum bleiben. Über die speziellen Risikogruppen gibt eine Studie von Alvaro Moreira und Mitarbeitern aus dem CDC weitere Auskünfte.

In Deutschland erfahren wir nur vereinzelte Daten über COVID-19 bei Kindern. Aus den USA wissen wir seit der Veröffentlichung der AAP News (in Englisch; AAP  ist die Gesellschaft der amerikanischen Kinderärzte) nun genauer, wie sich das Coronavirus bei Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Demnach sind in den USA seit Ausbruch bis heute 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche an COVID-19 erkrankt (12,5% aller Erkrankter überhaupt). 10.182 Kinder wurden stationär behandelt (0.8%) und 191 (0.01%) verstarben an der Corona-Infektion.

Nun bleiben die Kindergärten und Grundschulen in Baden-Württemberg doch erstmal mindestens bis zum 21. Februar – also nach den Fasnachtsferien – geschlossen. Nur die Notbetreuung wird weitergeführt. Der Grund, so Ministerpräsident Kretschmann: „Die Mutanten sind nicht vor der Tür, sie sind leider schon da“. Aus den aktuellen Sequenzierungsdaten ginge hervor, dass bereits 2 bis 3 Prozent der neuen Corona-Infektionen auf mutierte Varianten des SARS-CoV-2 zurückzuführen seien. „Das klingt wenig, kann aber schnell ansteigen.“ Zuletzt waren in der Evangelische Kindertagesstätte Immergrün im Freiburger Stadtteil Vauban 18 Fälle mit der britischen Mutante bei Kindern und Erzieherinnen nachgewiesen worden.

Im Internet gibt es eine weiter steigende Zahl an Apps zum Thema Gesundheit. Sie reichen von allgemeinen Informationen bis hin zur Erinnerung an die Einnahme von Medikamenten. Sind die Informationen der jeweiligen App medizinisch korrekt? Sind die Apps sicher in Bezug auf den Umgang mit Daten? Mit diesen Fragen hat sich das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (im Auftrag von Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundes-Vereinigung) befasst. Eine Patienteninformation soll helfen, vertrauensvolle Apps zu diesen Themen leichter zu erkennen.

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Wie steht es eigentlich um die Luftqualität in deutschen Städten? Für Baden-Württemberg sind leider von keiner Messstation umfassende Daten zu bekommen. Wohl aber aus Wörth am Rhein, das gerade mal 3 Kilometer von Karlsruhe entfernt auf der anderen Seite des Rheins liegt. Und die Daten sind günstig.

So sollte nach den deutschen Richtlinien der Höchstwert für Ozon von 120 µg/m3 maximal an 25 Kalendertagen pro Jahr überschritten werden. Gemessen daran ist der Wert von momentan 73 µg/m3 schon erstaunlich hoch in Anbetracht der geringen Sonneneinstrahlung des winterlichen Januar.

Niedrig sind jedoch die PM10, als wichtiger Hinweis auf eine Feinstaubbelastung. Nach den vielen Niederschlägen der letzten zwei Wochen ist die Luft gereinigt.

Die Stickstoffdioxid(NO2)-Werte werden hauptsächlich durch den Straßenverkehr und ganz besonders durch Dieselfahrzeuge erzeugt. Nebenbei ist NO2 auch ein Vorläufer vieler Feinstäube und kommt im Verbund mit anderen Schadstoffen vor. Insgesamt zeigt NO2 die Luftbelastung durch Verbrennungsprozesse unter hohen Temperaturen an. Dieser Wert liegt also sehr günstig und spiegelt vermutlich eine günstige Folge des Lockdowns wieder: weniger Straßenverkehr.

Zusammengenommen haben wir im Moment eine wunderbare Luft draußen – nur leider eben auch ein Schmuddelwetter. Die Luft ist aber von selten guter Qualität und wir sollten den Versuch wagen nach draußen zu gehen – mit unseren Kindern. Alle werden begeistert sein, wenn wir mehr bieten als einen langweiligen Sonntag-Nachmittags-Spaziergang.

Was geht in der Welt rum? In vielen Ländern von Asien, Lateinamerika und Afrika legen die Krankheitszahlen beim Dengue-Fieber zu. Aber selbst für diese Länder ist das Coronavirus spürbar wichtiger, sei es, dass Mutanten seine Verbreitung anheizen – wie zur Zeit in Südafrika. Die weiteren Auswirkungen des Coronavirus auf den Alltag der armen Menschen in vielen armen Ländern sind beispielsweise durch Ausgangssperren weit dramatischer: Der Handel wird unmöglich und Polizeiwillkür (die durch Bestechungsgelder sehr teuer ist) nimmt rasant zu. Mit schwerwiegenden Folgen für die Schwächsten jeder Gesellschaft: die Kinder!

Gemessen daran erscheint unsere Situation trotz aller Belastungen gut erträglich. Ich hoffe, Sie haben Zeit ein schönes Wochenende mit viel frischer Luft zu genießen. Herzlichst verbleibe ich Ihr

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