Was geht rum? 06. Februar 2021

Kind, einsam über seinem Laptop - eine traurige Realität in Tagen von Homeoffice und Homeschooling Quelle: ptw

Corona-Impfung für Kinder? Erste Studien sind im Gange

Schulkinder ebenso oft von Corona betroffen wie Erwachsene

Erster Pollenflug am Oberrhein

Tollwut bei einem Kind in Südafrika

Kinder kommen in der Diskussion um den Corona-Impfstoff nicht vor. Von der Pandemie sind sie aber sehr wohl betroffen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC schätzt, dass die Erkrankungszahlen von Kindern und Jugendlichen (5-17 Jahre) der Erwachsenen (18-49 Jahre) etwa gleich hoch ist. Wie steht es also um die Impfung? Die Akademie der amerikanischen Pädiater (AAP) berichtet, dass vier der Impfhersteller bereits Studien mit Jugendlichen durchführen. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer – bereits ab dem 16. Geburtstag zugelassen – wird gerade für die Altersgruppe 12-15 Jahre getestet. Man hofft eine Notfallzulassung (EUA) bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres zu bekommen. Andere Firmen (Moderna, AstraZeneca, Janssen) haben vergleichbare Studien.

Nachweis von Antikörpern gegen das Coronavirus im Serum in Prozent der getesteten Altersgruppe.  Quelle: NZZ, nach Daten im Supplementary appendix der Forschergruppe um Silvia Stringhini et al, 2021

Auch eine Seroprävalenzstudie der Universitätsklinik von Genf kommt zum Schluss, dass Kinder von 6-17 Jahren etwa gleich oft von der COVID-19 betroffen sind wie die Erwachsenen von 18-64 Jahren. In einer Gruppe von 4000 Probanden fanden sie in der Zeit von Ende November bis Ende Dezember 2020 Antikörper gegen das SARS-CoV-2 in der Altersgruppe von 6-17 Jahren bei etwa 23%. Schulkinder und Jugendliche infizieren sich also ähnlich häufig wie die Erwachsenen. Unklar bleibt die Frage, ob sie auch ähnlich ansteckend sind. Da sie oft asymptomatisch sind, ist wohl ihre Viruslast geringer. Und die ist im Zusammenhang mit einer Ansteckung bedeutend.

In der Summe dieser und anderer Studien wird klar, dass sich die Ausbreitung des Virus bei Kleinkindern – also in der KiTa – anders verhält als bei Schulkindern. So kommt auch Prof. Christian Drosten im ndr-Podcast zur Ansicht, dass man „im KiTa-Bereich etwas kompromissbereiter sein kann„. Gerade in der Diskussion um die ansteckenden Virus-Mutanten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien sollten wir jedoch nicht vergessen, dass die Wocheninzidenz von 50 auf 100.000 im letzten Herbst das Schreckensgespenst war. Warum die gleiche Zahl nun allen als glücksbringend erscheint ist schwer nachzuvollziehen. Natürlich sehnen wir uns alle nach „Normalität“ – aber das Jojo-Spiel wünscht sich nun wirklich niemand. 

Praxisindex: Atemwegsinfektionen, die in den Praxen behandelt werden. Die rote Kurve zeigt den Verlauf der Saison 2020/2021 Quelle: AGI

Die übrigen Infekte, die uns vor einem Jahr noch plagten, sind gegenüber den Vorjahren im Ländle deutlich zurückgegangen, wie die rote Kurve (Saison 2020/2021) zeigt. Das kann viele Gründe haben. Einer ist, dass sich Menschen mit leichten Infekten nicht mehr so schnell an ihren Hausarzt wenden in der Angst, sich dort im Wartezimmer mit dem Coronavirus anstecken zu können. Ein anderer ist, dass viele Infekte – so z.B. die Influenza – schlicht deutlich seltener vorkommen: Für die ersten 4 Wochen des Jahres sind in Baden-Württemberg 10 Fälle von Influenza gesichert – im gleichen Zeitraum letztes Jahr: 2368 (da fehlt keim Komma). Wir sind ja mit dem SARS-CoV-2 auch ausreichend geplagt.

Die meisten „leichten“ Infekte dürften auf die Rhinoviren zurückgehen. Sie haben keine empfindliche Membranhülle wie etwa die Grippeviren, sondern eine stabile Proteinschale. Das macht sie widerstandsfähig und hochansteckend. So können sie leicht über Oberflächen übertragen werden. Mit mehr Händewaschen könnten wir dagegen etwas unternehmen. Aber so perfekt sind wir halt nicht. Das nutzen die Rhinoviren aus und sorgen weiter für Schnupfen und Husten.

Weidekätzchen – eines der ersten Zeichen für den beginnenden Frühling   Quelle: ptw

Seit zwei Tagen sind am Oberrhein die Erlen- und Haselpollen in den Lüften. Nach Ansicht der Meteorologen wird sich die Pollenbelastung am Sonntag wieder legen. Eltern von allergischen Kindern und Jugendlichen können aber schon mal nachsehen, ob sie für den Frühlingsbeginn gerüstet sind: „Allergietabletten“? Nasenspray? Asthmaspray? 

Lachsfilet. Quelle: pixabay, Shutterbug75

Hat Fischöl einen Einfluss auf die Entstehung von Asthma bronchiale bei Kindern? Das könnte der Fall sein wie eine Studie zeigt. Wissenschaftlich sicher belegt ist es damit nicht. Wieder einmal geht es um die Bedeutung der langkettigen Omega-3-Fettsäuren, wie der Beitrag in unserem praxisblättle zeigt. Diese kommen besonders in Fischen vor, die in kalten Meeresgewässern leben (u.a. Lachs). Fisch zu essen macht wissenschaftlich gesehen also Sinn. Andere würden sagen – „es ist gesund“.

Was geht in der Welt rum? In Südafrika ist der erste Todesfall durch Tollwut in diesem Jahr aufgetreten. Gestorben ist ein 10 Jahre alter Junge in der Provinz KwaZulu-Natal, der im letzten November von einem Hund gebissen worden war. Tollwut wird in den meisten Fällen bei  Hundebisse übertragen. Deswegen ist es für Eltern ratsam, ihre Kinder beim Umgang mit Hunden zu beobachten und zu vorsichtigem Verhalten zu bewegen.

Genießen wir heute nochmal einen Hauch von Frühling im Südwesten, bevor dunkle Wolken und Regen den Himmel wieder verdecken. Es grüßt Sie herzlichst, Ihr

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