Vitamin D jenseits des zweiten Lebensjahres

Die Sonne - unser Energiespender und mehr Quelle: pixabay, ipicgr

Langsam werden die Tage wieder länger und die Sonne scheint stärker auf uns herab. Dennoch reicht das Sonnenlicht, genauer die UV-B-Strahlung, noch nicht aus, um unseren täglichen Bedarf an Vitamin D zu decken. Das gelingt erst den Monaten April bis September, wenn wir um die Mittagszeit (10-15 Uhr) nach draußen gehen und dabei eine Viertelstunde mit unbedecktem Kopf und Unterarmen der Sonne ausgesetzt sind.

Etwa 10% des täglichen Bedarfs an Vitamin D können vom Körper mit der Nahrung aufgenommen werden. Hierzu tragen Meeresfische aus Kaltwasserregionen (Lachs, Hering u.a.) besonders bei. Das aufgenommene Vitamin D wird über die Leber und die Nieren weiter verstoffwechselt und in die aktive Form Calcitriol gebracht.

Die übrigen 90% des Vitamin-D-Bedarfs werden über die Sonnenstrahlung gedeckt. Diese ist im Winter gering, womit auch die Vitamin-D-Spiegel im Körper absinken. Aber welcher Spiegel ist normal? Diese Frage ist sehr komplex. Denn der Vitamin-D-Spiegel ist von vielen Faktoren beeinflusst, so auch von der körperlichen Aktivität. Auch die Bestimmung des Vitamin-D im Labor ist aufwendig und häufig werden Methoden verwandt, die finanziell günstiger aber nicht ausreichend genau sind (wie der ELISA).

Über die letzten Jahrzehnte wurde klar, dass Vitamin-D eine weit höhere Bedeutung hat als die Regelung des Knochenstoffwechsels. Belegt ist ein Bezug auf das Immunsystem, über den sich auch der vermutete Einfluss auf Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale oder Infektionskrankheiten erklären könnte.

Was bedeuten all diese Informationen für Kinder und Jugendliche in Deutschland? Die KiGGS (Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland) zeigte, dass der Vitamin-D-Spiegel nur bei einem Drittel der Kinder im Zielbereich lag. Bei den anderen lag der Wert darunter. Echte Mangelerkrankungen sind aber eine Rarität. Die deutschen Kinder- und Jugendärzte vertreten in der Mehrheit den Standpunkt, dass allein ein niedriger Vitamin-D-Wert bei Kindern nach dem zweiten Geburtstag keinen Behandlungsgrund darstellt.

Eine Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie (DGKED) zur Gabe von Vitamin D bei über 2-jährigen Kindern liegt seit 2018 vor. Darin können Sie weitere Details zu dieser Frage nachlesen.

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