Was geht rum? 20. Februar 2021

Ist shoppen wichtig? Für viele Händler schon. Wichtig ist aber in erster Linie, das Schule und KiTa für a l l e Kinder und Jugendlichen essentiell und für ihre Entwicklung unersetzlich ist. Quelle: ptw

Pandemie: Internetportal zur Unterstützung von Jugendlichen im Alltag

Kinder- und Jugendärzte: Kinder in der COVID-19 Pandemie

Sitting, Waiting, Wishing – dass morgen alles besser wird? 

Pollenallergie ja, Infekte wenig

Für Jugendliche sowie für deren Eltern gibt es aus München nun ein Internetportal, das sich mit Alltagsproblemen in der Coronapandemie auseinandersetzt. Angesprochen werden bei „corona-und-du“ Jugendliche und – separat – Eltern mit Themen, die im beklemmenden Alltag der Pandemie häufig noch drückender sind als zuvor. Das Spektrum reicht von „Die Welt steht Kopf“ bis zu „Hol Dir Hilfe“ mit praktisch unterstützenden Angeboten.

Von den kinderärztlichen Gesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)) liegt eine aktuelle, sehr lesenswerte Stellungnahme zum Thema  „Kinder in der COVID-19 Pandemie“ vor. Darin wird – ähnlich wie im praxisblättle – nochmals unterstrichen, wie wenig die Schulschließungen zur Eingrenzung der Pandemie beitrugen, wie schwerwiegend diese aber für das Wohl der Kinder und Jugendlichen waren.

Ruhepause. Quelle: ptw

Geschrieben wird viel. Geredet sowieso. Aber vorausgedacht? Im letztem Sommer waren alle glücklich über die niedrigen Infektionszahlen wie in jedem Jahr bisher, wenn die Grippe nicht kam. Impfungen gegen das C-Virus waren in Entwicklung, BioNTech weit vorne. Aber kaum einen hat’s interessiert. Doch dann kam alles anders: Die Infektionszahlen schnellten nach oben und der einzige Plan war: Hoffentlich kommt bald ein Impfstoff. Es schien um Tage zu gehen. Aber was fand politisch statt? „Sitting, Waiting, Wishing” wie im Jack-Johnson-Song, an den die Journalistin Luisa Hofmeier kürzlich treffend erinnerte. Auch heute könnten verantwortliche Menschen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Pläne für Kinder in Schule/ KiTa unter Berücksichtigung von Impfungen/ Ansteckungsrisiken/ technischen Schutz-Möglichkeiten (von Lüftungsanlagen bis zu einer sinnvollen App) entwickeln. Aber wieder scheint es: Alle warten und hoffen ohne den berühmten Plan-B. Die sinkenden Infektionszahlen im Moment sind wohl eher dem frostigen Wetter der letzten Wochen geschuldet. Wer geht bei diesen Temperaturen schon gerne nach draußen? Wie kann sollte es also im lieblichen Frühjahr weitergehen in Bezug auf unsere Kinder in Schule und KiTa? Auch wenn die Inzidenzwerte wieder schlechter wären? Doch wohl keine Schulschließungen. Da ist mehr und intelligenteres möglich!

Aus Israel kamen diese Woche die ersten Meldungen zur Wirksamkeit der Coronaimpfung mit dem Impfstoff von BioNtech/Pfizer. So hat die Krankenkasse Clalit 600.000 Menschen (Beitrag in Englisch) untersucht, deren zweite Corona-Impfung mindestens eine Woche zurücklag. Danach ergaben sich in der Gruppe der Geimpften 94 Prozent weniger symptomatische Infektionen als in einer Kontrollgruppe von noch nicht geimpften Menschen. Eine weitere Studie hatte vor einer Woche bereits berichtet, dass unter den frisch Infizierten nur ein Anteil von 0,1 Prozent der Personen waren, die bereits geimpft worden waren. Nach vielen „Labor-Studien“ zeigen diese nun Ergebnisse aus dem wahren Leben: Die Corona-Impfung wirksam ist. Nicht zu 100% – aber fast. Eine gute Übersicht gibt das Faktenblatt zur mRNA-Impfung vom Robert-Koch-Institut.

Haselblüten. Quelle: pixabay, Manfred Richter

Der Pollenflug hat inzwischen Schwung aufgenommen. Die Pollenbelastung mit Erle und Hasel ist hoch und wird sich über das Wochenende vom Oberrhein und Bodensee in höhere Lagen ausbreiten. Eltern von allergiebelasteten Kindern sollten die Notfallmedikamente (z.B. Notfallsprays wie Salbutamol) zuhause überprüfen.

Weiterhin treten nur wenig Infektionskrankheiten bei Kindern auf. Das betrifft alle Infekte der Atemwege außer die mit den Rhinoviren. So tritt Schnupfen durchaus noch auf, aber kaum Bronchitis oder Lungenentzündungen. Selbst der Keuchhusten hat nur eine Häufigkeit, die um 90% niedriger liegt als vor einem Jahr um diese Zeit.

Was geht in der Welt rum? Nicht nur bei uns gibt es Zecken. Unser südlicher Nachbar, die Schweiz, berichtet von der ersten FSME-Erkrankungen in diesem Jahr. Aber auch im Elsass, unserm westlichen Nachbarn, spielen Zecken eine enorme Rolle. Sie kommen dort doppelt so häufig vor wie in der Region Paris. Unter den Kindern sind in Bezug auf die Borreliose besonders die Kinder von 5-9 Jahren betroffen. Ein Gebiet mit besonders hoher Belastung ist die Region um Sélestat, die sich auf Höhe des Kaiserstuhls auf der französischen Seite des Rheins anschließt mit mehr als 200 Fällen pro Jahr auf 100.000 Einwohner.

Ich hoffe, Sie finden viel Zeit, um das frühlingshafte Wochenende mit Ihrer Familie zu genießen. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

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