Kampf dem Plastikmüll: Auch ein Weg für gesündere Atemwege unserer Kinder

Plastikmüll Foto: pixabay, Gerald Simon

Mit dem wärmer werdenden Frühling wird auch die Luftqualität in den Städten meist schlechter. Die Qualität ergibt sich aus einer Summe vieler Schadstoffe, die von uns Menschen verursacht sind. Die gute Seite: Was wir verbockt haben, können wir – rein theoretisch und mit einigen Kraftanstrengungen – auch wieder in die positive Richtung ändern und damit die Zunahme weiterer Schäden verlangsamen.

Hauptursache für eine schlechte Luftqualität ist das Verbrennen fossiler Energieträger und von Biomasse wie bei den Brandrodungen. Dabei entstehen Giftgase wie SO2, NOx, Methan , Feinstaub und Schwebestoffe aus unterschiedlichen Quellen.

Apropos Schwebestoffe. Auch Plastikmüll schadet langfristig enorm. Allein in Deutschland verbrauchen die Menschen pro Stunde 320.000 Stück Kaffeebecher, wie das Bundesumweltministerium berechnet hat. Pro Jahr sind das 2,8 Milliarden Becher. Und damit eine Menge Mikroplastik für die Zukunft, die über Jahre den zerfallenden Plastikbechern entfleucht. Mikroplastik ist schon heute in spürbaren Mengen in der Nahrung. Und es findet sich sogar in der Luft, wie Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts nachweisen konnten. In frisch gefallenem Schnee in den Bayrischen Alpen fanden sie bis zu 154.000 Plastikteilen pro Liter, die der Schneefall aus der Luft „ausgewaschen“ hatte. Es sieht also so aus, als würden wir zunehmend auch Mikroplastik einatmen. Dass diese Teilchen fliegen können dürfte nicht verwundern. Immerhin haben uns in diesem Jahr schon mehrere Sahara-Staubwolken aus über 3000 km Entfernung in Baden-Württemberg erreicht.

In wenigen Wochen, ab dem 3. Juli 2021, ist die Herstellung von Einwegplastik in der EU untersagt. Das ist ein wichtiger Schritt, der unseren Alltag verändert. Mit der beginnenden Grillsaison können wir direkt dazu beitragen und Einwegplastik einsparen. Eine Möglichkeit ist, schon jetzt auf essbares Besteck umzusteigen.

Das wird zum Beispiel vom Start-up-Unternehmen Kulero angeboten, das von Hemant Chawla mit seiner Geschäftspartnerin Juliane Schöning aufgebaut wurde. Sie stellen essbare Löffel, Schüsseln, Strohhalme oder Teller her, wobei in Westindien sowie bei einem Kekshersteller in Baden-Württemberg produziert wird. Abnehmer ihrer Produkte sind Supermarktketten wie Edeka oder Rewe ebenso wie Restaurants und Gefängnisse.

Alexander von Humboldt. Statue im Central Park, NYC Foto: wikimedialimages

Ein kleiner Beitrag zur Verbesserung der Umwelt. Immerhin. Übrigens hat schon Alexander von Humboldt – lange bevor das Auto erfunden oder Industrieschlote rauchten – erkannt, wie die Menschen durch ihr Verhalten die Abläufe der Natur nachhaltig stören. Auf seiner Reise durch Südamerika von 1799 bis 1804 beschrieb er beispielsweise den Einfluss von Waldrodungen auf den Wasserhaushalt. Obwohl wir  Menschen das seit über 220 Jahren wissen, werden weiter Wälder abgeholzt um Soja anzubauen, damit wir schließlich mehr Fleisch auf den Tisch bekommen. Und vieles andere mehr.

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