Kinder- und Jugendärztinnen und Kinder und Jugendärzte – wirklich?

"Mind the gap" - Vorsicht an der Bahnsteigkante. Hört sich immer sehr freundlich an, sagt aber, dass wir zu blöd sein könnten, die Bahnsteigkante zu erkennen....... Irgendwann dürfen Menschen ins Leben entlassen werden. Foto: pixabay, Andrew Martin

Im Medienalltag hören und sehen wir Menschen, die in ihren Beiträgen immer schneller reden, um politisch korrekt zu sprechen. Zum Beispiel wenn’s um die Schule geht: „Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer haben …….“. Bis wir diese korrekte Bezeichnung gehört haben, haben wir kaum noch Lust dem weiteren eigentlichen Inhalt der Nachricht zu lauschen. Aber alles war schön korrekt.

Auch beim Schreiben des praxisblättle stehe ich regelmäßig vor dieser Herausforderung, meinen Fingern diese langen feinmotorischen Übungen zu ersparen. Und so schreibe ich dann einfach Kinder- und Jugendärztinnen und manchmal – ganz frech – nur Kinderärzte. Und ich hoffe, dass den Lesern dennoch klar ist, dass im einen Fall auch männliche Ärzte und im anderen auch Jugendliche gemeint sind. Denen dürfte die ganze Diskussion ohnehin wurscht sein. Sie sind keine Kinder mehr, als Erwachsene werden sie auch nicht wahrgenommen (oder wollen es meistens auch nicht). Und sie sind gewohnt – nicht nur in der Sprache – vergessen zu werden.

Ein mit viel Herz und Witz gespickter Artikel von Nele Pollatschek im Tagesspiegel nimmt der schwermütigen Diskussion dieses Themas die Spitze. Den möchte ich Ihnen zum Lesen empfehlen. Danach ist der Umgang mit dem genderism – oder auf gut Deutsch Geschlechterwissen – viel leichter.

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