Chronische Erkrankungen bei deutschen Kindern: Was „verliert“ sich?

Aus Grau-in-Grau erwächst Grün. Neue Hoffnung. Das gibt es oft auch bei Krankheiten .... Foto: pixabay, Alexey Klein

Auch Kinder und Jugendliche sind von chronischen Erkrankungen betroffen. Das zeigt die aktuelle Auswertung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutsch­land (KiGGS) nochmals deutlich. Etwa jedes sechste Kind unter 18 Jahren ist chronisch krank wie aus der Arbeit im Journal of Health Monitoring hervorgeht

Asthma bronchiale ist eine der häufigen chronischen Erkrankungen. In ihrer Basiserhebung untersuchte die KiGGS 17640 Kinder und Jugendliche in den Jahren 2003 bis 2006. Von diesen nahmen 6.465 (36,6%) Kinder und Jugendliche auch an der zweiten Untersuchung („Welle 2“) in den Jahren 2014-2017 teil. Dabei zeigte sich, dass gegenüber der Basisuntersuchung 65% der Kinder mit der Diagnose „Asthma“ zehn Jahre später beschwerdefrei waren. Umgekehrt: Noch ein Drittel der jetzt Jugendlichen war von Asthma betroffen und benötigte Asthmamedikamente.

In Bezug auf Adipositas (starkes Übergewicht) waren noch die Hälfte der untersuchten Jugendlichen vom Übergewicht betroffen.

Bei einigen Kinder, die zu Beginn der Untersuchung frei von chronischen Erkrankungen waren, traten solche in den 10 Jahren bis zur Zweituntersuchung („Welle 2“) neu auf. So entwickelten 3,4 Prozent erstmals ein Asthma bronchiale und 5,1 Prozent erstmals eine Adipositas.

Es bleibt die Frage, ob sich chronische Erkrankungen nach der Pubertät überhaupt „verlieren“ können und ob dieses Ende der chronischen Erkrankung anhaltend ist. So weist beispielsweise das Asthma bronchiale eine bedeutsame genetische Komponente auf, die lebenslang bestehen bleibt. Und damit wohl auch das Risiko, später unter ungünstigen Bedingungen – Rauchen! und anderes – wieder Symptome dieser Erkrankung zu bekommen. Bewiesen ist das nicht, aber leider doch wahrscheinlich.

Nach Verschwinden der Krankheitssymptome (oder auch schon zuvor) ist es vermutlich ratsam, den Lebensstil zu ändern. Nichtraucher zu sein reduziert die Empfindlichkeit der Atemwege, viel Sport zu machen wirkt unter anderem dem Übergewicht entgegen. Einfach abzuwarten ohne aktive Mitarbeit dürfte in den seltensten Fällen langfristig erfolgreich sein.

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