Was geht rum? 05. Juni 2021

Impfzentren. Gelegentlich vereinsamt aus Mangel an Impfstoffen. Foto: ptw

Zwei Milliarden Coronaimpfungen weltweit

Coronaimpfungen für Jugendliche: Das Ringen um den richtigen Weg

Coronainfektionen in Kindertagesstätten

Gräserpollen und Hantaviren

Vor weniger als einem halben Jahr begann die weltweite Impfkampagne. Seit dem 2. Juni dieser Woche sind mehr als 2 Milliarden Impfungen durchgeführt worden. Damit wurde etwa ein Viertel der Erwachsenen weltweit erreicht. Bis alle durchgeimpft sein werden sind jedoch noch weitere 10 Milliarden Impfungen erforderlich.

Die Häufigkeit an Coronainfektionen in Deutschland geht zurück. Manche Menschen haben dennoch sehr große Angst, weil es nicht nur um sie selbst geht: Schwangere sind verunsichert, ob eine Erkrankung auch Folgen für ihr Baby haben kann. Die Beobachtung, dass kein Grund zur Sorge besteht, teilt nun auch eine schwedische Studie um Mikael Norman vom Karolinska Institutet in Stockholm, in der 92% aller Geburten während der ersten 10 Monate der Pandemie in Schweden erfasst wurden. Demnach ist die Rate von Atemproblemen bei Neugeborenen von Corona-infizierten Müttern mit 2,8% gegenüber den anderen Müttern (2,0%) nur leicht erhöht.

Über die Bedeutung von Coronainfektionen für Kindern wird inzwischen kontrovers diskutiert. Das ist eine gute Nachricht. Inzwischen ist unumstritten, dass Kinder und Jugendliche seltener und schwächer an COVID-19 erkranken als Erwachsene. Unklar ist jedoch die Häufigkeit und die Bedeutung der Komplikationen wie long-COVID oder PIMS (MIS-C). Eine andere Frage hat die Forschergruppe um Prof. Dr. Drosten erhellt. In Ihrer Studie in Science konnte die Berliner Gruppe zeigen, dass im Erwachsenenalter keine bedeutsamen Unterschiede in der Viruslast bei von COVID-19-Infizierten vorliegen (in den PCR-Abstrichen um die 2,5 Millionen Kopien des SARV-CoV-2-Erbmaterials). Bei Kindern und Jugendliche über 5 Jahren ließen sich mit steigendem Alter gleiche Werte belegen: „Mein anfänglicher Eindruck einer ungefähr gleich großen Infektiosität aller Altersgruppen hat sich bestätigt, nicht nur hier, sondern auch in anderen Studien“, so Drosten. Ob Impfungen von Kindern im Schulalter sinnvoll sein könnten, hängt also auch von der Bedeutung von COVID-19-Komplikationen bei Kindern ab. Ab Montag werden sie erlaubt sein. Die STIKO bewertet momentan die Daten aus der Zulassungsstudie von BioNTech/Pfizer, die sie für nicht ausreichend hält: „Die Zahl der in der Studie geimpften Kinder ist einfach zu gering, um eine belastbare Aussage über die Sicherheit in dieser Alters­gruppe zu machen“, so der Vorsitzende der STIKO Prof. Dr. Thomas Mertens aus Ulm

Im Leicester Children’s Hospital in Großbritannien wurden von März 2020 bis Februar 2021 Kinder bei Aufnahme in die Klinik auf SARS-CoV-2 untersucht. Von den 1427 aufgenommenen Kindern waren 5,6% in der PCR positiv getestet worden, von denen wiederum 20% keine COVID-19-Symptome aufwiesen. Auffallend war, dass mit der Öffnung der Schulen in Großbritannien die Zahl der asymptomatischen Kindern im Krankenhaus um das 1,65-fache anstiegen. 

Aus Washington, DC, gibt es eine Studie der Kindertagesstätten (day care centers). Dort waren zwischen Juli und Dezember 2020 etwa 24% der 449 KiTas von mindestens einem Fall einer Coronavirusinfektion betroffen, 5,8% hatten einen Ausbruch. Von den insgesamt 319 Infizierten waren nur 43,9% Kinder. Ansonsten waren Lehrer und andere Mitarbeiter betroffen.

Infekte treten im Sommer wenige auf. Das ist seit Wochen so und zuletzt – bei ansteigenden Temperaturen – nicht anders. Das gilt nicht für das Hantavirus, das in diesem Jahr zu 796 (2021: 24 Infektionen) Infektionen geführt hat.

Pollenbelastung der Gräserpollen in Basel über die letzten 365 Tage in No/qm Foto: meteoschweiz.ch

Die Gräserpollenzeit ist gekommen. Besonders starke Belastung wird aus dem Bodenseeraum und vom Oberrhein gemeldet. Begleitend haben sich die ersten Wegerichpollen zurückgemeldet.

Was geht in der Welt rum? Unterernährung ist gerade für Kinder ein unermesslich gravierendes Problem. Es betrifft vorwiegend Kinder in Afrika: Stunting, so wird das in der Medizin genannt, wenn die Körpergröße aufgrund der Mangelernährung deutlich unter der Norm liegt. Das gibt leider keine Schlagzeilen in den Medien, setzt aber Kindern und Jugendlichen kurz- und langfristig Grenzen für ein würdiges und erfolgreiches Leben auf diesem Planeten. Zwischen 2010 und 2020 ist nach Angaben der WHO die Häufigkeit des Stunting bei Kindern unter 5 Jahren von 27.7% auf 22% zurückgegangen. Anders gesagt. Es sind nun 30 Millionen weniger Kinder, die darunter leiden müssen. Ein erster Erfolg, der anspornen sollte.

Genießen Sie mit Ihren Kindern ein warmes und abwechslungsreiches Wochenende. Herzlich grüßt Sie Ihr

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.