Was geht rum? 12. Juni 2021

Pollenflug der Kiefer. Deren gelbe Pollen sind schön zu sehen und legen sich in den nächsten Tagen auf Autos und andere Flächen. Der Flug der Gräserpollen ist nicht sichtbar, aber über Niesen und Husten Betroffener hörbar. Foto: ptw

Chaos um Coronaimpfungen für Jugendliche

Explosionsartiger Anstieg bei den Hantavirusinfektionen

Die Gräser blühen mit aller Macht

Windpocken fliegen weit

Es war fast zu erwarten, das Chaos um die Coronaimpfungen für Jugendliche. Die STIKO kommt nach wissenschaftlichen Abwägungen zur Überzeugung, dass nur Kinder und Jugendliche (ab 12 Jahren) mit Vorerkrankungen zu impfen seien. Ihr indirekter Boss hingegen, der Gesundheitsminister, empfiehlt Impfungen für die gesamte Altersgruppe. Und die Kinder bzw.  Jugendlichen selbst? Ihre Überlegungen und Gefühle kommen in der Diskussion nicht vor. Dabei haben nicht wenige von Ihnen weiterhin Angst vor COVID-19. Angst um sich selbst oder um Menschen in ihrer Umgebung die ihnen wichtig sind. Könnte das nicht auch ein Grund zur Impfung sein? Okay, Eltern sind Wähler. Der Bundestagswahlkampf lässt grüßen. Aber im Zentrum sollte doch der jugendliche Mensch stehen, der auch für sich selbst Verantwortung übernehmen möchte.

Häufigkeit der Hantavirusinfektionen in Deutschland im Jahre 2005 Foto: Epidemiologisches Bulletin, RKI

Das Hantavirus ist ein eher unbekannter Krankheitserreger. In Baden-Württemberg ist dieses Virus schon seit Jahren aktiv. Die Krankheitsfälle haben in diesem Jahr explosionsartig zugenommen. Waren es im letzten Jahr Mitte Juni 24 Fälle, so liegt die Zahl jetzt beim 35-fachen, genau bei 839. Bei Kindern kommen Hantavirusinfektionen eher selten vor, die die Fallverteilung des Jahres 2005 vom RKI zeigt. Mehr Informationen zum Krankheitsbild finden Sie im praxisblättle-Beitrag „Hantavirus – eine seltene Gefahr für Kinder“ .

Eine Dusche: Angenehm an heißen Tagen und für Allergiker sinnvoll vom dem Zu-Bett-Gehen. Foto: pixabay, Abdul Momin

Allergiker merken es seit 2 Tagen: Der Gräserpollenflug hat mit der Rückkehr des Sommer massiv zugenommen. Bis Mitte nächster Woche wird die Wetterlage und vermutlich auch der Flug der Pollen unverändert bleiben. Dabei kann es im Zusammenhang mit Hitzegewittern auch zu massiven Pollenbelastungen gerade bei Asthma-Betroffenen kommen. Noch ein kleiner Tipp: Abendliches Duschen inklusive Haarwäsche verhindert, dass die Pollen ins Bett getragen werden und dort über die Nacht die Atemwege belasten.

Windpocken in einem frühen Stadium mit Papeln und beginnenden Bläschen. Foto: ptw

Die Windpocken sind insgesamt kaum präsent. In der Region Lörrach und Ravensburg gibt es jedoch kleiner Ausbrüche. Die Windpockenviren als solche sind sehr stabil und können selbst durch trockene Lüfte über 100 Meter weit fliegen und andere Menschen erreichen, die von „ihrem Glück“ nichts mitbekommen.

Was geht in der Welt rum? Einen Ausbruch von Hepatitis-A-Infektionen erlebt in diesem Jahr Neukaledonien. Auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe im Südpazifik wurden bislang 251 Infektionen festgestellt. Bei Kindern verläuft diese Infektion meist ohne Symptome. Es gibt eine sehr gut verträgliche und gut wirksame Impfung gegen Hepatitis A.

Endlich ist der Sommer angekommen. Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Wochenende. Herzlich grüßt Sie Ihr

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