Corona-Komplikationen bei Kindern: PIMS / MIS-C:

Leidendes Baby. Foto: pixabay, Ben Kerckx

Coronainfektionen verlaufen bei Kindern anders als bei Erwachsenen, das ist gut bekannt. Meist sind die Erkrankungen so schwach, dass die Infektion kaum bemerkt wird. Dennoch kann es nach Coronainfektionen von Kindern zu schweren Komplikationen kommen, deren Bedeutung gelegentlich unterschätzt wird.

Stationäre Behandlungen von COVID-19 bei Kindern in Deutschland (grau) sowie Fallzahlen von PIMS /MIS-C (orange) seit Beginn der Pandemie. Foto: DGPI

Eine schwere Komplikation im Zusammenhang von COVID-19 stellt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) dar, das in den USA als „multisystem inflammatory syndrome in children“ (MIS-C) bezeichnet wird. Der Buchstabe M (multisystem) beschreibt ein typisches Zeichen dieser Erkrankung: Es betrifft mehrere Organe des kindlichen Körpers: Herz, Lunge, Nieren, Haut, Gehirn, Augen oder Magen-Darm-Trakt. Um es gleich vorweg zu sagen: Die Ursache hierfür ist unbekannt. Klar ist nur, dass es im Zusammenhang mit einer Coronainfektion steht und oftmals 2 Wochen nach einer solchen bei Kindern und Jugendlichen unter 21 Jahren auftauchen kann. Das PIMS/ MIS-C ähnelt in vielen Aspekten dem Kawasaki-Syndrom, weißt aber auch entscheidende Unterschiede auf (z.B. die betroffene Altersgruppe ist beim Kawasaki-Syndrom deutlich jünger).

Welche Symptome zeigt PIMS/ MIS-C?

Meist kommt es etwa zwei Wochen nach einer Coronainfektion zu ersten Beschwerden, wobei die Coronainfektion selbst gelegentlich so schwach verlief, dass sie kaum bemerkt wurde. Typisch sind anhaltendes Fieber, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge und – in schweren Fällen – auch Blutdruckabfall mit Schock. Besonders häufig sind eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder akute Nierenerkrankungen.

Wer ist betroffen?

Altersverteilung PIMS. Foto: DGPI

In den USA sind (Stand 06.06.2021) sind dort inzwischen 4018 Kinder und Jugendliche mit einem Durchschnittsalter von 9 Jahren betroffen. Von ihnen sind die Hälfte zwischen 5 und 13 Jahre alt und 60% männlich. Insgesamt verstarben in den USA 36 Kinder an PIMS/ MIS-C, also fast jedes hundertste erkrankte.

In Deutschland sind (Stand 06.06.2021) 341 PIMS-Fälle bekannt. Von diesen trugen 5,9% Folgeschäden davon, aber keines verstarb. Interessant ist, dass die meisten Kinder mit PIMS mit einer anderen Aufnahmediagnose als PIMS in die Klinik eingeliefert wurden. Die Mehrheit wurde auf einer Intensivstation behandelt und erhielt immunmodulatorische Therapien.

Manche Forscher vermuten, dass MIS-C /PIMS  mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1000 Corona-Infektionen bei Kindern auftritt. In der Fachwelt ist die Bedeutung der schwerwiegenden Komplikation von COVID-19 jedoch noch nicht abgeschlossen.

Das CDC in den USA hat einige Fälle einer vergleichbaren Erkrankung bei Erwachsenen beschrieben. Sie nennt sich MIS-A, wobei „A“ für Erwachsene (adult) im Gegensatz zu „C“ (child) steht.

2 Kommentare

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