Was geht rum? 19. Juni 2021

Wespen begleiten uns die kommenden Wochen. Sie suchen Baumaterial - wie hier auf dieser Holzbank - und Nahrung, wenn wir draußen gemütlich beim Grillen zusammensitzen. Foto: ptw

Kommen nach Corona die anderen Viren zurück? Zunahme von RS-Viren

Wiesengräserdermatitis 

Viel Sonne – viel Ozon

Chikungunya in Brasilien

Der Lockdown mit Tragen der Gesichtsmasken und viel Abstand zwischen den Menschen hat einen Großteil der Virusinfektionen unterbunden. So ist die Grippewelle (Influenza) im letzten Winter ausgefallen. Auch die anderen Erreger von „Erkältungen“ wie die Rhinoviren, die Metapneumo- und Parainfluenzaviren hielten sich zurück. Und ebenso die älteren saisonalen Coronaviren, die es schon lange vor dem SARS-CoV-2 gab.

Antigen-Nachweis bei RS-Viren in den USA. Foto: CDC

Der Lockdown ist weitgehend zu Ende. Es verwundert also nicht, dass das Center for Disease Control and Prevention (CDC) aus den USA einen rasanten Anstieg der Erkrankungen mit einem anderen Virus meldet: dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus). Dieser Erreger betrifft häufig Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr mit teilweise schweren Krankheiten wie der Bronchiolitis. Für die kommenden Monate rechnet man in den USA auch mit RSV-Erkrankungen älterer Kinder, die das Virus wegen des Lockdown bisher nicht „kennengelernt“ haben. Bleibt abzuwarten, wie sich diese und die anderen Erkältungsviren bei uns im Herbst verhalten werden.

Häufigkeit der Corona-Varianten in Deutschland im Verlauf der letzten Wochen. Foto: RKI

Noch ist das Coronavirus im Lande. Und immer häufiger auch die Delta-Variante (B.1.617.2), die früher indische Variante hieß und die um 40-80% ansteckender ist als der Wildtyp. Glücklicherweise mag sie nach neuen Informationen den Sommer weniger als gedacht. Dennoch ist ihr Anteil an den untersuchten Varianten im Ländle nach Angaben des Landesgesundheitsamtes auf 2,73% angestiegen. Besonders betroffen ist eine KiTa in Waiblingen, für deren Kinder und Mitarbeiter in dieser Woche Quarantäne angeordnet wurde. Diese Delta-Variante könnte, wenn es ungünstig läuft und keine ausreichende Zahl an Erwachsenen vollständig geimpft sind, im Herbst eine weitere Krankheitswelle auslösen.

Corona-Schnelltests sind im Moment nicht mehr so bedeutsam wie noch vor einigen Wochen. Aber sie sind so günstig wie wohl noch nie. So bietet die Drogeriekette DM Schnelltests zum Selbermachen vom Anbieter Hotgen für 80 Cent an. Dabei handelt es sich um geprüfte Tests mit Zulassung vom Bundesinstitut für Medizinprodukte (BfArM).

Wiesenbärenklau im Schwarzwald. Eine schöne Pflanze in unseren Wiesen, deren Saft aber Hautprobleme hervorrufen kann. Foto: ptw

Langsam beginnt die Zeit des Wiesenbärenklau. Die Berührung mit dieser Pflanze, besonders aber der Saft in deren Stängeln kann im Zusammenhang mit Sonneneinstrahlung zu verbrennungsartigen Hautverletzungen führen: Wiesengräserdermatitis. Besonders heftig sind die Blasen auf der Haut nach Kontakt zum Riesenbärenklau, der großen Variante der an sich hübschen Pflanze.

Ozon-Werte von Friedrichhafen am 17.06.2021. Foto:ptw

Mit der herrlich scheinenden Sonne steigen auch die Ozon-Werte wieder kräftig an. Das gilt besonders für die frühen Nachmittagsstunden. In dieser Zeit sollten sich Kinder eher in der Wohnung oder auch im Wald aufhalten, da in den schattigen Zonen die Belastung mit Ozon niedriger ist. Körperliche Anstrengungen am Nachmittag sind für alle ungünstig, besonders wenn sie von Atemwegsproblemen wie Asthma bronchiale oder Mukoviszidose betroffen sind. Am Morgen liegen die Werte noch niedrig, wie das Beispiel von Friedrichhafen zeigt: 41 µg/m3 um 09:00 Uhr am Freitag. Nachmittags steigen sie bis nahe 180 µg/m3, was der Schwellenwert zur Information der Bevölkerung ist.

Der Gräserpollenflug ist auf seinem Höhepunkt angekommen, alle betroffenen Allergiker spüren es seit Tagen. Entspannter ist die Situation in den Höhenlagen des Schwarzwaldes. Auch in der zweiten Hälfte des Juni bleiben die Gräser die häufigste Pollenart in den Lüften.

Was geht in der Welt rum? In Brasilien, genauer im Bundesstaat São Paulo, traten in diesem Jahr viele Verdachtsfälle an Chikungunya auf. Bis Mai wurden schon 9.475 festgestellt. Im letzten Jahr kam es landesweit zu 36.250 Verdachtsfällen, im Jahr 2019 waren es 174.140 Verdachtsfälle sowie 81 Todesfälle. Chikungunya ist eine Viruserkrankung, die mit heftigen Knochenschmerzen einhergeht. Sie wird von Mücken übertragen, ein konsequenter Einsatz von Repellentien wie DEET ist zur Vorbeugung sinnvoll.

Mit etwas Schatten, einem kleinen Planschbecken und Eis können Kinder zusammen mit den Eltern auch das kommende heiße Wochenende genießen. Herzlich grüßt Sie Ihr

 

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