Was geht rum? 26. Juni 2021

Schwimmen schützt. Und macht Kindern unendlich viel Spaß, wenn es Eltern gelingt, ihnen das Element Wasser näher zu bringen. Erst Spaß, dann Tachnik. Foto: pixabay, Jan Haerer

Sommer I: Schwimmen lernen – weil’s Spaß macht und vorm Ertrinken schützt

Sommer II: Mit Sonne weniger Corona-Infektionen

Sommer III: Erneut erheblicher Gräserpollenflug

Sommer: IV: Kaum Infektionen

Schwimmen in Bädern, in Seen oder im Meer ist für viele der Höhepunkt eines Sommer. Mit der Corona-Pandemie dürfte jedoch die Zahl der Kinder die schwimmen können zurückgegangen sein. Aus den USA liegen Daten vor, die klarmachen, wie wichtig die Fähigkeit zu schwimmen für Kinder ist. Demnach ist der Ertrinkungstod die zweithäufigste Todesursache von Kindern unter 14 Jahren. Das gilt auch für Deutschland. Bei uns sind es pro Jahr 30-40 Kinder, die so ihr Leben verlieren. Umso wichtiger ist es, Kinder in diesem Sommer den Wasserspaß genießen zu lassen. Damit sie Lust bekommen, schwimmen zu lernen.

Einflussfaktoren auf den saisonalen Rückgang der SARS-CoV-2 Infektionen im Sommer in Europa. Foto: Tomáš Gavenciak et al., 2021

Drängt der Sommer die Bedeutung der Coronaviren zurück? Betrachtet man die Erkrankungszahlen scheint dies der Fall zu sein. Auch Wissenschaftler wie Prof. Drosten von der Charité weisen darauf hin: „Nach derzeit konsensfähigen Schätzungen bewirkt der Sommereffekt ca. 20% Reduktion“ schreibt er auf Twitter. Eine Studie der Universität Oxford findet mit ihren Modellrechnungen, dass in 143 gemäßigten Klimazonen in Europa ein Rückgang der Übertragung von 42,1% zum letzten Winter stattgefunden hat. Diese Saisonalität ist jedoch komplexer als gedacht, wie die obenstehende Graphik (in Englisch) zeigt. So geht der Sommer mit mehr UV-Strahlung einher, Menschen halten sich länger draußen auf und somit wird die Empfänglichkeit für Infektionen auch über höhere Vitamin-D-Spiegel vermutlich verringert.

Vor den Ferien hat das Auswärtige Amt eine wichtige Änderung umgesetzt: Ab Juli werden nur noch Reisewarnungen für Hochrisikogebiete ab einem Inzidenzwert von 200 (Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf 100.000 Einwohner pro Woche) ausgesprochen.

Die Gräserpollensaison wird zum Wochenende einen zweiten heftigen Anlauf nehmen. Dieser wird vom (geringen) Flug der Spitzwegerichpollen begleitet sein.

Atemwegsinfektionen sind jahreszeitlich bedingt weiterhin selten. Bei den Kinderkrankheiten wirken die Corona-Schutzmaßnahmen nach: keine Masern, kein Mumps, keine Röteln im Ländle in der letzten Woche. Der Sommer ist eine gute Gelegenheit, das Impfheft herauszuholen und fehlende Impfungen (nicht nur) bei Kindern nachzuholen.

Was geht in der Welt rum? In Madagaskar steigt die Zahl der Malaria-Erkrankten seit dem vierten Quartal 2020 stark an. Bis März dieses Jahres wurden etwa 768.200 Fälle dokumentiert, wobei die südlichen Regionen der Insel im Indischen Ozean besonders stark betroffen sind. Dort regnet es – vermutlich infolge des Klimawandels – in den letzten Jahren kaum noch, die chronische Unterernährung (stunting) nimmt dramatische Ausmaße an und die Gesetzeslosigkeit (Vieh-Diebstahl von sog. valahos) ebenso. Als Reiseziel ist diese Region aus genannten Gründen kaum zu empfehlen. Für  unerschrockene Menschen dürften die Malariaprophylaxe oder das Verhindern von Coronainfektionen vernachlässigbare Probleme sein.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sommerwochenende mit Ihrer Familie. Herzlich grüßt Sie  Ihr

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