Was geht rum? 03. Juli 2021

Baden macht in jedem Alter Spaß. Foto: pixabay, StockSnap

3 Milliarden Menschen geimpft – Impftempo nimmt Fahrt auf

Wird eine dritte Corona-Impfung kommen? 

Badedermatitis: Larven dringen in die Haut

USA: Winterinfekte schon im Sommer – bald auch bei uns?

Am Dienstag dieser Woche war es soweit: 3.000.000.000 (3 Milliarden) Corona-Impfungen sind weltweit verabreicht worden. Die erste Milliarde war innerhalb 20 Wochen verimpft worden, die letzte in nur 4 Wochen. Eine großartige Leistung. Richtig stolz können wir aber erst sein, wenn auch Menschen außerhalb der Industriestaaten – wie in Afrika – erreicht wurden.

Das Impftempo in Deutschland ist seit Wochen enorm hoch. Deutschland hat inzwischen sogar die USA übertroffen: In Deutschland sind zur Mitte des Jahres 54,08 Prozent der Bevölkerung erstgeimpft, in den USA sind es 53,80 Prozent. Bei den Zweitimpfungen haben wir noch Nachholbedarf.

Anteil der Virusvarianten in den auf SARS-CoV-2 untersuchten Proben des RKI nach Kalenderwoche. Foto: RKI

Am Wettlauf beteiligt sich auch die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus (B.1.617.2). Seit dieser Woche gehen 37% aller Infektionen (Stand 30.06.) deutschlandweit auf diese Variante zurück. In Baden-Württemberg liegt die Zahl mit 32% etwas niedriger. Trotzdem: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem SARS-CoV-2 sinkt – noch!

Brauchen wir vielleicht eine dritte Impfung? Eine solche Booster-Impfung sollte für den wieder erlahmenden Impfschutz bei älteren oder immungeschwächten Menschen ein Antrieb (engl: booster) sein. Zu dieser Frage startet in England gerade die CoV-BOOST-Studie. In ihr wird verglichen, wie gut die Auffrischung einer bisher zweimaligen Impfung mit AstraZeneca oder BioNTech durch eine weitere Impfung gelingt. Zum Einsatz kommen dabei 7 verschiedene Impfstoffe, unter ihnen natürlich AstraZeneca (ChadOx1 nCoV-1), BioNTech (BNT162b2), aber auch Novavax (NVX-CoV2373) und CureVac (CVnCoV). Letzterer ist bekanntlich der Impfstoff aus Tübingen, dessen Wirkprofil im Moment heiß diskutiert wird.

Zu den Coronaimpfungen kommen in enger Taktung immer neue Aspekte ans Tageslicht. Ist ja auch verständlich: Immerhin gibt es die Impfung erst seit 7 Monaten. Viele Menschen sind verwirrt, besonders wenn es um die ständigen Wechsel bei der Strategie mit dem AstraZeneca- Impfstoff geht. Man wir an ein Zitat von Kurt Tucholsky erinnert: „Ich glaube jedem, der die Wahrheit sucht. Ich glaube keinem, der sie gefunden hat. “

Wasservögel. Foto: pixabay, S. Hermann & F. Richter

Im Juli wärmen sich die Seen in Baden-Württemberg spürbar auf, das Baden wird sehr angenehm. Die Wassertemperaturen gefallen aber auch den Zerkarien, kleinen Larven von Saugwürmern, die auf der Suche nach Enten sind, die sie befallen können. Auf diesem Weg verirren sie sich manchmal in die Haut von Menschen, die dann über viele Tage vom Juckreiz geplagt sind: Badedermatitis oder Zerkariendermatitis. Im praxisblättle der letzten Woche können Sie weitere Informationen hierzu finden.

Aus den USA kommen vermehrt Berichte, dass Kinder schon jetzt – vor der eigentlichen Infektzeit – die typischen Infekte der kalten Jahreszeit bekommen: Fieber, Halsschmerzen, Ohrentzündungen verursacht durch die Erkältungsviren (Rhinoviren, Parainfluenzaviren u.a.). Die Washington Post (in Englisch) hat gerade einen Artikel veröffentlicht, dass im Süden der USA die „Erkältungen“ schon jetzt begonnen haben. In Baden-Württemberg sind wir nicht soweit. Die Wintersaison wird aber in diesem Jahr zwischen den Erkältungsviren, Grippeviren und Coronaviren anders aussehen als vor der Pandemie.

Nach langer Pause sind im Kreis Konstanz zwei Fälle von Mumps aufgetreten. Wegen der Pandemie sind in Baden-Württemberg in diesem Jahr bisher nur 7 Fälle bekannt geworden. Im letzten Jahr waren es zur gleichen Zeit 62. Andere ansteckende Krankheiten des Kindes- und Jugendlichenalters sind nicht auffällig.

Bei den Pollen bleibt alles beim Gleichen: Am Wochenende werden die Gräserpollen wieder zu einem Höhenflug antreten nach einer weitgehend verregneten Woche. Begleitet werden sie von den Pollen des Spitzwegerich.

Grillspieße Foto: pixabay, Paweł Szpiler

Mit den warmen Temperaturen gibt es am Wochenende wieder vermehrt Grillfeste. Für Kinder sind das wunderbare Gelegenheiten, sich draußen auszutoben. Kontakt zu Gräsern wird sicher dabei sein. Deswegen sollte am Abend der Körper auf Zecken untersucht werden. Keine Panik: Gerade die Übertragung der Borrelien dauert Stunden. Wenn Zecken erst am Abend entdeckt werden, kann also eine Infektion höchstwahrscheinlich verhindert werden. Weitere Informationen hier.

Was geht in der Welt rum? In Nicaragua sind im Laufe dieses Jahres bereits 20.365 Menschen am Dengue-Fieber erkrankt, im letzten Jahr waren es insgesamt über 53.000 Betroffene. Mückenschutz ist die wichtigste Maßnahme, eine Ansteckung zu verhindern.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes und genussvolles Wochenende, Ihr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.