Was geht rum? 10. Juli 2021

Corona-Impfstoff. Foto: ptw

Corona I: Deltavariante hochgefährlich? Oder doch nicht?

Corona II: Gibt es doch Gründe, Kinder gegen COVID-19 zu impfen?

Corona III: Stellenwert der zellulären Immun-Antwort 

Gefahr für Immungeschwächte: Vibrionen in der Ostsee

Impfquote und erwartete Inzidenz in den kommenden 9 Monaten. Foto: RKI, Epidemiologisches Bulletin

Ist die Delta-Variante nun hochgefährlich, weil sie ansteckender als die anderen Virus-Varianten ist? Oder doch harmlos, weil die gängigen Corona-Impfungen gut gegen die Infektion oder zumindest gegen schwere Verläufe schützen? Die Aufarbeitung der Daten ist statistisch anspruchsvoll, solange kann es kein begründete Antwort geben. Dabei geht es um die Frage, wie lange eine Impfung die Weitergabe von Corona-Viren bei Infizierten bremsen kann. Auch wenn Sie es schon oft gehört haben: Am wichtigsten bleibt ein kompletter Impfschutz von möglichst vielen Menschen. Dieser liegt im Ländle bei 40,1% (Stand: 08.07.2021). Damit werden – neben dem Geimpften selbst – auch geschwächte Menschen und die riesige Gruppe der Kinder geschützt, für die es bislang keine Impfung gibt. Wie hier mehrfach  angemahnt: Urlaub ist schön, ohne Maske herumlaufen auch. Aber: Vergesst die Kinder (und Schüler) nicht ! 

Häufigkeit der PIMS in Deutschland, Stand 04.07.2021. Foto: DGPI

Für Kinder stellt eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 ein geringes Risiko dar, auch an COVID-19 (mit Symptomen) zu erkranken. Andererseits kommt es gerade in der Gruppe der Schulkinder zum PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, in den USA:MIS-C), einer schweren Folgekrankheit, die auch nach sehr leichten Coronaerkrankungen auftreten kann. Bisher wurden der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) 378 Fälle (Stand 04.07.2021) gemeldet. Neben dem Auftreten des Post-COVID, ist auch das PIMS bei Kindern ein Argument, umfangreichere Impfungen für Kinder und Jugendliche in Erwägung zu ziehen.

In 19 Tagen beginnen in Baden-Württemberg die Sommerferien. Somit wäre jetzt ein günstiger Zeitpunkt, an dem sich Eltern, Schulbehörden und Lehrer zusammensetzen und eine Corona-Strategie für das kommende Schuljahr ausarbeiten könnten. Dafür gäbe es eine gute Grundlage von medizinischer Seite: S3-Leitlinie Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen, erarbeitet von verschiedenen Verbänden, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Hier geht es um Fragen des Mund-Nasen-Schutzes, aber eben auch um Raum-Lüftungskonzepte. Lassen wir uns nicht einlullen: Eine neue Corona-Welle, hoffentlich leichteren Ausmaßes, wird kommen. Und wir sollten jetzt alles tun, um dann wenigsten den Schulbetrieb aufrecht erhalten zu können.

Kinder erkranken weniger schwer und selten mit dem SARS-CoV-2. Das ist lange bekannt und so manche Studie mit Antikörpern gegen das Coronavirus zeigten bereits, dass die saisonalen Coronaviren an der Abwehr von SARS-CoV-2 beteiligt sind. Die saisonalen Coronaviren sind schon seit Jahrzehnten für etwa jede vierte „Erkältung“ von Kindern verantwortlich. Jetzt konnten Forscher der Stanford University in einer Studie von Vamsee Mallajosyula und MitarbeiterInnen zeigen, dass auch die zelluläre Immunantwort für saisonale Coronaviren einen Beitrag dazu leistet, die SARS-CoV-2 zu bekämpfen. Es scheint, dass diese Immunreaktion von Abwehrzellen bei Kindern noch so stark ist, dass sie auch schwere COVID-19-Infektionen häufig verhindern kann.  

Regen in der Stadt. Foto: ptw

Weiterhin steht Regen auf dem Wetterprogramm. Doch zunächst auch mal etwas Hitze, damit die Allergiker ihre Allergie nicht vergessen. In Familien mit KiTa-Kleinkindern nehmen die einfachen Erkältungen zu: Winterinfekt im Sommer, Corona sei Dank. Da klagen selbst junge Mütter und Väter über Halsweh und Schnupfen. Im Homeoffice schläft das Immunsystem ein, nix ist los, keine Viren von den Büro-Kolleginnen oder -Kollegen von nebenan. Und mit FFP-2 Mundschutz kann man sich selbst am Wühltisch von ALDI nix mehr einfangen.

Was geht in der Welt rum? Okay, die Ostsee grenzt an Deutschland, ist aber auch mit anderen Ländern dieser Welt verbunden. Während im Südwesten bei warmen Wassertemperaturen die Zerkarien eine Badedermatitis verursachen, sind es sog. Vibrionen, die bei Temperaturen von über 20 Grad in der Ostsee bei Immungeschwächten schwere Infektionen auslösen können. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Wärme an diesem Wochenende wird uns allen sicher wohltun – pardon an alle Allergiker, die den Regen so genossen haben. Herzlich, Ihr

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