Was geht rum? 17. Juli 2021

Erkältungsviren auf dem Vormarsch. Bleibt das so bis in den Herbst? Foto: pixabay, Anastasia Gepp

Erkältungsviren auf dem Vormarsch – der Beginn von den Herbst-Infektionen?

Corona-Impfpflicht in Europa

Impfpflicht in Baden-Württemberg?

Chile: Zweifel an chinesischen Impfstoffen

Im Schatten der Corona-Meldungen haben – für viele noch unbemerkt – die Erkältungsviren ihren Siegeszug angetreten. Wir haben nicht nur herbstliches Wetter im Hochsommer, auch die Infekte entsprechen dieser Großwetterlage: Klein- und Schulkinder sind seit Wochen vermehrt von Husten, Schnupfen und Fieber betroffen. Und nebenbei werden auch junge Eltern angesteckt, die über ein Jahr, durch Maske und Abstand geschützt, keinen Infekt erlebt haben. Das wird über die nächsten Wochen so weitergehen. Die große Frage wird sein: Was machen die Coronaviren im Herbst? Und kommen die Influenza-Viren wieder machtvoll zurück? Dieser Herbst wird also bunter, nicht nur in den Wäldern.

 

Corona-Impftermine im Juni/ Juli in Frankreich. Foto: Economist

Die Corona-Impfungen waren vor drei Monaten noch ein absolutes Luxus-Produkt. Inzwischen wurden sie zur Discounter-Ware. In Frankreich hat sich das von einem auf den anderen Tag geändert. Nachdem Präsident Macron eine weitgehende Impfpflicht verkündete, stieg die Zahl der Impftermine massiv an (siehe Graphik). Auch die Zahl unserer Nachbarn die sich impfen lassen wollen stieg an: Im Dezember 2020 waren es 39%, heute sind es 69% – damit aber noch deutlich weniger als in unserem Lande.

In Baden-Württemberg sind inzwischen 45,4% der Menschen vollständig geimpft. Die Impfquote ist bei Jüngeren aber deutlich niedriger. Bisher gibt es von der STIKO ja nur eine Empfehlung zur Impfung bei Menschen über 18 Jahren (Ausnahme Vorerkrankungen bei Über-12-Jährigen). Damit sind für die nächste Zeit alle Kleinkinder und Schulkinder bis 12 Jahre dem C-Virus voll ausgesetzt, auch wenn nur wenige von ihnen eine schwere Infektion erleiden werden. In einer freien Gesellschaft müssen wir die Menschen aushalten, die sich nicht impfen lassen wollen. Aber diese  Menschen müssen dann auch aushalten, wenn sie sich besonderen Schutzmaßnahmen unterwerfen müssen. Das betrifft besonders impfunwillige Lehrer und auch Gesundheitspersonal, die ein hohes Maß an Verantwortung tragen.

Dürremonitor Gesamtoden 1,8 Meter (09/2020). Foto: ufz.de

Dürremonitor Gesamtboden 1,8 Meter (07/2021) Foto: ufz.de

Pollen werden sich an diesem Wochenende selbst in Freiburg nur zögerlich in die Lüfte schwingen. Allergiker müssen erst ab Montag mit der Fortsetzung des typischen Gräserpollenflugs rechnen. Grund ist der Starkregen, der seit Wochen die Böden im Südwesten erfolgreich mit Wasser aufgefüllt hat, wie der Vergleich von September 2020 (linke Graphik) und der aktuellen Graphik vom 13. Juli 2021 (rechts) zeigt. Wir können uns also freuen. Wir müssen aber auch betrübt sein. Denn der Grund für diese Wasservorräte ist das Tief „Bernd“, das infolge des verminderten Jetstreams lange über uns verharrte: Der Klimawandel und ein bisschen auch der Zufall haben uns statt Schwimmbadtemperaturen Schwimmbäder in Orten, auf Äckern und Wiesen beschert.

Was geht in der Welt rum? In vielen Ländern der Erde gibt es ambitionierte Impfprojekte, um die Bevölkerung vor Coronainfektionen zu schützen. Ein leuchtendes Beispiel ist Chile. Doch dort kam es zuletzt zu einem erneuten rasanten Anstieg der Coronainfektionen, was Zweifel an der Wirksamkeit des verwendeten Impfstoffs CoronaVac des Herstellers Sinovac aus China aufkommen lässt. Gegenüber den Varianten ist die Wirksamkeit besonders schlecht. Sinovac rät nunmehr zu einem «Booster-Shot», also einer dritten Impfung. Chile plant diesen aber mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech/ Moderna) durchzuführen.

Der Regen verschwindet langsam. Vielleicht halten wir es wie die Bundeskanzlerin, die in Bezug auf ihr Leben nach der Politik sagte: „Und dann werde ich vielleicht versuchen, was zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich müde bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal.“

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern ein geruhsames Wochenende. Herzlich grüßt Sie Ihr

 

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