Vorbereitungen für Ferien mit Kindern

Vater mit Kind am Strand. Foto: pixabay, Sarah Bernier3140

Nicht wenige Familien werden in diesem Sommer Ferien machen: im Schwarzwald, in der Türkei oder bei sich zuhause. Bislang ist der Sommer noch nicht im Ländle angekommen. Die Morgenstimmungen erinnern eher an den Herbst. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und wollen Ihnen einige Themen vorstellen, die in einem echten Sommer wichtig werden können.

Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenteritis)

Eine Magen-Darm-Grippe beginnt oft damit, dass ein Kind akut erbricht, manchmal mehrfach. Was ist da zu machen? In den meisten Fällen hilft es, das Kind zu beruhigen, in den Arm zu nehmen und ihm langsam ein Getränk zuzuführen. Dabei sind Elektrolytlösungen wie Oralpädon© oder Santalyt© ideal. Das Problem besteht darin, dass viele Kinder, die an sich nicht schlecht schmeckenden Getränke schlicht verweigern. Dann kann man alternativ auf eine Apfelschorle (1 Teil Apfelsaft + 3 Teile Wasser, dazu etwas Salz direkt oder indirekt als Salzstängele) zurückgreifen, die von fast allen Kindern gerne getrunken wird. Aber es gibt noch eine bessere Möglichkeit, die sich über Jahrzehnte bewährt hat: Die „Fanconi-Lösung“

Diese Fanconi-Lösung ist für Kinder schmackhaft und in ihrer Zusammensetzung besser als die Apfelschorle (jedoch nicht ganz so gut wie die o.g. Elektrolytlösungen). Mit dieser Lösung gelingt es, die Salzverluste nach dem Erbrechen wieder gut aufzufangen:

  • 3 Esslöffel (Trauben-) Zucker
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • beides zusammen in 300 ml Orangensaft auflösen und diese Mischung dann in
  • 1 Liter verdünnten Schwarztee geben

Alle diese Getränke werden zunächst löffelweise gegeben mit langsam zunehmender Menge. Dabei sollte ein Kleinkind nach 30 Minuten etwa 100 ml getrunken haben (nicht mehr!). Ist bis dahin kein Erbrechen mehr aufgetreten, kann das Kind so viel trinken wie es mag. Im anderen Falle wieder zur löffelweisen Gabe der Flüssigkeit zurückkehren und von vorne beginnen. Immer sehr langsam, mit viel Geduld und ohne die Frage „Musst Du spucken?“. Denn dem Kind geht es meist schon schlecht genug und es ist besser, es geschickt z.B. durch Anschauen eines Bilderbuches abzulenken.

Ein Durchfall, der meist auch auftritt, ist in der Regel solange unproblematisch, solange ein Kind nach der ersten Phase des Erbrechens ordentlich in kleinen Mengen (!!) isst. Eine Diät ist selten nötig, Hauptsache, die Kinder nehmen etwas zu sich. Wann muss ein Arzt aufgesucht werden? Wenn…

  • das Erbrechen lange anhält (abhängig vom Alter des Kindes!) oder
  • Blut im Stuhl auftaucht oder
  • hohes Fieber auftritt

Verbrennungen

Verbrennungen sind in den vergangenen Jahren glücklicherweise selten geworden, kommen aber trotzdem immer wieder vor und sollen deswegen hier ins Gedächtnis gerufen werden. Die meisten Verletzungen treten beim Grillen auf, wenn Kinder aus Unachtsamkeit bzw. bei mangelnder Beobachtung durch die Erwachsenen sich verbrennen. Hier gilt es, Kinder behutsam ans Feuer heranzuführen und ihre ersten Versuche – wenn sie denn alt genug sind – sorgsam zu überwachen. Verbrennungen, wie sie beim Grillen auftreten, sind oft schwerwiegend.

Sonnenbrand

Schwere Sonnenbrände beobachten wir in den Sommermonaten immer häufiger. Abgesehen von der akuten Beeinträchtigung mit massiven Schmerzen und teilweise Blasenbildungen, sind sie langfristig ein bedeutsames Problem wegen des Risikos der Entwicklung von Hautkrebs (malignes Melanom). Deswegen hier nochmals die Hinweise, wie wir sie im praxisblättle 2009 bereits veröffentlich haben.

Das Sonnenlicht, das uns auf der Erde erreicht, besteht zu 5% aus ultravioletter Strahlung (UV), die für unsere Haut einen Reiz darstellt. UV-B-Strahlen (280 – 315 nm) führt durch die verstärkte Pigmentierung zur Bräunung, wodurch der Körper seinen Sonnenschutz um das 2- bis 3-fache steigert. Eine Verdickung der Hornschicht schließlich steigert diesen Schutz nochmals auf das 4-fache. Es gibt aber Körperregionen, die nicht bräunen können und dadurch unter UV-B leiden: die Lippen. Sie sollten mit einem Sonnenschutzstift geschützt werden. Die UV-Strahlung schwächt übrigens auch das Immunsystem, weswegen es nach Sonneneinstrahlung oft z.B. Lippenherpes durchbricht.

Die UV-A-Strahlung (315 – 380 nm) verursacht eine sofortige und eine verzögerte Pigmentierung der Haut. Dieses UV-Licht trägt besonders stark zur Hautalterung bei. Andererseits ist es UV-B, das die Entstehung von Hauttumoren zu über 60% bedingt. Diese treten mit zunehmender Häufung von Sonnenbränden vermehrt auf, abhängig auch vom Hauttyp.

Besonderheiten beim Kind

Die Haut des Kindes ist wie die meisten kindlichen Organe in einem Reifungsprozess. Körpereigene Abwehrmechanismen wie Pigmentierung und Lichtschwiele sind noch nicht richtig ausgebildet. Auch der schützende Lipidfilm durch die Talgdrüsenfunktion fällt weitgehend weg. Ebenso schwitzen Kinder deutlich weniger und bilden damit auch kaum Urokaninsäure, die wiederum UV-absorbierend ist. In Summe ist die kindliche Haut deutlich lichtempfindlicher als die der Erwachsenen. Darüber hinaus verbringen Kinder deutlich mehr Zeit in der Sonne als Erwachsene, was das Risiko weiter erhöht. Bis zum 18. Geburtstag erleben Menschen 50 – 80% ihrer Sonnenbestrahlung des gesamten Lebens. In dieser Zeit wird also auch die Basis für die Tumoren im Erwachsenenalter gelegt.

Welcher Sonnenschutz ist sinnvoll?

Meiden der Sonne: Die Zeit zwischen 11:00 und 16:00 ist am sonnenintensivsten. Zumindest in der Kernzeit 12:00 bis 14:30 Uhr sollten Kinder im Haus bleiben. Sollte draußen die Sonne nicht scheinen, denken Sie bitte daran, dass die lichtschützende Wirkung von Wolken überschätzt wird: Eine dünne Wolke mindert die UV-Strahlung gerade mal um 20 bis 40%. Der Effekt, drinnen zu bleiben, ist also der sicherste Weg.

2 Unter einem Sonnenschirm ist die UV-Strahlung meist 50% geringer, besonders bei heller Umgebung mit Abstrahlung (Strand, helle Hauswand). Auch im Wasser gibt es noch erhebliche UV-Strahlung. Dort, wo beim Schwimmen die Füße sind, also in etwa 50 cm Tiefe, sind noch 60% des UV-B und 75% des UV-A wirksam.

3 Der textile Sonnenschutz durch Kleider ist sicher, wirksam und billig. Gelegentlich ist er schwer durchzusetzen. Aber an seine Schutzwirkung kommen die Sonnenschutzmittel nicht heran

Sonnenschutzmittel. Nur Regionen, die nicht von Kleidern beschützt sind sollten durch Sonnenschutzmittel behandelt werden. Sonnenschutzmittel sind also Ergänzungen und nicht wie oft angenommen im Zentrum des Sonnenschutzes. Es wird grundsätzlich ein Lichtschutzfaktor von mindestens LSF 30 empfohlen. Der Sonnenschutz sollte etwa 15 min vor Sonneneinstrahlung dick aufgetragen werden. Von einem Schutz kann man dann für 2 Stunden ausgehen. Zwei Arten von Sonnenschutz gibt es:

a) chemischer Sonnenschutz
b) physikalischer Sonnenschutz.

Der physikalische Sonnenschutz besteht aus anorganischen Nanopartikeln (Zinkoxid, Titandioxid), die die UV-Strahlen streuen, absorbieren und auch reflektieren. Sie dringen – im Gegensatz zum chemischen Schutz – nicht in die lebenden Hautschichten ein und sind somit für Kinder besonders zu empfehlen. Aktuell als gut eingestufte Sonnenschutzmittel finden Sie hier.

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