Was geht rum? 31. Juli 2021

Salmonellen - typische Keime im Spätsommer, die über die Nahrung aufgenommen werden. Foto: pixabay, Wikilmages

BioNTech: Bei den Coronaimpfungen immer vorne dabei

Coronaimpfungen für Kinder? Diskussion jetzt wichtig

Salmonellenerkrankungen im Spätsommer

Vibrionen in der Ostsee

Im Rennen um den besten Corona-Impfstoff liegt BioNTech ganz vorne. Vor 20 Monaten war die Firma aus Mainz kaum jemandem bekannt. Ab seit dieser Zeit hat sie medizinisch und medial alles richtig gemacht. Nun liegt BioNTech auch im Rennen um die Zulassung des Impfstoffs für Kinder von 5-11 Jahren weit vorne. Diskussionen gab in den letzten Wochen wegen seltener Herzmuskelerkrankungen (Myokarditis, Perikarditis) nach Zweitimpfungen von Männern unter 30 Jahren. Auf Drängen der amerikanischen Zulassungsbehörde wurde laut Informationen der New York Times die Zahl der Studienteilnehmer auf 3000 erhöht. Ergebnisse werden bereits für September erwartet. Für die Studiengruppe der 2 bis 5-Jährigen sei „kurz danach“ auch mit Ergebnissen zu rechnen, für die 6 Monate – 2 Jahre alten Kinder sei es im Oktober bis November soweit. Konkurrent Moderna liegt bei den Studien etwas zurück. Von anderen Mitbewerbern gibt es keine Informationen. Israel will bald Kinder zwischen 5 und 12 Jahren zur Impfung zulassen, wenn sie ein Risiko für extreme Corona-Infektionen aufweisen (hochgradige Adipositas, schwere Herz- und Lungenerkrankungen).

Noch gibt es keine Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder unter 12 Jahren. Aber für die über 12-Jährigen sehr wohl. Deren Wunsch geimpft zu werden nimmt zu. Haben wir eine gute Antwort, um ihnen den Wunsch zu verweigern? Die weiter fehlende Empfehlung der STIKO kommt eher aus dem Elfenbeinturm, als dass sie den Gedanken und Sorgen der Kinder gerecht würde. Schulen sollen nach den Ferien ja wieder geöffnet werden, oder doch nicht? Die Folgen von Schulschließungen wären monumental, beginnend bei den psychischen Konsequenzen, wenn Kinder sich nicht uneingeschränkt treffen können bis hin zu den wirtschaftlichen Folgen, die mangelnde Bildung über 2 Jahre für die gesamte Gesellschaft nach sich ziehen würde. „Wenn wir sehen, die Impfquote ist im Herbst immer noch zu niedrig, muss man weiternachdenken, aber nicht jetzt“ meinte Armin Laschet. Dem kann man nur widersprechen. Über die Impfungen – auch bei Kindern und Jugendlichen – müssen wir jetzt sprechen. Als Gesellschaft und mit den Betroffenen. 

Wirksamkeit von einer gg. zwei Dosen der Impfstoffe von BioNTech (BNT162b2) und AstraZeneca (ChAdOx1). Foto: NEJM, Jamie Lopez Bernal et al., 2021

Erst die zweite Impfung machts. Das zeigt eindrücklich die Untersuchung von Jamie Lopez Bernal und MitarbeiterInnen im New England Journal of Medicine. Gerade für den Impfstoff von BioNTech sind die Unterschiede frappant. Dabei ist der Schutz gegen die Delta-Variante dem Schutz gegen die Alpha-Variante ebenbürtig

Darstellung des Testablaufs bei der Lolli-Methode. Foto: RKI, Epidemiologisches Bulletin 32/2021

Die Lolli-Methode zur Testung auf SARS-CoV-2 haben wir im praxisblättle vorgestellt. Dieser Test ist einfach durchzuführen, worauf schon sein Name hindeutet. Nun bekommt er vom RKI den Ritterschlag. In der neuesten Ausgabe des epidemiologischen Bulletins wird ihm eine Spezifität (Genauigkeit) von 93.0% attestiert. Somit könne er „eine Grundlage für ein breit anwendbares und systematisches Testkonzept in Kitas und Schulen darstellen“.

Der Spätsommer ist die Zeit der Salmonellenerkrankungen. Der bakterielle Durchfall mit diesem Erreger ist heftig, meist grünlich mit blutigen Auflagerungen und nicht selten mit Fieber verbunden. Am stärksten werden Kinder unter 10 Jahren von dieser Infektion betroffen, die in den kommenden Wochen ihren Höhepunkt im Jahr erreichen wird. In der letzten Woche erkrankten 34 Personen im Ländle, fürs bisherige Jahr waren es 514 (Vorjahr: 660). Die Ansteckung erfolgt oral und häufig über Geflügel (und unzureichend abgekochte Eier). Strikte Hygiene in der Küche bei der Zubereitung von Hühnern und Eiern ist entscheidend.

Die viralen Erreger von Durchfallserkrankungen (Novoviren, Rotaviren) spielen weiterhin kaum eine Rolle. Sie sind deutlich seltener als noch im letzten Jahr, obwohl auch damals die Coronawellen (mit Kontaktbeschränkungen) durchs Land gingen.

Die Gräserpollen sind auf dem Rückzug. Im Rheintal ist die Belastung gering, in der Bodenseeregion aber noch bedeutsam – solange der Regen den Flug nicht komplett verhindert.

Was geht in der Welt rum? An der nördlichen Grenze von Deutschland, genauer an der Ostseeküste können in den Sommerwochen weiterhin Vibrionen auftreten. Messungen haben diesen Erreger bereits mehrfach gesichert, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) von Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Die gleichen Vibrionen, Vibrio vulniformis, gibt es auch an anderen Küsten der Ostsee wie in Schweden. Dort sind in diesem Juli bei Götaland und Svealand 13 Menschen an einer schweren Infektion (Sepsis) erkrankt.

Ich wünsche allen Familien im Ländle eine sonnigen Start in die Ferien, mit herzlichen Grüßen, Ihr

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