Was geht rum? 07. August 2021

Kinder im Vergnügungspark. Foto: ptw

Verhinderung von Kurzsichtigkeit: Aufenthalt im Freien günstig

Allergie Reaktion auf Nahrungsmittel: Vorsicht in Restaurants

Coronaimpfungen für Ab-12-Jährige?  

Pollenpause

In dieser Woche erkrankte weltweit der 200 Millionste Mensch an Corona. Somit sind an dieser Krankheit mehr Menschen erkrankt als zusammengenommen in Spanien, Frankreich und Deutschland leben.

Bei Kindern im Grundschulalter tritt immer häufiger Kurzsichtigkeit auf. Ursache hierfür ist, dass sie erstmals in diesem Alter über längere Zeit auf kurze Abstände – meist auf ihr Schulheft – fokussieren müssen. Dadurch wird das Längenwachstum des Auges stimuliert. Wenn schließlich die Linse die verlängerte Brennweite nicht mehr ausgleichen kann, benötigen Kinder wegen Kurzsichtigkeit (Myopie) eine Brille. Dieses Phänomen tritt besonders stark unter chinesischen Kindern auf.  Diese Phänomen scheint sich durch die Pandemie enorm verstärkt zu haben. Eine Studie aus dem dichtbesiedelten Hongkong beschreibt die aktuellen Daten: Die Zeit im Freien ging von 1,27 auf 0,41 Stunden am Tag zurück, die Zeit vor dem Bildschirm  nahm 2,45 auf 6,89 Stunden am Tag massiv zu. Die Häufigkeiten für die Kurzsichtigkeit sind massiv: Vor der Pandemie nahm die Zahl der kurzsichtigen Kinder pro Jahr um 13% zu, nunmehr sind es für die 6-, 7- und 8-jährigen Kinder 28 %, 27 % und 26 %. Man vermutet, dass sich die Zahl der kurzsichtigen Kinder in den kommenden Jahren verdoppeln wird. Glücklicherweise sind die Lebensbedingungen für Kinder in Deutschland andere. Die Zeit, die sie im Freien verbringen ist deutlich höher. Somit besteht ein geringeres Risiko für Kurzsichtigkeit.

In die USA können Europäer im Moment nicht reisen. Das schränkt die Bedeutung einer Studie ein, die kürzlich im Journal of Allergy and Clinical ImmunologyIn Practice erschienen ist. Darin geht es um allergische Reaktionen beim Essen in Restaurants in den USA. Es zeigte sich, dass 13% aller allergischen Notfälle mit Nahrungsmittel bei Kindern unter 18 Jahren in Restaurants auftreten. Somit bleibt mit 51% das Zuhause der gefährlichste Ort. Besonders häufig traten Nahrungsmittelallergie bei Erdnüssen und Nüssen (Haselnuss u.a.) auf. Bei diesen mussten in 28% mindestens einmal Adrenalin wegen schwerer Reaktionen injiziert werden. Tragisch dabei ist, dass 53,9% der Betroffenen vorher das Personal des Restaurants über die Allergie aufgeklärt hatte. Es gibt sicher viele Unterschiede zwischen Restaurants in Europa und den USA. Dennoch lohnt es sich gerade in Urlaubszeiten für Allergiker in Restaurants Vorsicht walten zu lassen.

Tipps gegen Coronainfektionen. Foto: RKI

Thema der Woche: Die Impfungen von Kindern ab 12 Jahren. Die Politik ist mehrheitlich dafür, die STIKO sieht noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten, die eine Empfehlung für die Impfung der 12-17-Jährigen rechtfertigen würde. Inzwischen hat sich die Sächsische Impfkommission (SIKO) für die Impfung der Über-12-Jährigen ausgesprochen und dafür plausible Daten vorgelegt. Ergänzend hat sich auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit einem Merkblatt zu diesem Thema eingebracht. Bei allem Durcheinander nicht vergessen: Es geht um Kinder und Jugendliche, die eineinhalb Jahre Corona-Pandemie hinter sich haben. Und auch sie haben eine Meinung, die bei der Frage – ob eine Impfung angemessen sei – an erster Stelle stehen sollte.

Die Pollen fliegen immer weniger. Momentan werden in den meisten Regionen des Landes bei den Gräserpollen kaum Mengen erreicht, die Beschwerden verursachen. Lediglich die Menge der Beifuß-Pollen liegt etwas höher. Aber gegen dies Pollen sind nur wenige Menschen allergisch.

Die Infekte bei Kindern gehen unverändert weiter. Meist nichts gravierendes, aber gerade bei den Kleinkindern – und deren Eltern – häufig Schnupfen, leichter Husten und selten Fieber.

Was geht in der Welt rum? Im Süden Brasiliens, genauer im Bundesstaat Bahia sind 58 Neu-Infektionen an Malaria aufgetreten. Diese Region gilt als malariafrei. Man geht deswegen davon aus, dass der Erreger aus dem Amazonasgebiet eingeschleppt wurde.

Wettervorhersage der nächsten Tage für Karlsruhe. Foto: meteo, SRF

Ich wünsche Ihnen, dass der Sommer im Ländle bald beginnt. Ab Mitte der kommenden Woche soll es soweit sein. Herzlichst grüßt Sie Ihr

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