Impfungen weltweit: Wo stehen wir heute?

Weltweit. Foto: pixabay, Gert Altmann

Impfungen gegen das Coronavirus ist das Thema der letzten Wochen. Aus einem Mangel an Impfstoffen wurde in den Industrieländern ein Überfluss. Auf der anderen Seite sind in den Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas nur wenige Menschen geimpft. Das hat zum Teil mit einem Mangel an Impfstoff zu tun. Ein größeres Problem ist aber, dass die Menschen in diesen Ländern häufig nicht ausreichend über Nutzen und Risiken der Impfungen aufgeklärt werden.

Ein Beispiel ist Madagaskar. Dort wurden 250.000 Dosen von Covishield – so nennt sich der Impfstoff von AstraZeneca, der in Indien produziert wurde –  im Mai 2021 für die Bevölkerung von etwa 28 Millionen Madegassen bereitgestellt. Ende Juni mussten zehntausende Dosen verworfen werden, weil nach dem Tod eines 42-jährigen Mannes nicht geklärt wurde, ob ein Zusammenhang mit seiner Impfung wenige Tage zuvor bestand. Laut Statista sind inzwischen 0.7% (Stand Ende Juli 2021) der Bevölkerung geimpft auf der Insel im Indischen Ozean.

Durchimpfung weltweit von 1980 bis 2019. Foto: The Lancet

Dass Impfungen auch ein Erfolgsmodell sein können zeigt eine Studie auf, die kürzlich im Lancet erschienen ist. Darin werden die Daten zu den Routineimpfungen bei Kindern zwischen 1980 und 2019 aufgeschlüsselt. Ein riesiges Werk. Und dieses Studie fördert erstaunlich gute Daten zu Tage: So weisen die Kinder weltweit eine komplette Impfung für Diphterie-Tetanus-Keuchhusten (DTP3 = 3 Mal in Folge DTP) in 81,6% vor. Diese Zahl hat sich seit 1980 mehr als verdoppelt (1980: 39,9%). Ähnlich sieht es für die erste Dosis einer Impfung mit Masern-Mumps-Röteln (MMR1) aus, mit der seit 2 Jahren 83,6% aller Kinder weltweit geschützt sind.

Die Zahl der völlig ungeimpften Kinder ging in den letzten 40 Jahren um erfreuliche 75% zurück und liegt nun bei 14,5 Millionen Kindern. Leider zeigt sich aber auch, dass in den letzten 10 Jahren die Erfolge stagnieren.

Langfristige Impfziele sind offensichtlich umsetzbar, bei den kurzfristigen (Corona-Impfungen) scheint das viel schwieriger zu sein. Das liegt auch daran, dass die Pandemie vielfach für politische Ziele genutzt wird. So stehen die allgemeinen Maßnahmen (Ausgangssperre u.a.) häufig in keiner Relation zu den Bemühungen, die Bevölkerung aktiv vor der Krankheit und deren negativen wirtschaftlichen Auswirkungen (z.B. Jobverlust) zu bewahren.

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