Was geht rum? 14. August 2021

Moskito setzt zu einem Stich an. Foto: CDC, Jim Gatahany

Meist leichte COVID-19-Verläufe bei Kinder – aber nicht jeder Infekt ist Corona

Schwangere: CDC empfiehlt Coronaimpfung für alle Schwangeren

Masern, Meningokokken und Keuchhusten weiterhin selten

Pollenflug geht langsam zu Ende

 

Die Rolle der Kinder in der Pandemie erhellt eine neue Studie aus Großbritannien. Darin untersuchten die Forscher um Erika Molteni 258.790 Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren, die Symptome einer Coronainfektion zeigten. Der Verlauf wurde mittels einer App verfolgt. Insgesamt wurden 75.529 Corona-Tests durchgeführt, von denen 1.734 positiv ausfielen. Häufigste Krankheitszeichen waren Kopfschmerz (62,2 %) und Müdigkeit (55 %). Die Erkrankungen dauerten im Durchschnitt bei positiv getesteten 6 Tage, bei negativ Getesteten nur 3 Tage. Manchen Kinder zeigten längere Verläufe. Nach 56 Tagen lagen bei den allermeisten keine Beschwerden mehr vor. Interessanterweise kamen lange + schwere Krankheiten besonders bei negativ getesteten Kindern vor. Wie bewerten wir die Studie? COVID-19 verläuft bei Kindern leichter. Und, nicht alles was wie eine Coronaerkrankung aussieht ist auch eine. Testungen bleiben wichtig. Besonders im kommenden Winter.

Schwangerschaft. Foto: pixabay, contato1034

Viele Eltern überlegen, weitere Kinder zu bekommen. Wenn da nicht Corona-Infektionen drohen würden. Und diese führen gerade in der Schwangerschaft nach neuen Erkenntnissen vermehrt  zu schweren Komplikationen. Sollten sich Schwangere impfen lassen? Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (in Englisch) hat sich klar positioniert: Sie empfiehlt COVID-19-Impfungen in der Schwangerschaft: „COVID-19 vaccination is recommended for all people aged 12 years and older, including people who are pregnant, breastfeeding, trying to get pregnant now, or might become pregnant in the future.“ Die deutsche STIKO lässt Impfungen in der Schwangerschaft zu, gibt aber keine Empfehlung zur Impfung.

Der Pollenflug geht rasch zu Ende. Noch sind Pollen von Spitzwegerich, Beifuß und auch Gräsern in den Lüften. Aber die Menge der Pollen nimmt spürbar ab. Probleme für die Atemwege bestehen nur noch für schwer von Allergien Betroffene. Für alle anderen ist die Pollensaison zu Ende.

Inzidenz von Meningokokkenerkrankungen in den USA. Die größte Häufigkeit betrifft Kinder vor dem ersten Geburtstag. Foto: CDC

Viele schwerwiegenden Erkrankungen für Kinder sind in diesem Jahr noch immer selten. Ganz vorne der Keuchhusten (Pertussis) mit bislang 123 Fällen in diesem Jahr, der im letzten Jahr 6 Mal häufiger auftrat. Gleiches gilt für die Erkrankungen mit Meningokokken (Sepsis („Blutvergiftung“) bzw. Hirnhautentzündung), von denen in diesem Jahr neun registriert wurden (2020 zur gleichen Zeit: 28). Dass Masern und Mumps ebenfalls selten auftreten ist den Lesern des praxisblättle gut bekannt.

Die Erkältungsviren machen aber durchaus schon die Runde, auch wenn die Sommer-Wetterlage eine massive Ausbreitung begrenzt. Ob der Schnupfen oder Husten aber nicht doch vom Coronavirus ausgelöst wurden, kann nur durch Tests geklärt werden. Für den kommenden Winter bleiben Coronatests ein zentrales Werkzeug für Kinder- und Jugendärzte.

Was geht in der Welt rum? Mit den höheren Temperaturen kommt auch das West-Nil-Fieber im Mittelmeerraum vor. Aus Griechenland  (Bezirk Imathia und Pella in Zentralmakedonien) und Italien werden Fälle gemeldet. Die Erkrankung betrifft meist Vögel, Menschen erkranken aber nach Übertragung durch eine infizierte Stechmücke auch vereinzelt. Impfung gibt es keine. Die einzig mögliche Maßnahme das West-Nil-Fieber zu verhindern ist ausreichender Mückenschutz.

Endlich ist der Sommer da, den wir uns wünschten. Genießen wir es, durch laue Wälder zu wandern, in der Hängematte zu liegen oder zu picknicken. Ganz herzlich, Ihr

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