Was geht rum? 21. August 2021

In einigen Wochen beginnt das neue Schuljahr. Ist Baden-Württemberg vorbereitet? Foto:ptw

Coronaimpfung für Kinder: Wichtig für Bildung und soziales Leben

Coronaimpfung für Kinder: STIKO spricht Empfehlung aus

Corona und Erkältungen bei jungen Erwachsenen

Ebola in Côte’d Ivoire

Traumstrand. Foto: pixabay, Sinousxl

Manche Traumstrände sind in diesen Ferien wieder erreichbar. Strände zu Träumen. Einfach daliegen, während die Gedanken davonfliegen. Zum Beispiel der Traum von offenen Schulen im Ländle, was eigentlich der Normalzustand sein sollte. Ob die Politik das in diesem Winter schafft? Dann muss sie einigen Erwachsenen auch klar machen, dass seit vielen Wochen Impfungen für Erwachsene frei verfügbar sind oder den Menschen fast aufgedrängt wurden. Es besteht also kein Grund mehr, Kinder für die Sorglosigkeit oder Verschwörungsgedanken der Älteren in Haft zu nehmen. Ein klares Bekenntnis der Politik wäre wünschenswert. Man denkt an Kurt Tucholsky: » Das erste der zehn Gebote sollte heißen: Tue, was du predigst. «

Wer? Wie? Was? Warum? Kinder stellen Fragen, sie wollen die Welt um sich herum verstehen und gestalten lernen. Sie wollen Bildung. Diese Bildung haben wir Erwachsene ihnen über 1 1/2 Jahre weitgehend verwehrt, um unsere alten Menschen zu schützen. Inzwischen ist die Großelterngeneration zu über 80% durchs Impfen geschützt. Es ist an der Zeit, dass die Schulen so ausgerüstet werden, dass diese Pandemie keine weiteren Einschnitte mehr für Schüler auslöst. Jedem ehemaligen Schüler ist bekannt, dass die Corona-Maßnahmen in den Unterrichtspausen ausgesetzt wird – keine Abstände, kaum Masken. Kinder erfahren sich gegenseitig, treten aus der Einsamkeit der Elternwohnung heraus und wollen einfach leben. Soziales Leben ist ebenso wichtig wie die Bildung. Solange die Elterngeneration nicht für bessere Impfquoten sorgt, sollten Kinder und Jugendliche auch die Chance haben, sich impfen zu lassen. Bei dieser Entscheidung sollten sie eine zentrale Rolle spielen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich zu Beginn dieser Woche entschlossen, die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren zu empfehlen. Das 18-köpfige Gremium kam zur Überzeugung, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“. Bleibt zu hoffen, dass in Baden-Württemberg die Politik die verbliebene Ferienzeit nutzt, um den Start ins neue Schuljahr möglichst glatt hinzulegen. Das umfasst Planungen, wie Schulausfälle auch bei hohen Inzidenzen verhindert werden können: Von Lüftungskonzepten bis hin zu Mutmachern, die jetzt empfohlene Impfung mit den mRNA-Impfstoffen auch wahrzunehmen.

Meldezahlen von COVID-19 nach Altersgruppen und Woche. Foto: Wochenbericht des RKI

Die vorgezogenen Erkältungskrankheiten der Kinder schreiten weiter fort. Die meisten sind unspezifische Infekte, wie sie in den Herbstmonaten auftreten, wenn sich die Menschen wegen der Kälte in die Wohnungen zurückziehen. Diesmal ist zwar Sommer, aber die Abstände und Nasen-Mund-Masken fallen. So haben auch die banalen Infekte wieder ihre Chance, Opfer zu finden. Wie die obenstehende Graphik des RKI zeigt, ist die Häufigkeit an Corona zu erkranken bei Jugendlichen und junge Erwachsene (15 – 29 Jahre) am höchsten – eine Gruppe, die viele enge Kontakte hat, aber offensichtlich zu wenig geimpft ist. Die Infekte könnten von den Kindern unter 4 Jahren kommen, die kaum Symptome haben, aber – so zeigt es eine Studie aus Ontario – zu fast 50% häufiger die Überträger innerhalb ihrer Familien sind als die Jugendlichen.

Was geht in der Welt rum? Seit über 25 Jahren wird aus Côte’d Ivoire der erste Fall einer Erkrankung mit dem hochgefährlichen Ebolavirus gemeldet. Es handelt sich um eine 18-jährige Frau, die aus dem benachbarten Guinea in die Hauptstadt Abidjan gereist war. Es bleibt zu hoffen, dass es in der 4-Millionen-Stadt nicht zu einem Ausbruch kommt. Das Ebolavirus wurde erstmals 1976 identifiziert. Nach den schweren Ausbrüchen in Westafrika zwischen 2014 und 2016 wurden inzwischen wirksame Impfstoffe entwickelt. Seit 2019 hat ein Impfstoff der Firma Merck eine Zulassung aus den USA und der EU. Die Impfungen in Abidjan haben begonnen.

Ich hoffe, es gelingt Ihnen trotz der diversen „Brandmeldungen“ aus aller Welt ein ruhiges und entspanntes Wochenende zu verbringen.

 

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