Was geht rum? 28. August 2021

Winterinfekte: Corona, Erkältungsviren, Influenza, RSV – eine heiße Mischung

Das spezielle Risiko der unter 2-Jährigen: RS-Viren

Keuchhusten: Zeitgerechtes Impfen schützt besser

Masern: Corona führt zu Ausbrüchen in Afrika

Der Sommer geht langsam in den Herbst über. Neben den Coronainfektionen gibt eine Reihe weiterer Erreger, die sich zurückmelden. Da sind einmal die Erkältungsviren, die über die Kindergärten – und die Eltern der Kinder – verbreitet werden. Mit dem Fallen der Masken und der Abstände werden vermutlich auch die Grippeviren (Influenza) wieder an Bedeutung gewinnen. Im letzten Winter spielten sie ja keine Rolle. Aber wie hat sich deren krankmachende Wirkung inzwischen verändert? Wie meldet sich das Influenza-Virus nach der Pause zurück? Wir wissen es im Moment nicht. Ebenso – wie jedes Jahr um diese Zeit – ist unklar, wie gut eine Grippe-

RSV-Virus. Foto: niaid.nih.gov

Impfung schützen wird. Für die Kleinsten spielt ein weiterer Erreger eine enorme Rolle: Die RS-Viren. Diese befallen zumeist Kinder unter 2 Jahren und können bei diesen schwere Erkrankungen wie die Bronchiolitis auslösen. Der Lockdown hat dies über die letzten beiden Winter verhindert. Nun gehen Kinder im Alter von bis zu 2 Jahren in einen Winter, ohne diesem Erreger etwas entgegenzusetzen haben. Das könnte im schlimmsten Fall zur Überbelastung der Intensivstationen führen – in den Kinderkliniken. Viele Kliniken bereiten sich schon vor.

Da uns also vermutlich ein Bündel von Erregern ins Haus stehen wird, werden Testungen wieder wichtig werden: Testung auf Influenza-Viren, auf RS-Viren, aber eben auch auf Corona-Viren. Es kann nur so kommen, dass auch letztere wieder kostenlos werden. Anders kann man die infektiologische Herausforderung medizinisch nicht beherrschen. Bessere Ideen sind also gefragt, die Elterngeneration von Kindern und Jugendlichen zur Impfung zu motivieren.

Apropos Impfungen. Amerikanische Daten haben gezeigt, dass es zeitgerechtes Impfen für einen guten Schutz gegen Keuchhusten wichtig ist. In einer großen Studie mit 316.404 Kindern konnte gezeigt werden, dass verspätete Impfungen mit DTaP (Diphterie-Tetanus-azellulärer Pertussis) das Risiko für Keuchhusten (Pertussis) bis 4,8-fach erhöht. Im Moment sind Kinder wenig von Infekten betroffen, was gute Gelegenheiten für Impfungen eröffnet.

Auch in dieser Woche spielen Infekte keine so große Rolle in Baden-Württemberg. Selbst bei den Kinderkrankheiten ist zum Glück wenig los: einzelne Erkrankungen mit Windpocken (43) und nur ein einziger Fall von Keuchhusten.

Was geht in der Welt rum? In Afrika drohen Ausbrüche von Masern. Ursache hierfür ist die Coronapandemie. Wie die WHO mitteilt, sind in 15 Ländern Afrikas die Impfungen gegen Masern verschoben worden. In der Folge haben 16,6 Millionen Kinder zwischen Januar 2020 und April 2021 keine Impfung erhalten. Hohe Risiken bestehen besonders in Gabun, Angola, Guinea und in Kenia. Erste Masernausbrüche traten bereits auf. Masern sind sehr gefährlich. In Deutschland tritt auf etwa 2000 Infektionen ein Todesfall auf, in allen Ländern Afrikas liegt diese Zahl deutlich höher. Die Coronamaßnahmen verschlimmern fast überall das Risiko für Kinder. Das gilt für die Gesundheit, die Bildung (Schulen oft geschlossen) und die immer größer werdende Armut. Coronainfektionen selbst sind für viele jüngere Menschen in Afrika streng genommen kein Problem.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern engagierte Lehrer, die es trotz widriger Rahmenbedingungen schaffen, einen ganz „normalen“ Präsenzunterricht zu realisieren. Ganz herzlich grüßt Sie Ihr

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